ARD-alpha - Kunstraum


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Kunstraum Stephan Huber: Landkarte des Vermögens und Gestaltungwillens von Rainer Schmidt

Landkarten sind objektiv, vermitteln ein Bild der Welt, in der sie entstehen oder entstanden sind, und dienen der (militärischen) Orientierung, wie auch pädagogischen Zwecken. Doch diese Einschätzung kann täuschen.

Stand: 04.05.2017

Wenn Stephan Huber nun in seinem Atelier mit Nagelschere alte Landkarten zerschneidet, um daraus eine neue Karte zu montieren, tut er dies mit dem Bewusstsein und der Absicht, die Form und Funktion des Objekts „Landkarte“ zu hinterfragen und neu zu definieren. Stephan Huber stellt Landkarten her, die keiner realen Topografie entsprechen. Seine Karten sind Montagen, die narrativen Charakter haben.

Für den bekannten Landschaftsarchitekten Rainer Schmidt, der auf der ganzen Welt avantgardistische Parks und Anlagen plant und baut, entwirft und realisiert Stephan Huber ein (Karten)-Portrait im Geiste der Renaissance.

„Ich erzähle nicht die Geschichte der Welt, sondern die Geschichte von Rainer Schmidt, und wenn ich die Geschichte von Rainer Schmidt erzähle, erzähle ich damit auch die Geschichte der Landschaftskunst“, meint Stephan Huber. Die Landkarte als Sammlung von Vorstellungen, fiktiven Orten und realen Gegebenheiten, dazu massenweise Texte und Skizzen, alles codiert in der „Sprache“ der Kartographen. Wer glaubt, dass das Ergebnis so trocken und humorlos wie ein Schulatlas wird, der irrt sich gewaltig: Stephan Huber arbeitet schon sehr lange mit Landkarten und hat in dieser Zeit eine ästhetische Virtuosität entwickelt, die kein Auge trocken lässt.

Biografie:

Stephan Huber, 1952 in Lindenberg im Allgäu geboren, Lebt und arbeitet in München und im Allgäu. Seit 1983 Ausstellungen in internationalen Museen, Teilnehmer an der documenta und der Biennale Venedig. Seit 2004 ist er Professor an der Akademie der Bildenden Künste München.


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