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Verfahrensmechaniker/-in Steine/Erdenindustrie Bau dir deine Zukunft!

Ob im Straßenbau, für Industriehallen oder Wohngebäude: Die Baustoffe Beton und Zement sind aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Fachleute für diese Werkstoffe sind die Verfahrensmechaniker und –mechanikerinnen in der Steine- und Erdenindustrie.

Stand: 02.01.2017

Anlagen steuern, Bauteile überprüfen, Qualität sichern: In dieser Berufsausbildung arbeiten die Azubis viel als "Controller". Der 21-jährige Michael Thiermeyer macht seine Ausbildung in den Rohrdorfer Betonwerken in Dollnstein im Altmühltal, einer mittelständischen Firma mit 45 Beschäftigten. Arbeitszeit täglich von 7 Uhr bis 16 Uhr. Die Firma stellt Deckenplatten für Baustellen her, auch "Elementdecken" genannt -  rund 2.000 Quadratmeter am Tag! Da muss jedes einzelne Maß stimmen.

"Ich muss darauf achten, dass der Betonverteiler den Beton gleichmäßig verteilt, dass die Gitterträger an der richtigen Position sind, dass die Positionsschilder angebracht sind, und dass der Beton überall die gleiche Stärke hat."

Michael Thiermeyer (21), 3. Ausbildungsjahr

Michael überwacht im dritten Lehrjahr schon die Zusammensetzung des Betons und die Belastbarkeit des Baustahls. Er steuert Produktionsanlagen und kontrolliert die Beschriftungen der Bauteile. Von Dollnstein aus bringen vollbeladene LKW dann die gestapelten Deckenplatten zu den Einsatzorten. Nach Abschluss der Ausbildung kann Michael Schichtleiter werden und eines Tages vielleicht sogar Betriebsleiter. Er weiß: Seinem Fachbereich "Vorgefertigte Betonelemente" gehört die Zukunft. Die vollautomatische Vorfertigung von Bauteilen spart Zeit und Kosten.

Achtung Sprengung!

Im schwäbischen Harburg sind Dominik Konle und Fabian Faußner ebenfalls im dritten Ausbildungsjahr. Ihr Fachbereich nennt sich "Baustoffe". Die beiden Azubis lernen im Zement- und Kalkwerk der Märker-Gruppe, einer Baufirma mit mehr als 600 Beschäftigten. Eine Ausbildung mit vielen Facetten: Die angehenden Verfahrensmechaniker sind mit dabei, wenn Kalkstein im Steinbruch gesprengt wird.

Zerkleinerung im Brecher

Fabian am Schaltpult

Anschließend steuern sie die Zerkleinerung des Materials. Im sogenannten "Brecher" kontrollieren sie die Zerteilung des Gesteins, so dass die Brocken schließlich zu Zement vermahlen werden können. In der Lehrwerkstatt lernen Dominik und Fabian auch die Instandhaltung von Maschinen und Werkzeugen: Hier geht's um akkurates Messen, um Biegen und Schweißen. Die beiden Azubis helfen auch beim versandfertigen Verladen der Zementsäcke. Sie arbeiten in Werkhallen, Prüflaboren und auf Leitständen. In den Produktionshallen ist es laut, dazu oft auch staubig und schmutzig.

"Bei der Steuerung am „Brecher“: da könnte entweder ein elektrisches Problem entstehen, dass die Anlage nicht schaltet. Oder es könnte ein zu großer Brocken die Anlage verstopfen. Oder es könnte ein mechanisches Problem kommen, dann würde die Anlage auch nicht anlaufen."

Fabian Faußner (17), 3. Ausbildungsjahr

Nur vier Berufsschulen

Berufsschüler messen und wiegen

Nur ganz vereinzelt heuern junge Frauen in diesem Beruf an. Bundesweit bieten lediglich vier Berufsschulen die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie an. Die Lehrlinge aus dem süddeutschen Raum (aus Bayern, Baden-Württemberg, aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland) besuchen im Blockunterricht die Staatliche Berufsschule in Wiesau in der Oberpfalz. Verfahrensmechaniker: Eine Ausbildung mit guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

"Zur Eignung: Der Auszubildende müsste ein handwerkliches Geschick haben, gute mathematische Grundkenntnisse - und Flexibilität und Einsatzbereitschaft."

Josef Graf, Ausbilder

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Verfahrensmechaniker/-in der Steine- und Erdenindustrie
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsorte: in Firmen und in der Berufsschule
  • Abschlussprüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Zugang: kein bestimmter Schulabschluss gefordert
  • Eignung: Mathegrundkenntnisse, handwerkliches Geschick, selbstständiges Arbeiten
  • Perspektiven: Aufstieg in der Firma zum Schichtleiter oder Betriebsleiter, Studium.

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Verfahrensmechaniker und Verfahrensmechanikerinnen in der Steine- und Erdenindustrie arbeiten viel in der Qualitätssicherung. Als "Controller" überwachen sie die Beschaffenheit von Beton und prüfen die Festigkeit einzelner Bestandteile von  vorgefertigten Betonelementen. Im Fachbereich Baustoffe kontrollieren und steuern sie beispielsweise die Materialzerkleinerung.

Arbeitskleidung

Schmutz und Staub gehören in diesem Beruf zum Alltag. Die Arbeitskleidung schützt die Beschäftigten, genauso wie die Schutzhelme oder der Gehörschutz, der in lauten Produktionshallen vorgeschrieben ist.

Wetter

Verfahrensmechaniker arbeiten drinnen wie draußen, bei Wind und Wetter.


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