ARD-alpha - Kunstraum


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Kunstraum Tage des elektronischen Bewegtbildes

Das elektronische Bewegtbild – das Video – begann sich vor rund 4o Jahren als künstlerisches Medium zu entfalten. Zunächst von Künstlern wie auch von Filmemachern als minderwertig abgestempelt oder gütig belächelt, entdeckten Pioniere nach und nach die bahnbrechend neuen Möglichkeiten des elektronische Bewegtbildes, die aus der heutigen Film- und TV-Welt nicht mehr wegzudenken sind.

Stand: 10.03.2016

Der Galerist Gottfried Düren veranstaltete im August 2015 eine Retrospektive ganz besonderer Art: in einer zum Abbruch freigegebenen ehemaligen Auto-Reparaturwerkstatt wurde 14 KünstlerInnen bzw. Künstlergruppen, die sich seit Jahrzehnten mit Videokunst beschäftigen, je eine "Garage" als Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt. "Zuerst war die Idee da, eine Art Rückblende zu veranstalten. Doch diese Ort ist geradezu ideal dafür, Neues zu entwickeln", meint Bruno Kuhlmann, einer der beteiligten Künstler und Mit-Kurator.

Die anlässlich der Ausstellung entstandenen Werke sind so vielfältig wie die KünstlerInnen, die sie realisiert haben. Ihre Video-Arbeiten erscheinen in dieser schmutzigen, verrußten und nach Motoröl riechenden Umgebung ganz anders, oft authentischer als im "white-Cube" einer Galerie oder eines Museums. Das Gefühl für die historische Dimension der Videokunst bzw. des elektronischen Bewegtbildes wird dem Betrachter hier bewusst gemacht, man kann sich dem nicht entziehen. Auch die KünstlerInnen möchten diese Erfahrungen nicht missen, denn sie wurden nachhaltig zu neuen Arbeiten inspiriert, da auch die Reaktionen des Publikums auf ihre Arbeiten viel differenzierter ausfielen als im üblichen Ausstellungsbetrieb.

In einer Zeit, in der elektronische Bewegtbilder auf Smartphones, Laptops, Flatscreens und Großleinwänden überall und jederzeit präsent und dadurch selbstverständlich geworden sind, lohnt es, sich ein Zitat von Werner Meyer-Eppler aus den 1950er Jahren zu vergegenwärtigen: "Die Veränderungen der Wahrnehmung sind gewaltig. Nur wenige haben sie bemerkt bisher, aber alle nehmen Teil an ihnen".

Die beteiligten KünstlerInnen sind:

Dagmar Dölitzsch, Johannes Evers, Ulrich Fips Fischer, Ben Goossens, Reinhard Gupfinger, Manuel Heyer und Alex Nüsslein, KingKongKunstkabinett, Bruno Kuhlmann, Christian Leitna, Maria und Neda Ploskow, Tilman Rothermel, Rose Stach, Andreas Stetka, Julia Lia Walter.


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