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Thermometermacher/-in Der Dreh mit dem Glas

Thermometermacher stellen aus Glasrohlingen spezielle Messinstrumente her. Die werden in der Industrie, in der Medizintechnik und in der Wissenschaft eingesetzt, um Temperaturen exakt festzustellen. Thermometermacher haben den Dreh über der Flamme raus.

Stand: 14.09.2015

Matthias beginnt seinen Arbeitstag: Der Auftrag des Kunden und die Glasrohlinge liegen vor ihm, die Flamme lodert. Der 24jährige macht die Ausbildung zum Thermometermacher bei der Firma Schneider in Wertheim in Baden-Württemberg. Das Glas schmelzen, in eine andere Form bringen und dabei immer drehen - das sind  typische Handgriffe. Matthias muss sehr konzentriert und präzise arbeiten. Er findet seine Arbeit…

"…cool. Mal was ganz anderes. Ist auch was, was nicht jeder kann. Man muss ja auch den ganzen Tag an der Flamme sitzen können. Macht einfach Spaß."

Matthias

Matthias hat sich für die Fachrichtung "Thermometerblasen" entschieden. Es braucht viel Übung, um mit dem weichen, heißen Glas zu hantieren.

"Es ist zu vergleichen mit Honig. Wenn das Glas weich ist und man dreht es nicht, dann läuft es einfach nur nach unten. Das muss man vom Kopf in die Hand bekommen, dass man es drehen muss."

Fabian Köpplinger, Ausbilder

Die Füllung

Wenn die Glashüllen fertig sind, werden sie gefüllt. Womit, hängt vom gewünschten Messbereich ab. Häufig kommt gefärbter Alkohol zum Einsatz. Aber auch giftiges Quecksilber wird teilweise noch verwendet. Die Apparatur dafür bedienen nur extra dafür geschulte Arbeiter.

Jetzt ist die Skala dran

Kevin hat die Ausbildung zum Thermometermacher im Bereich "Justieren" abgeschlossen. Bei der Firma Amarell im fränkischen Kreuzwertheim bereitet er seinen Arbeitsplatz  sorgfältig vor. Schritt für Schritt. Wenn die Maschine mal läuft, muss alles stimmen. Kevin sorgt dafür, dass die Skala auf die Thermometer kommt. Besser gesagt: auf eine dünne Wachsschicht, die die Glasinstrumente umgibt. Die wachsüberzogenen Thermometer kommen anschließend ins Säurebad. Dort wird die Gravur eingeätzt, die Skala ist nun auf dem Thermometer ablesbar.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Thermometermacher/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung, die in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb stattfindet.
  • Prüfung: Die Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung.
  • Ausbildungsorte: Der theoretische Unterricht wird an Berufsschulen erteilt. Der praktische Teil erfolgt in den Ausbildungsbetrieben.
  • Zugang: Nach dem Berufsbildungsgesetz ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, gute Mathekenntnisse, Fingerfertigkeit, Sorgfalt, Präzision
  • Perspektiven: Meister/-in, Studium, Selbstständigkeit
  • Alternativen: Glasapparatebauer/-in, Glasmacher/-in, Verfahrensmechaniker/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Handwerkliches Geschick

Thermometermacher/-in schmelzen die Glasrohlinge in der Flamme und dann heißt es: drehen, drehen, drehen - sonst tropft das flüssige Glas einfach auf die Werkbank. Für den Beruf ist Geschick erforderlich.

Gefahr

Thermometer werden auch heute noch teilweise mit giftigem Quecksilber gefüllt. Da heißt es konzentriert arbeiten, sonst drohen Gefahren für die Gesundheit.

Genauigkeit

Sowohl das Thermometerblasen, als auch das Justieren erfordern genaues Arbeiten.


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