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Podologe/-in Spezialist für Füße

Der Beruf des medizinischen Fußpflegers ist ein Gesundheitsfachberuf. Die Spezialisten nennen sich Podologe oder Podologin und arbeiten im Unterschied zur kosmetischen Fußpflege auch auf ärztliche Anordnung. Unter ärztlicher Aufsicht führen sie Behandlungsmaßnahmen am Fuß durch.

Stand: 12.09.2016

Dorothee Hartmann geht mit Skalpellen und scharf geschliffenen Zangen um wie ein Chirurg. Sie weiß, dass sie gefährliche Instrumente in ihrer Hand hält, aber sie ist geschickt, einfühlsam und vorsichtig. Und ihre umgängliche Art und ihr Witz beruhigen Patienten und Kunden, die mit Fußproblemen zu ihr kommen.

Dorothee Hartmann wollte immer schon Menschen helfen. Deshalb hat sie nach der mittleren Reife gleich die Ausbildung zur Krankenschwester gemacht. Aber dann verspürte sie den Wunsch nach mehr Selbstständigkeit. So hat die 22-Jährige jetzt an einer Fachschule des Deutschen Erwachsenen Bildungswerks die Ausbildung zur medizinischen Fußpflegerin begonnen - in der Hoffnung, später einmal die Praxis ihrer Mutter übernehmen zu können.

Gereinigt und steril

Es sind immer wieder die gleichen Abläufe, die Dorothee durchführen muss. Sie säubert äußerst sorgfältig den Behandlungsstuhl und legt ihr gereinigtes und steril gemachtes Werkzeug bereit: Skalpelle, Zangen, Fräsaufsätze. Dann kann der erste Patient auch schon kommen. "Viel üben und ausprobieren, dann beherrscht man die Methoden der Podologie sehr schnell" sagt sie.

Lotionen, Mundschutz und Handschutz

Mit Lotionen, Mundschutz und Handschutz bewahrt sie den Patienten vor einer Infektion und sich selber davor, mit Wunden in Berührung zu kommen und auch vor manchmal vorhandenen unangenehmen Gerüchen. Ihr erster Patient heute hat Diabetes. Dorothee darf den Mann auf keinen Fall verletzen. Ganz vorsichtig beginnt sie, ihm die Nägel zu schneiden. Danach fräst sie die Nagelkanten ab und setzt Tamponaden, um ein Einwachsen der Nägel zu verhindern.

Oft sind es nur vorbeugende Maßnahmen, die sie durchführt. Aber sie weiß auch wie man Spangen einsetzt und festzieht, um ein Einwachsen so genannter Rollnägel zu verhindern. Kinder leiden manchmal an Zehenfehlstellungen genau wie Frauen, die ein Leben lang hohe und spitze Schuhe getragen haben. Für diese Fälle fertigt Dorothee aus einer Silikonmasse Zehenspreizer an und passt sie genau dem Fuß der Patientin an.

Ein Beruf mit Zukunft

Dorothee hat keine Berührungsängste gegenüber Menschen jeden Alters. Und sie weiß: Angesichts unserer immer älter werdenden Gesellschaft ist ihr Beruf sicher ein Beruf mit Zukunft.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Podologe/Podologin
  • Ausbildungsdauer: 2 Jahre, in Teilzeit maximal 4 Jahre
  • Ausbildungsform: Theorie, aber auch Praxis an einer Fachschule. Praktische Erfahrung in Podologieeinrichtungen, in Krankenhäusern und Arztpraxen
  • Ausbildungsorte: Berufsfachschule, Krankenhaus und Podologie-Praxen
  • Zugang: mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
  • Prüfung: staatliche Prüfung vor Prüfungsausschuss an der Schule
  • Kosten: Schulgeld (an privaten Bildungseinrichtungen), Lehrgangsgebühren, Lernmittelkosten
  • Eignung: gut in Biologie, Physik und Chemie, handwerkliches Geschick, Einfühlungsvermögen für Menschen
  • Perspektiven: Podologen arbeiten in Privatpraxen oder Klinikbetrieben, machen sich nach der Ausbildung oft selbstständig
  • Weiterbildung: Spezialisierung auf die Behandlung von Patienten mit Diabetes, Blut- oder Rheumaerkrankungen

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Der Podologe muss bei seiner täglichen Arbeit mit scharf geschliffenen Werkezeugen wie Zangen und Skalpellen umgehen. Dabei darf er weder sich noch seine Kunden oder Patienten verletzen.

Kommunikation

Bevor die medizinischen Fußpfleger  eine Behandlung durchführen, suchen sie das Gespräch mit dem Patienten. Sie fragen nach Beschwerden und dem Grund des Praxisbesuches. Und sie erkundigen sich, ob einzelne Behandlungsschritte, aber auch die Sitzposition für den Patienten in Ordnung sind.

Genauigkeit

Podologen stellen regelmäßig so genannte Orthosen her. Dabei werden aus Silikonmasse Zehenabstandshalter gefertigt, die Zehenfehlstellungen korrigieren sollen und sehr gut passen müssen. Genaues Arbeiten ist dabei sehr wichtig.


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