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Werkzeugmechaniker/-in Dieses Werkzeug ist der Hammer

Normalerweise denkt man bei Werkzeug automatisch an Hammer, Feile, Zange und Schraubendreher. Die Werkzeuge allerdings, die ein Werkzeugmechaniker zusammenbaut, wartet oder repariert, sehen ganz anders aus. Sie sind sehr komplex, wiegen teilweise mehrere Tonnen und dienen der Serienfertigung von Kunststoff-, Blech- oder Medizinteilen.

Stand: 21.07.2016

Robin Ambos erlernt den Beruf bei der Firma Martin Metall im oberfränkischen Ebersdorf bei Coburg. Der Betrieb ist ein Automobilzulieferer für mehrere große deutsche Autohersteller. Gerade geht der 19-Jährige seiner Kollegin, Facharbeiterin Franziska Engel, zur Hand. Die beiden warten ein Werkzeug. Nachdem sie alles demontiert und überprüft haben, setzen sie die Teile nun wieder zusammen. Franziska hat nach dreieinhalbjähriger Ausbildung in Betrieb und Berufsschule gerade die Prüfung bestanden und darf sich nun Facharbeiterin nennen. Zwar ist der Beruf männerdominiert, Franziska aber hatte nie Probleme.

"Ich muss sagen: Eigentlich konnte ich mich ganz gut durchsetzen. Ich verstehe mich mit jedem und das war ganz cool. Jeder hat mich respektiert, obwohl ich das einzige Mädchen hier war. Ja, war ganz cool!"

Franziska Engel, Facharbeiterin

Erodieren statt feilen

Franziska muss auch computergesteuerte Maschinen programmieren und bedienen. Solche CNC-Maschinen übernehmen heute zum Beispiel das Feilen, für das früher viel Hand angelegt werden musste. D.h., sie feilen nicht mehr, sondern erodieren. Dabei senkt sich das zu bearbeitende Stahlteil in Wasser. Ein feiner Draht, unter Strom gesetzt, schmilzt dann das Teil punktförmig auf und verdampft das überflüssige Material.

"Das ist ganz interessant: Die Werkzeuge, die wir selber herstellen, zu sehen, wie sie in den Maschinen laufen, die Teile produzieren und dann später in den Autos verbaut werden. Das ist mein Interesse und das Spezielle an dem Beruf des Werkzeugmechanikers."

René Weiß, Leiter Werkzeugbau

2.000 Teile pro Stunde

In der großen Fertigungshalle stehen die sogenannten Coils. Riesenrollen aus Stahl, mehrere Tonnen schwer. Der aufgewickelte Stahl ist das Ausgangsmaterial, aus dem die Werkzeugmaschinen dann ein Produkt machen. Wie von einer gigantischen Lakritzschnecke wird das Stahlband von so einem Coil abgewickelt und in die Presse gezogen. Dort formt das Werkzeug daraus Karosserieteile. In diesem Fall jede Stunde über 2.000 Einsatzwinkel zur Stabilisierung einer Karosserie.

Bezahlung oft über Tarif

Die Ausbildungsvergütung für Werkzeugmechaniker ist überdurchschnittlich gut. Später im Beruf sind die Betriebe an Tarifverträge gebunden. Manche zahlen auch übertarifliche Gehälter. Die Berufsaussichten in den Metallberufen sind gut. Der Werkzeugmechaniker zählt zudem zu den Allroundern. Er kann zerspanen, drehen, fräsen und CNC-Maschinen bedienen. Einen Job zu finden, dürfte also kein Problem sein.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Werkzeugmechaniker/-in
  • Ausbildungsdauer: Dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK durchgeführt.
  • Ausbildungsorte: Betriebe und Berufsschule.
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein Hauptschulabschluss wird allerdings in der Regel mindestens vorausgesetzt. Zwei Drittel der Azubis haben die mittlere Reife, manche auch Abitur.
  • Eignung: Werkzeugmechaniker/-innen haben technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick. Sie sollten geschickt im Umgang mit Werkzeug, Maschinen und Geräten sein und verantwortungsvoll handeln. Teamgeist ist Grundvoraussetzung.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung gibt es die Möglichkeit, den Industriemeister zu machen oder sich zum Techniker weiterzubilden. Mit einer entsprechenden Vorbildung ist auch ein Studium möglich, z.B. Maschinenbau.
  • Alternativen: Fertigungsmechaniker/-in; Industriemechaniker/-in; Karosserie- und Fahrzeugmechaniker/-in; Zweiradmechaniker/-in

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Die Werkzeuge, mit denen z. B. Karosserieteile für Autos hergestellt werden, müssen äußerst präzise arbeiten. Es geht dabei wirklich um Hundertstel von Millimetern. Der Werkzeugmechaniker stellt z.B. die CNC-Maschine ein, überprüft das Werkzeug und misst das Produkt nach.

Team

Es gibt immer wieder Arbeiten, die zu zweit erledigt werden müssen. Wenn z.B. ein tonnenschweres Werkzeug mit einem Kran in seine Position manövriert wird, assistiert der eine dem anderen beim Navigieren. Auch sonst ist Teamgeist gefragt.


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