ARD-alpha - Medienethik

Medienethik

ARD-alpha Medienethik

Stand: 20.05.2016

Medienethik | Bild: BR

In der 6-teiligen Sendereihe werden Themen behandelt, die in der heutigen Medien- und Internetgesellschaft jeden etwas angehen. Immer zwei Sendungen beschäftigen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit einem großen Thema.

Der renommierte Wissenschaftler und erste Inhaber des noch frischen Lehrstuhls "Medienethik" an der Hochschule für Philosophie in München, Professor Alexander Filipović beschäftigt sich in 15 Minuten mit einem Thema und erklärt anhand von aktuellen und konkreten Fallbeispielen, die durch Einspieler oder auch Einblendungen angerissen werden, die medienethische Problematik bzw. Herangehensweise. Das Thema wird dann in einer zweiten Sendung, in ebenfalls 15 Minuten noch vertieft, indem Professor Filipović mit das Thema gemeinsam mit einem Gast bespricht, analysiert und diskutiert. Die Gäste sind Praktiker aus dem behandelten Bereich, Betroffene und Experten.

Die Folgen im Überblick

Journalismus - Dienst an der Gesellschaft (1/6)

In der ersten Folge geht Professor Alexander Filipović der Frage nach, wie wichtig Journalismus für unser Gemeinwesen, unsere Gesellschaft und die Demokratie ist. Dabei geht es auch um die Pressefreiheit und die Veränderungen des Journalismus durch Digitalisierung. Die Aufgabe des Journalismus ist es Öffentlichkeit herzustellen. Aus philosophischer Perspektive hilft hier der große Immanuel Kant. Aber wie weit darf man gehen? Schnell ist man da beim Geschäft mit dem Skandal, dem Unglück und der Unmoral, das heute im Journalismus auch eine große Rolle spielt. Wer also ist am Ende Akteur, wer hat welche Verantwortung und wie erreicht man einen guten demokratiefördernden Journalismus.

Die Zukunft des Journalismus - Ein medienethisches Gespräch mit Jörg Sadrozinski (2/6)

Das große Thema inwiefern der Journalismus einen wichtigen Beitrag zu einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft leistet, wird in der zweiten Folge der Sendereihe weiter vertieft. Professor Alexander Filipović hat Jörg Sadrozinski ins Studio eingeladen. Er ist selbst Journalist, hat unter anderem für den NDR, tagesschau.de und die Süddeutsche Zeitung gearbeitet und leitet nun die renommierte Deutsche Journalistenschule (DJS) in München. Gemeinsam wagen Alexander Filipović und Jörg Sadrozinski eine Analyse zum Status quo des Journalismus: Was sind die aktuellen Tendenzen? Wo entsteht gerade etwas Neues? Wo haben wir Grund, auf den Journalismus zu schimpfen? Sie formulieren Erwartungen: Welche Ansprüche an den Journalismus sollten wir auch in der heutigen Situation noch aufrecht erhalten? Was wollen wir heute unter "Qualität des Journalismus" verstehen? Und fragen sich: Was kann man tun, damit diese Ansprüche auch Wirklichkeit werden?" Wie bekommen wir den Journalismus, den wir haben wollen?

Das Problem mit den Daten - Ethische Probleme des Internets (3/6)

Das zentrale Thema der dritten Folge der Sendereihe Medienethik sind Internet und Digitalisierung. Was sind die Auswirkungen und was können wir tun, um auf Datenschutz und unsere Freiheit Acht zu geben? In Sachen Meinungsfreiheit öffnet die anonyme Kommunikation neue Handlungsräume mit allerdings auch neuen Problemen. Hier gibt es eine Verbindung zur Philosophie über John Stuart Mill. Der Spähskandal und Edward Snowden spielen dabei ebenso eine Rolle wie George Orwells "1984". Wie sieht die Zukunft mit Big Data aus? Sind wir alle nur Objekte des wirtschaftlichen Interesses der Internetakteure und wollen wir das?

Kinder und Jugendliche im Netz - Verloren oder aufgehoben? - Ein medienethisches Gespräch mit Dr. Ulrike Wagner (4/6)

Professor Alexander Filipović begrüßt in dieser Folge Dr. Ulrike Wagner im Studio. Sie ist die Direktorin des JFF–Instituts für Medienpädagogik. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem Partizipation von Heranwachsenden in einer mediatisierten Gesellschaft und Sozialisation mit und über Medien. Und das sind auch die Themen der Sendung: Was machen die Kids im Netz? Was sind die Problemlagen und Risiken? Es ist eine Gratwanderung, denn einerseits geht es um das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen, andererseits aber auch um ihre Partizipationsmöglichkeiten. Das Fazit: Internetnutzung muss gelernt werden, das heißt Kinder und Jugendliche müssen in die Gestaltung von Lernsituationen einbezogen werden. Es geht darum, Würde, Rechte und Schutz der Person in digitalisierten Zeiten zu bewahren und durch Bildung zu sichern. Wie das aussehen kann erklärt Dr. Ulrike Wagner.

Nacktdating, Dschungelcamp und Co - Zur Ethik der TV-Unterhaltung (5/6)

TV-Unterhaltung ist für sich genommen nichts Schlechtes! Wir müssen aber für ein besseres Niveau eintreten. Das ist der Leitsatz der fünften Folge der Sendereihe Medienethik. Die Statistiken zeigen, die Fernsehnutzungsdauer nimmt aller Prophezeiungen zum Trotz nicht signifikant ab, allerdings erfreuen sich innerhalb dieser Nutzung die Unterhaltungsformate immer größerer Beliebtheit. Professor Alexander Filipović  beurteilt diese Entwicklung im Hinblick auf Normen, Sittlichkeit und Würde. Muss man bei manchen TV-Formaten einerseits von einem Sittenverfall sprechen? Andererseits kennt die Ethik durchaus das Bedürfnis des Menschen auf Entspannung. Was wiegt schwerer – Sitten und Moral oder Bedürfnis der Zuschauer?

TV-Unterhaltung in der Kritik - Ein medienethisches Gespräch mit Prof. Dr. Petra Grimm (6/6)

Gute Unterhaltung - Ist das nicht eine Geschmacksfrage, über die man nicht urteilen kann und die jeder für sich beantworten muss? Auf welchen Ebenen kann man über die Frage Was ist gute Unterhaltung diskutieren? Kann zum Beispiel die Zuschauerquote eine Orientierung geben. Was für eine TV-Unterhaltung wollen wir? Was sind unsere Wünsche und was ist eigentlich das Wünschenswerte? Was können Auftraggeber und was können Zuschauerinnen und Zuschauer tun, um das zu erreichen? Professorin Petra Grimm lehrt an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart und diskutiert diese Fragen mit Professor Filipović in der letzten Sendung der Reihe Medienethik.