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Staudengärtner/-in Arbeiten im Blütenmeer

Staudengärtner arbeiten viel im Freien. Sie sollten gern und sorgfältig mit Pflanzen umgehen. Hauptsächlich kümmern sie sich um die Vermehrung von Stauden durch Stecklinge, Saatgut oder Wurzelschnittlinge.

Stand: 30.01.2015

Stauden sind mehrjährige, winterharte Pflanzen, die nicht verholzen. Da gibt es mehr als 2.000 verschiedene Sorten. Eine Pfingstrose heißt in der Staudengärtnerei "Päonie", und ein Rittersporn wird "Delphinium" genannt. Natürlich lernen die Auszubildenden erstmal das Grundsortiment der rund 50 gängigsten Stauden mit ihren botanischen Namen, und stocken dann nach und nach auf. Wer diesen Beruf ergreifen will, sollte keine Angst vor schwarzen Fingernägeln haben. Denn beim Eintopfen der Ableger hinterlässt das Erdgemisch dunkle Spuren an den Fingern. Staudengärtner arbeiten oft gebückt oder auf Knien. Sie sollten deshalb körperlich fit sein. Auch bei Regen und Kälte haben sie draußen zu tun. In den Gewächshäusern sind sie geschützt vor Wind und Nässe. Unter den UV-beständigen Folien dort kann es aber im Sommer schon mal an die 40 Grad heiß werden. Der Job eignet sich für junge Frauen genauso wie für junge Männer, denn schwer heben müssen die Staudengärtner kaum - für größere Transporte nutzen sie meist Rollwagen.

Im Fließband an der Topfmaschine

In der Staudengärtnerei Augustin im oberfränkischen Effeltrich zeigt der Geselle Manuel Zidar dem 18-jährigen Auszubildenden Georg Ell, wie er Wasserpflanzen ausputzt. Alle braunen Stellen, verwelkten Blätter und abgeblühten Stiele muss er herausschneiden. Und in der Freianlage immer wieder Unkraut jäten. Die beiden müssen riesige Flächen sauber halten. Am liebsten arbeiten die beiden an der Topfmaschine, da geht flott was voran. Am Fließband in Serie Echinacea in die Töpfchen pflanzen, Manuels Lieblingspflanze.

"Ich finde in diesem Job vor allem das Schöne, dass man den Pflanzen beim Wachsen zugucken kann, sie beobachten kann über die Saison hin, wie sie quasi von der Jungpflanze bis zur Blütenpracht werden."

Manuel Zidar, Geselle

Frühjahr und Herbst sind Hauptsaison

In der Staudengärtnerei Ehrhardt im mittelfränkischen Weisendorf lernen Lena Pälloth und Raphael Ehrhardt. An die ungewöhnlichen Arbeitszeiten müssen sich  die beiden erst noch gewöhnen: Hauptsaison sind Frühjahr und Herbst - mit vielen Überstunden. Die werden in den Wintermonaten wieder abgebaut. Lena und Raphael helfen in ihrem Betrieb auch viel beim Kommissionieren mit, das heißt Bestellungen fertigmachen. Für den Kunden muss jedes Töpfchen gleichmäßig mit Erde gefüllt sein, und jede Staude schön gewachsen.

"Im Winter wird hier nicht gearbeitet, im Schnee kann man ja nichts mit den Pflanzen machen. Im Frühjahr und im Herbst ist es während der Saison oft dann so, dass man mal sechs Tage die Woche arbeitet, auch bis spät in die Nacht."

Raphael Ehrhardt (20), 1. Ausbildungsjahr

Vielseitiger Beruf

Stauden durch Teilung vermehren, Pflanzen bewässern, zurückschneiden, neu ansäen und etikettieren: ein vielseitiger Beruf. Staudengärtner machen ihre dreijährige Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule. Der Berufsverband meldet rund 200 Betriebe in Deutschland, meist kleine und mittelgroße Firmen, von denen aber nur ein Bruchteil selbst ausbildet. Ausgelernte Staudengärtner-Gesellen haben derzeit sehr gute Chancen unterzukommen. Sie können aber auch den Meister oder den Techniker draufsetzen. Oder Gartenbauwissenschaften studieren, z.B. an der Universität in Weihenstephan.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Gärtner/-in Staudengärtnerei
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Zugang: kein bestimmter Schulabschluss erforderlich
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule)
  • Eignung: körperlich belastbar sein und gern in der Natur arbeiten
  • Perspektiven: Meister- oder Technikerausbildung, Studium Gartenbau

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Wetter

Staudengärtner arbeiten im Gewächshaus und viel im Freien. Sie sind also auch bei Wind und Wetter draußen, bei Regen und Kälte.

Arbeitszeit

Der Job ist saisonabhängig. Stoßzeiten sind im Frühjahr und im Herbst, da fallen viele Überstunden an. Die werden dann in den Wintermonaten abgebaut. Staudengärtner-Azubis arbeiten von Montag bis Freitag ganztags, und müssen auch schon mal an Samstagen ran, wenn es viel zu tun gibt.

Genauigkeit

Staudengärtner vermehren ihre Pflanzen durch exakt zugeschnittene Schnittlinge. So muss bei jedem Wurzelschnittling  ein austriebsfähiges Auge vorhanden sein.  Neu eingetopfte Samen und Triebe müssen jeweils gleich beschriftet werden, mit genauem Etikett.


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