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Sozialassistent/-in Im Mittelpunkt steht der Mensch

Die Ausbildung der Sozialassistenten in Berufsfachschulen und in Praktika ist eine der ersten Stufen zu einem Beruf im sozialen Bereich. Während dieser Zeit können sie ihre Vorstellungen von der oft anspruchsvollen "Arbeit mit Menschen" überprüfen.

Stand: 21.09.2015

Christin hilft Damon beim Händewaschen und Zähneputzen. Das kann dauern, denn Damon leidet am Down-Syndrom. Er besucht eine Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Hier macht Christin ihr Praktikum. Vieles hat sie schon gelernt: Geduld haben, ruhig bleiben und ernsthaft auf die Kinder eingehen.

Azubi Christin bei der Arbeit

Nach ihrer Ausbildung zur Sozialassistentin will Christin noch weitermachen. Sie überlegt, Erzieherin zu werden oder Heilpädagogik zu studieren. Als Realschulabsolventin kann sie während der Ausbildung auch ihr Fachabitur ablegen.

"Mein Wunsch ist es, später mit Jugendlichen oder behinderten Kindern zusammenzuarbeiten. Bei Jugendlichen zum Beispiel solche, die auf die schiefe Bahn geraten sind (…) etwa so wie ein Streetworker."

Christin Kaufhold (18), 2. Ausbildungsjahr

Azubi Sebastian mit seinen Kids

Auch Sebastian hat schon ein klares Berufsziel vor Augen: er will Erlebnispädagoge werden. Vorher wird er die Ausbildung zum Sozialassistenten abschließen und danach noch drei Jahre bis zum Erzieher dranhängen. Im Praktikum unterstützt er die Erzieherinnen. Er hilft den Kindern beim Malen, liest eine Geschichte vor und schlichtet, wenn es Streit gibt. Aber seine Pläne gehen noch weiter.

"Jedes zehnte Kind ist übergewichtig. Das bringt nur Krankheiten und Einschränkung im Leben. Deswegen versuche ich, schon im Kleinkindalter durch gesunde Ernährung und viel Sport zu erreichen, dass es erst gar nicht dazu kommt."

Sebastian Fritsch (18), 2. Ausbildungsjahr

Azubi Robert unterstützt Senioren

In der Berufsfachschule haben die künftigen Sozialassistenten Vollzeitunterricht. Neben der Theorie gibt es viele praktische Einheiten. Sie kochen und backen, sie üben gestalterische und spielerische Aufgaben. Hauswirtschafts- und Ernährungslehre, Gesundheits- und Krankheitslehre vermitteln die Grundlagen für die Versorgung ihrer Schützlinge.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung:  Sozialassistent/-in
  • Ausbildungsdauer: Zwei Jahre
  • Ausbildungsform: Höhere Berufsfachschulen im Vollzeitunterricht mit Praktika
  • Ausbildungsorte: Höhere Berufsfachschulen von staatlichen, kirchlichen und privaten Trägern in Unterrichtsräumen und Schulungseinrichtungen wie zum Beispiel Lehrküchen. Praktikumsbetriebe wie Kindergärten, Altenheime und Behinderteneinrichtungen.
  • Zugang: Die Zugangsvoraussetzungen sind landesrechtlich geregelt und unterscheiden sich je nach Bundesland. Es wird die beendete Vollzeitschulpflicht, der Hauptschulabschluss oder der Realschulabschluss vorausgesetzt. Manche Bundesländer fordern auch Mindestdurchschnittsnoten in bestimmten Fächern wie zum Beispiel Deutsch, Mathematik und Kunsterziehung.
  • Eignung: Für die Arbeit in sozialen Berufen braucht man gute Nerven und viel Geduld. Kinderliebe und ein Herz für alte Menschen sind gute Voraussetzungen, reichen aber nicht aus. Für junge Schulabsolventen eignet sich die Ausbildung als Orientierungsphase; in den Praktika können sie ihre Belastbarkeit überprüfen. Bei der Arbeit in sozialen Einrichtungen tragen die Mitarbeiter viel Verantwortung. Organisationstalent und eine gewissenhafte Dokumentation der Tätigkeiten gehören zu den täglichen Aufgaben.
  • Perspektiven: Die Ausbildung zum/-r  Sozialassistenten/-in reicht vielen Arbeitgebern nicht aus, um die Absolventen der Berufsfachschulen einzustellen. Wie in anderen Helferberufen ist das Tätigkeitsfeld beschränkt, viele verantwortungsvolle Arbeiten dürfen Sozialassistenten nicht ausüben. Die Vergütung ist gering, so dass die meisten Schüler von vornherein davon ausgehen, im Anschluss noch eine weitere Ausbildung zu absolvieren. Als Erzieher oder Altenpfleger ist man dann jedoch gesucht auf dem Arbeitsmarkt und hat bundesweit und international ausgezeichnete Berufsperspektiven.
  • Weiterbildung: Erzieher/-in, Altenpfleger/-in, Heilerziehungspfleger/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kreativität

Malen, basteln und spielen ist in jedem Kindergarten selbstverständlich. Dabei sollen erzieherische und pädagogische Anforderungen erfüllt werden. Kreative Anregungen und Impulse bilden die Grundlagen für spielerisches Lernen und kurzweilige Beschäftigung in Alten- und Behindertenwohnheimen.

Team        

Die Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen müssen an einem Strang ziehen, nur so läuft der oft anstrengende und nervenaufreibende Alltagsbetrieb rund. Auch Lernerfolge und Förderergebnisse hängen vom guten Zusammenspiel des Betreuerteams ab. Bei der Arbeit mit Gruppen- und Klassenverbänden kann das Gemeinschaftsgefühl zur Motivation beitragen.          

Kommunikation

Bei der Arbeit in sozialen Bereichen geht es immer darum, mit Menschen zu reden und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Auch bei Konflikten müssen Sozialassistenten kompetent vermitteln und schlichten können. Ein grundlegendes Interesse an den betreuten Menschen ist dabei die Grundvoraussetzung.


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