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Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter Die "Manager" der Apotheken

Was kostet das Abführmittel? Wie viele Schmerztabletten sind auf Lager? Wer hat den Hustensaft bestellt? Mit diesen Fragen beschäftigen sich pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, kurz PKA. Sie kümmern sich um die Warenwirtschaft der Apotheken und sind für die kaufmännischen Abläufe zuständig.

Stand: 16.09.2016

Jeden Morgen bestückt Auszubildende Sarah Ehrlenbach den "Kommissionier-Automaten" in der Medicon Apotheke in Stein bei Nürnberg. Die neu gelieferten Arzneimittel verstaut der Roboter dann selbstständig in den Regalen des automatischen Lagers und speichert den Ablageort. Das erleichtert die Arbeit der Auszubildenden sehr: Die Lagerung von Medikamenten ist eine ihrer Hauptaufgaben. Gibt es kein automatisches Lager, wie der Alten Stadtapotheke in Greding, sortiert Auszubildende Ramona Pickl die Schachteln per Hand ein.

Medizinische Beratungen sind nicht erlaubt

Jeden Tag macht die 21-Jährige eine Tour und liefert Arzneimittel an Praxen und Altenheime aus. Dabei kommt sie direkt mit den Kunden in Kontakt und muss freundlich und pünktlich sein. Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte beantworten auch Fragen von Kunden am Telefon und nehmen Bestellungen auf. Dabei müssen sie darauf achten, dass sie ihre Kompetenzen nicht überschreiten: Auch am Telefon dürfen sie nicht beraten - das übernehmen wieder ihre Kollegen in der Apotheke: entweder die Apotheker selbst oder die pharmazeutisch-technischen Assistenten.

Azubi Sarah Ehrlenbach arbeitet meist im Büro und in den Lagerräumen der Apotheke. Sie muss auch dafür sorgen, dass die Regale im Verkaufsraum gut bestückt sind. Dabei unterscheidet sie das Sortiment in "Freiwahl" und "Sichtwahl". Der Begriff "Sichtwahl" bezeichnet die Medikamente, die in Regalen hinter den Kassen stehen. Das sind Arzneimittel, die ein Kunde ohne Rezept kaufen kann. Unter "Freiwahl" fallen Artikel wie Fieberthermometer, Tee oder Pflaster.

"Eine gute PKA sollte gut organisiert sein, weil es sehr viele unterschiedliche Aufgaben gibt. Natürlich eine ordentliche Warenwirtschaft. Das heißt, man darf nicht zu allzu viel haben, aber doch so viel, dass wir eine gute Lieferfähigkeit haben, sprich, dass der Kunde sofort alles bekommt, was er braucht, wenn er zu uns kommt. Das ist sehr wichtig."

Sandra Langer, Apothekerin

Viele PKA spezialisieren sich später

Sarah will sich nach der Ausbildung auf  Kosmetikberatung spezialisieren. Viele Apotheken bieten Produktserien für unterschiedliche Hauttypen an. Eine weitere Fortbildungsmöglichkeit: PKA Christine Scheuerpflug arbeitet als Venenfachberaterin in der "Fontana Apotheke" in Heilsbronn. Sie hat ihr Wissen zum Thema Gefäßerkrankungen vertieft. Die PKA kann dadurch nicht nur Kompressions - und Stützstrümpfe anmessen, sondern Patienten noch besser zum Thema beraten.

"Man muss am Telefon immer freundlich sein, egal wie stressig die Situation ist. Außerdem muss man kompetent sein, allerdings die Kompetenz natürlich nicht überschreiten und zugeben, wenn man mal was nicht weiß und dann dementsprechend jemanden verbinden."

Christine Scheuerpflug, PKA

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Prüfung: Apothekerkammer
  • Ausbildungsorte: Apotheken, Krankenhausapotheken, pharmazeutische Industrie
  • Zugang: mindestens qualifizierender Mittelschulabschluss
  • Eignung: Die Eignung des Bewerbers stellen die meisten Apotheken während eines Praktikums fest. Interessenten sollten genau arbeiten und zuverlässig sein. PKAs sind zuständig für Warenwirtschaft, Lagerung von Medikamenten und Marketingaktionen. Sie kommunizieren viel mit Kunden. Sie nehmen telefonisch Bestellungen entgegen und beraten zu Babypflege, Verbandmitteln und Kosmetik. Sie dürfen nicht über rezeptpflichtige Medikamente informieren.
  • Perspektiven: Zusätzlich zu den kaufmännischen Aufgaben spezialisieren sich viele PKAs auf Kosmetikberatung, das Anmessen von Kompressionsstrümpfen oder beliefern Ärzte und Altenheime mit Bestellungen.

Weiterbildung: Spezialisierung (z.B. Venenfachberater/in), pharmazeutisch-technische/r Assistent/in

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Die Apotheker müssen sich auf ihre pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten verlassen können. Sie sind dafür verantwortlich, dass das Lager immer gut bestückt ist. Sowohl bei Lieferterminen für Arzneimittel als auch beim Anmischen von Tee mit medizinischer Wirkung müssen sie genau arbeiten.

Kreativität

Viele PKAs gestalten auch die Schaufensterdekoration und entwerfen Konzepte für Sonderaktionen der Apotheken.

Kommunikation

Kundenfragen beantworten, Bestellungen aufnehmen oder Kompressionsstrümpfe anmessen. Bei ihren vielfältigen Aufgaben kommen pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte auch immer in Kontakt mit Kunden. Dabei ist Kommunikationsfähigkeit gefragt.


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