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Technischer Systemplaner/-in Alles nach Plan

Brücken, Tore, Fenster und Fassaden – über all, wo Metall und Stahl verbaut werden, kommen sie zum Einsatz: Technische Systemplaner der Fachrichtung Metall- und Stahlbau zeichnen die Welt und ihre Bauwerke im kleinen Maßstab. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung, die Genauigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und mathematische Fähigkeiten erfordert.

Stand: 03.12.2015

Alexander Hutzler bringt all diese Fähigkeiten mit. Er hat mit dem Technischen Systemplaner seinen Traumjob gefunden.

"Dieses räumliche Vorstellen, das lag mir schon immer, Mathe auch. Das war eines der Fächer, die ich in der Schule immer mochte und hier kommt das halt alles zusammen. Und das ist etwas, das mir gefällt."

Alexander Hutzler (19), 3. Lehrjahr

Lage der richtigen Koordinatenpunkte

Alexander arbeitet im 3. Lehrjahr bei der Firma Kraftanlagen München in der Niederlassung Burghausen. Als Dienstleister für Industrie und Energiewirtschaft setzt das Unternehmen in ganz Europa moderne Verfahren und Technologien im Anlagen- und Rohrleitungsbau ein. Alexander zeichnet am Computer zum Beispiel Pläne für Bühnen, Treppen, Geländer und Aufstiegspodeste. Die 3D-Zeichensoftware hat in ihrer Bibliothek Standardelemente wie Stahlprofile oder Rohre zur Auswahl. Alexander muss das passende Stahlprofilauswählen, die Lage der richtigen Koordinatenpunkte bestimmen und die einzelnen Elemente sinnvoll zusammenfügen. In seinen Plan zeichnet er auch Verbindungselemente wie z.B. Schrauben und die dazugehörigen Bohrlöcher ein, mit denen die einzelnen Teile befestigt werden. Schon in der Planung gibt es einiges zu beachten, damit am Ende auf der Baustelle alles passt.

"Zum Beispiel bei der Länge der Schrauben. Wenn's zu kurz ist, dann hält es nicht, denn es muss immer hinter der Mutter noch ein kleiner Überstand bleiben, sonst kann die Schraube nicht so viel Kraft aufnehmen. Und es geht auch um die Position. Wenn ich das Loch zu klein plane, dann würde die Schraube bei  der Montage nicht durchpassen. Das würde dann auf der Baustelle Verzögerung verursachen. Man muss deshalb schon sehr genau arbeiten, damit bei der Fertigung und bei der Montage alles glatt läuft."

Alexander Hutzler (19), 3. Lehrjahr

Alle Stationen der Fertigung

Neben dem eigentlichen Plan erstellt Alexander auch Material- und Stücklisten für die Fertigung und die Montage. Während der Ausbildung im Betrieb lernt Alexander auch alle Stationen der Fertigung kennen. Schließlich wird hier produziert, was er im Büro geplant hat. Die Leisten für das Geländer zum Beispiel werden auf die Länge gesägt, die Alexander dafür vorgegeben hat. Und landen die Löcher der Schrauben an der falschen Stelle, trägt er dafür die Verantwortung! Die Mitarbeit in der Werkstatt schult nicht nur Alexanders räumliches Vorstellungsvermögen und die Genauigkeit beim Planen. Sie stärkt auch die Zusammenarbeit mit Werkstattmeistern und Monteuren.

"Also, das ist ein sehr gutes Gefühl, wenn's dann wirklich passt. Und das macht einen auch wirklich stolz, wenn du das selbst zusammenbauen kannst und wenn alles zusammenpasst und es dann keine großen Probleme gibt und keine Komplikationen, dann ist das ein super Gefühl."

Alexander Hutzler (19), 3. Lehrjahr

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Technische/r Systemplaner/-in, Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik
  • Ausbildungsdauer: Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Industrie.
  • Ausbildungsorte: Die Ausbildung erfolgt in Betrieb und Berufsschule und teilweise an weiteren überbetrieblichen Ausbildungsstätten.
  • Prüfung: Bei der Industrie- und Handelskammer
  • Zugang: Es ist rechtlich keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
  • Eignung: Technisches und mathematisches Verständnis, Interesse an Computerarbeit
  • Ausbildungsvergütung: Nach Lehrjahren gestaffelt liegt die Ausbildungsvergütung monatlich zwischen rund 900.- und fast 1100.- Euro. Das ist überdurchschnittlich gut.
  • Perspektiven: Der Bedarf an diesem Beruf scheint groß. Seit der Neuordnung im Jahr 2011 - damals wurde der Vorgängerberuf "Technischer Zeichner" überarbeitet und in "Technischer Systemplaner" umbenannt - sind die Ausbildungszahlen gestiegen. Ausgebildet wird in 3 verschiedenen Fachrichtungen: Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Stahl- und Metallbautechnik sowie Elektrotechnik. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist nach der Ausbildung ein Studium denkbar. Man kann sich auch gleich für ein duales Studium bewerben.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Räumliches Vorstellungsvermögen

Dreidimensionale Zeichenprogramme erleichtern das Planen eines Bauwerks am Computer. Dennoch ist räumliches Vorstellungsvermögen in diesem Job sehr wichtig.

Genauigkeit

Vom Maßstab bis zum Winkel: Die Zeichnung im Plan muss genau beschriftet werden. Außerdem erstellt der Technische Systemplaner Stücklisten sämtlicher benötigter Materialien für Fertigung und Montage.

Teamfähigkeit

Ob im Gespräch mit Ingenieuren, Projektleitern, Monteuren auf der Baustelle oder dem Kunden, der den Auftrag gegeben hat: Technische Systemplaner müssen teamfähig sein und auf andere Menschen eingehen können.


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