ARD-alpha - Ich mach's!


2

Stoffprüfer/-in Chemie Messen, rechnen, prüfen

Stoffprüfer Chemie arbeiten in Unternehmen der Keramik-, Glas- und der chemischen Industrie. Sie prüfen Rohstoffe und Fertigprodukte auf ihre Eigenschaften und Qualität. Sie holen Proben in der Produktion, verbringen aber die meiste Zeit im Labor.

Stand: 09.07.2014

Johannes Branczyk lernt im ersten Jahr bei der Firma Sili in Warmensteinach. Sili stellt unter anderem Glas- und Keramikkugeln her, mit denen Stoffe vermahlen werden. Als erstes muss er sicherstellen, dass die Probe, die er genommen hat auch richtige Werte bei den Messungen liefert. Er füllt sie in einen so genannten Probenteiler. Der dreht sich schnell und verteilt die winzigen Glaskugeln aus der Produktion zufällig auf einzelne Probengläschen.

Im Labor arbeiten Chemielaboranten, Ingenieure und Stoffprüfer eng zusammen. In der Berufsschule sitzen die Chemielaboranten und die Stoffprüfer Chemie in derselben Klasse.

Auf ein zehntausendstel Gramm genau

Johannes füllt die Proben in den Camsizer. Das Gerät bestimmt mit Licht und Kameras die Korngröße und die Rundheit der Kugeln. Das ist wichtig, weil es in den Mahlwerken später darauf ankommt, die Kugeln vom Mahlgut getrennt zu halten. Das funktioniert nur, wenn Kugeln und Mahlgut unterschiedlich groß sind. Nächster Test. Es geht um die Dichte von Keramikkugeln. Johannes füllt ein Messgefäß mit Ethanol und wiegt alles. Jetzt kommt es auf jede Kleinigkeit an. Die Waage wird vor Luftzug geschützt, sie misst auf ein zehntausendstel Gramm genau. Anhand der Dichte kann er feststellen, ob in den winzigen Keramikkügelchen Luft eingeschlossen ist und ob sie vielleicht nicht stabil genug sind.

Interesse für Werkstoffe und chemische Produkte

Danach werden die Kugeln in einer speziellen Masse verklebt und bis zur Mitte abgeschliffen. Unter dem Mikroskop kann Johannes nun erkennen, wie die Struktur der Kugeln aussieht. Mit Entwicklungsleiter Dr. Achim Müller bespricht er seine Messergebnisse und macht Vorschläge, wie der Produktionsprozess optimiert werden kann.

"Wir erwarten von den Azubis zum einen, dass sie sehr genau arbeiten können, dass sie sich auch für neue Produkte und Innovationen interessieren. Und von den schulischen Kenntnissen: gute Mathematik-, Chemie- und Physikkenntnisse und Interesse für Werkstoffe und chemische Produkte."

Achim Müller, Entwicklungsleiter

Stoffprüfer Chemie verdienen in vielen Bereichen überdurchschnittlich. Ein interessanter und abwechslungsreicher Beruf für alle, die Interesse an Naturwissenschaften haben und exakt und zuverlässig arbeiten können.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Stoffprüfer/-in (Chemie)
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung in Industriebetrieben und in der Berufsschule, meist in Blockform
  • Prüfung: Praktisch und schriftlich
  • Ausbildungsorte: Labore der Glas- und Keramikindustrie und Berufsschule
  • Zugang: Für die Ausbildung ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben, die meisten bringen aber den mittleren Bildungsabschluss mit, einige auch Abitur.
  • Eignung: Stoffprüfer Chemie sollten sich in naturwissenschaftlichen Fächern wohl fühlen. Chemie, Physik und Mathematik sind wichtig.
  • Perspektiven: Stoffprüfer Chemie können eine Weiterbildung zum Techniker absolvieren. Weil viele Azubis Abitur mitbringen, stehen auch verschiedene Studiengänge offen.
  • Alternativen: Chemie-, Physik-, Lack- oder Biologielaborant

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Stoffprüfer Chemie arbeiten mit staubigen Werkstoffen und manchmal auch mit Gefahrstoffen. Sie lernen damit umzugehen.

Mathematik

Stoffprüfer Chemie erheben Daten und müssen aus ihren Messwerten häufig über Formeln Qualitätsmerkmale von Stoffen ausrechnen. Dafür sind gute Mathematikkenntnisse notwendig.

Genauigkeit

Stoffprüfer Chemie müssen sehr genau arbeiten. Oft messen sie auf den tausendstel Millimeter oder sogar auf das zehntausendstel Gramm genau. Schon kleinste Messfehler können die Prüfergebnisse verfälschen.


2