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60 x Deutschland - Die Jahresschau Das Jahr 1982

Zu Jahresbeginn übersteht Kanzler Helmut Schmidt noch eine Vertrauensfrage im Bundestag, doch im Sommer zerbricht seine SPD-FDP-Koalition. Im Herbst wechselt die Regierung. An der Spitze steht nun der CDU-Politiker Helmut Kohl. Er verspricht den Deutschen die "geistig-moralische Wende".

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Johannes Unger u. a. Stand: 05.04.2012
Helmut Schmidt und sein Nachfolger Helmut Kohl | Bild: picture-alliance/dpa

Die FDP löst sich von der SPD

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In der sozial-liberalen Koalition kriselt es seit Monaten. Angesichts einer drohenden Weltwirtschaftskrise geht die FDP unter Führung von Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher zunehmend auf Distanz zur SPD, die sich Sparmaßnahmen im sozialen Bereich widersetzt. Im Februar stellt Bundeskanzler Helmut Schmidt im Bundestag die Vertrauensfrage und kann die Abgeordneten der Regierungskoalition noch hinter sich bringen, doch im Sommer zerbricht das Bündnis während der Beratungen über den Bundeshaushalt.

Wechsel der Bonner Regierung

Während die SPD auf Neuwahlen hofft, um die abtrünnige FDP unter die Fünf-Prozent-Hürde zu drücken, einigen sich FDP und CDU/CSU auf ein konstruktives Misstrauensvotum. Am 1. Oktober spricht der Bundestag Helmut Schmidt das Misstrauen aus. Der CDU-Politiker Helmut Kohl, der sich im unionsinternen Machtkampf gegen seinen Rivalen Franz Josef Strauß (CSU), den Verlierer der Bundestagswahl 1980, durchgesetzt hat, wird zum neuen Regierungschef gewählt.

Die sozial-liberale Ära ist nach 13 Jahren zu Ende, die neue Koalition kündigt eine "geistig-moralische Wende" an. Doch es zeigt sich bald, dass Bundeskanzler Helmut Kohl – gerade auf dem Gebiet der Außenpolitik – auf Kontinuität setzt.

DDR: Die Unzufriedenheit wächst

In der DDR klagen 1982 viele Bürger über Versorgungsengpässe im Konsumgüterbereich. Der Grund: Das nach der Phase des Honecker'schen "Wohlfahrtssozialismus" im Ausland hoch verschuldete SED-Regime musste die Importe einschränken und die Exporte steigern. Mit harten Sparmaßnahmen gelingt es, die Auslandsverschuldung bis 1983 von 10 auf 6,7 Milliarden Dollar zu drücken.

"Pflege der politischen Landschaft"

Im Februar 1982 wird in der Bundesrepublik bekannt, dass die Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Bundesfinanzminister Hans Matthöfer, Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff und den Chef des Bundeskanzleramts, Manfred Lahnstein, in einer Parteispendenaffäre ermittelt: Sie sollen Zahlungen in Millionenhöhe vom Flick-Konzern erhalten haben. Der Fall wird die Deutschen in den kommenden Jahren beschäftigen. 1983 wird schließlich ein Bundestagsuntersuchungsausschuss eingesetzt, 1985 kommt es zum Prozess: Graf Lambsdorff, inzwischen von seinem Ministerposten zurückgetreten, und der ehemalige Wirtschaftsminister Hans Friderichs werden zu hohen Geldstrafen verurteilt. Der für die Spenden verantwortliche Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch erhält eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die nach Zahlung einer halben Million D-Mark zur Bewährung ausgesetzt wird.

Informationen zur Sendereihe

Mit der Reihe "60 x Deutschland" präsentiert das Schulfernsehen einen bunten, von Sandra Maischberger moderierten History-Mix. Ausgehend von der doppelten Staatsgründung 1949 ist jedem Jahr eine 15-minütige Folge gewidmet. Schwerpunkt der Chronik ist der Konkurrenzkampf zweier jahrelang miteinander konkurrierender Gesellschaftssysteme. Dabei beschränken sich die einzelnen "Kalenderblätter" nicht auf politische Ereignisse, sondern geben auch Einblicke in Unterhaltung, Kultur und Sport in beiden deutschen Staaten.


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