ARD-alpha - Lógos


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Lógos Der Armenische Genozid

Mehr als eine Million Armenier wurden vor 100 Jahren im Osmanischen Reich Opfer des ersten Völkermords im 20. Jahrhundert. Die offizielle Türkei leugnet dieses Verbrechen bis heute. Aber in der türkischen Zivilgesellschaft wächst das Interesse an der armenischen Kultur, die 1915 in Anatolien weitgehend ausgerottet wurde.

Stand: 23.03.2017

Armenische Genozid | Bild: picture-alliance/dpa

Die Überlebenden der Massaker und Todesmärsche hielten das kulturelle Erbe ihrer Vorfahren meist in der weltweiten Diaspora lebendig. Viele Türken entdeckten in den letzten Jahren, dass sie armenische Vorfahren hatten – sie waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter Zwang zum Islam konvertiert oder als Waisenkinder von Muslimen adoptiert worden.

Deutschland wird sich mehr und mehr seiner historischen Verantwortung bewusst. Geschah doch der Völkermord an den Armeniern mit Wissen des Deutschen Kaiserreichs. Der deutsche Theologe und Orientalist Johannes Lepsius war Augenzeuge von Deportationen und Massenmorden und richtete immer wieder in verzweifelte Appelle an die Politiker seiner Heimat. Doch das Militärbündnis mit dem Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg hatte in Berlin mehr Gewicht als das Schicksal des armenischen Volks.


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