ARD-alpha - Schulfernsehen


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Lebensraum Ostsee Ein ungewöhnliches Meer

Lange Strände, flache Buchten, Dünenlandschaften, Sumpfgebiete und natürlich die Vermischung von Süß- und Salzwasser zu Brackwasser sind Merkmale des nordeuropäischen Binnenmeeres. Es kann mit einer ansehnlichen Tier- und Pflanzenwelt aufwarten.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Thomas Willers

Stand: 08.03.2013

Symbolbild: Wellen an einem Ostseestrand | Bild: picture-alliance/dpa

Die Ostsee ist ein vom europäischen Kontinent fast völlig abgeschlossenes, relativ stark gegliedertes flaches Nebenmeer mit einer mittleren Tiefe von 52 Metern. Die Größe der Ostsee beträgt etwa 412.000 Quadratkilometer. Mit der Nordsee ist sie durch Sund, Großen und Kleinen Belt verbunden. Der Wasseraustausch mit der Nordsee ist gering. Einzigartige Lebensformen können zwischen Meerwasser und Süßwasser gedeihen.

Die westliche Ostsee ist noch salzhaltig, weiter nach Osten und Norden versüßen Flüsse zunehmend das Meer. Etwa 500 Kubikkilometer Flusswasser gelangen im Schnitt jährlich in die Ostsee. Die Zufuhr von Flusswasser übersteigt den Salzwasserzufluss von der Nordsee. Mehr als die Hälfte davon stammt von den sieben größten Zuflüssen: Newa, Weichsel, Düna, Memel, Kemijoki, Oder und Göta Älv.

Die Küsten sind vielgestaltig und abwechslungsreich

Kreidefelsen finden wir auf Rügen, riesige Wanderdünen in Pommern, Strände aus Versteinerungen auf Gotland. Diese so genannten Rauk-Formationen bildeten sich aus Kalkfelsen, deren oberer Teil zuerst aus dem Meer auftauchte. Die Basis ist schmaler als der Oberteil, weil sie länger der Brandung ausgesetzt war.

Das Phänomen der Bodden

Boddenküsten sind durch die Überflutung von Grund- und Endmoränenlandschaften entstanden. Unregelmäßig geformte, flache Meeresbuchten prägen ihr Erscheinungsbild vor allem an der Ostseeküste Mecklenburgs. Die Boddenlandschaft ist Lebensraum für Kormorane und Seeschwalben. Weiter im Norden trifft man auf Eiderenten und Kegelrobben.

Winterliches Zufrieren ist möglich

Durch die Nähe zum Polarkreis und den hohen Süßwassergehalt friert zumindest die nördliche Ostsee im Winter meist komplett zu. Die Vögel ziehen in wärmere Gefilde. Nur wenige Arten harren hier über die kalte Jahreszeit aus. Aber Schneehuhn und Rentier in der an die Ostsee grenzenden Taiga kann der Frost nichts anhaben.

Die Ostsee - ein Meer vielfältiger Möglichkeiten

Vor 1989 war die Ostsee eine frozen sea, in weiten Teilen militärisches Sperrgebiet, durchtrennt vom Eisernen Vorhang. Seit dem Ende des Kalten Krieges ist sie als als übergreifender Raum jedoch wieder ins Blickfeld der Europäer gerückt. Die Ostsee erstreckt sich zwischen Skandinavien, Finnland, Russland, dem Baltikum, Polen, Deutschland und Dänemark und ist besonders geeignet, die Menschen, Kulturen und Volkswirtschaften dieser Region miteinander zu verbinden.


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