ARD-alpha - Konrad Duden

Konrad Duden

Der deutschen Sprache auf der Spur Konrad Duden

Stand: 08.07.2016

Konrad Duden - Dudenausgabe | Bild: picture-alliance/dpa

Kaum jemand in Deutschland kennt ihn nicht - den "Duden". Doch wer ist der Mann, dessen Namen das Nachschlagewerk auch heute noch trägt? Wer kennt Konrad Alexander Friedrich Duden? Die vierteilige Reihe möchte den "Vater der einheitlichen deutschen Rechtschreibung", der vor 100 Jahren starb, vorstellen und sein Leben und Werk würdigen.

Konrad Duden beschäftigte sich seit Beginn seiner Karriere mit Fragen der deutschen Sprache. Dabei war er kein Gelehrter am Schreibtisch, sondern im Schuldienst aktiv, engagierte sich für seine Schüler und deren bestmögliche Ausbildung.

Dudens Leben und seine Karriere als Pädagoge und Orthographie-Fachmann bildet den roten Faden, der auch in die Entwicklungsgeschichte der deutschen Sprache und in eine spannende Epoche der deutschen Geschichte führt, als sich aus vielen Einzelstaaten ein Deutsches Reich bildete.

Die Folgen im Überblick

1. Folge: Ursprung

Als Konrad Duden als Lehrer in den Staatsdienst eintritt, ist die nationale Frage nach wie vor nicht geklärt - und damit auch nicht die der deutschen Sprache. Zahlreiche deutsche Dialekte und ebenso viele Schreibweisen: Welches Deutsch ist das richtige?

2. Folge: Durchbruch

Bei seiner Arbeit als Pädagoge ist Duden unmittelbar mit den Problemen der deutschen Sprache konfrontiert, die aus der Kleinstaaterei und der regional unterschiedlichen Entwicklung resultieren. Die einheitliche Rechtschreibung wird zu seiner Herzensangelegenheit.

3. Folge: Werk

Nach der Reichsgründung 1870 gibt es endlich einen deutschen Nationalstaat, eine einheitliche deutsche Rechtschreibung dagegen nicht. Vor allem für Schüler ist dieser Zustand schwierig. Deshalb erlässt Konrad Duden für seine Schule eine verbindliche Schulorthographie.

4. Folge: Vermächtnis

Auch nach Konrad Dudens Tod 1911 wird die Debatte um die deutsche Rechtschreibung fortgeführt. Während der deutschen Teilung gibt es sogar zwei verschiedene, unabhängige Duden. Nach der Wiedervereinigung folgt 1996 die bislang letzte Rechtschreibreform.

Reichsgründung 1871 – das ist ein Datum in den Geschichtsbüchern. Dahinter steckt aber auch, dass aus vielen verschiedenen Regeln, Gesetzen und Gewohnheiten verbindliche, einheitliche Normen geschaffen werden mussten.

Die Vereinheitlichung der Rechtschreibung, an der Konrad Duden maßgeblich beteiligt war, ist für diese Entwicklung, aber auch für die Schwierigkeiten eines solchen Unterfangens ein exemplarisches Beispiel.

Bis heute ist der "Duden" das Standardwerk in Sachen Orthographie und seit diesem Jahr ist er erstmals auch, für jeden zugänglich, komplett im Internet nutzbar. Konrad Dudens Vermächtnis hat es ins digitale Zeitalter geschafft!