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Orthopädietechnik-Mechaniker/-in "Prothesen bauen, Menschen helfen"

Orthopädietechnik-Mechaniker/-innen stellen orthopädietechnische Hilfsmittel her und passen sie den Patienten an. Sie beraten Patienten bei der Wahl des passenden Hilfsmittels, nehmen Maß und erstellen Modelle. Dabei arbeiten sie mit Metallen, Kunststoff, Holz, Gießharzen oder Textilien.

Stand: 04.11.2013

Nora Meyer ist im letzten Lehrjahr ihrer dreijährigen Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin. Die 25-Jährige lernt bei der Firma Orthopoint in Erlangen. Heute fertigt sie eine Fingerorthese für einen Patienten an, der sich den kleinen Finger gebrochen hat. Die leichte, luftdurchlässige Orthese wird den Finger für den Heilungsprozess genauso fixieren wie ein Gips, aber den Träger nicht so behindern. Nachdem sie mit Gips ein Modell der Hand geschaffen hat, zieht sie den im Ofen heiß gemachten Kunststoff  darüber, bis er überall gut anliegt. Nach dem Auskühlen schleift sie an der Maschine die Ränder glatt, bringt einen Klettverschluss an und schon ist das Stück fertig.

"Ich hab' ja vorher Arzthelferin gelernt und auch gearbeitet in der Orthopädie-Unfall-Chirurgie sechs Jahre lang. Mir hat da ein bisschen das Handwerkliche gefehlt. Insgesamt war es mir zu wenig kreativ und zu wenig Handwerk eben!"

Nora Meyer (25)

Ulrike Werner lernt den Beruf beim Sanitätshaus Fritsch & Richter in Fürth. Die 20-Jährige ist im zweiten Lehrjahr. Längst hat sie eine Reihe von Patienten mit amputierten Gliedmaßen kennengelernt, denen sie Prothesen anpassen musste. Heute ist sie im Verkauf eingesetzt, wo oft Standardware wie vorgefertigte Handgelenkmanschetten oder Stützstrümpfe gefragt sind. Aber auch bei solchen Standardwaren muss sie die Kunden immer individuell beraten.

"Also für Jemanden, der sehr zimperlich ist, der z.B. so was denkt wie oh, Gott, da sehe ich jemanden mit Stumpf oder 'ner offenen Stelle, ist das wahrscheinlich nichts. Aber für die, die sagen, sie wollen was in Richtung Medizin machen, aber gleichzeitig irgendwie technisch und handwerklich - für die ist es auf jeden Fall was!"

Ulrike Werner (20)

Die 19-jährige Lisa Seehuber ist an vielen Stellen eines Großbetriebs im Einsatz. Sie lernt in Traunstein bei der Pohlig-GmbH, wo sich Patienten aus ganz Deutschland beraten und mit orthopädie-technischen Hilfsmitteln versorgen lassen - immer ganz individuell angepasst. Heute ist sie in der Rehabilitations-Werkstatt tätig, wo sie den Sitz für einen Spezialrollstuhl zuschneidet. Danach wird sie im Schauraum lernen, wie sie einem Kunden ein elektrisch verstellbares Krankenbett erklärt.

Orthopädietechnik-Mechaniker üben einen ganz besonderen Beruf aus - mit viel Verantwortung. Sie helfen kranken und behinderten Menschen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Orthopädietechnik-Mechaniker/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieben und an der Berufsschule
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der Handwerkskammer abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Orthopädietechnik- und Reha-Werkstätten und Sanitätshäuser
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein guter Hauptschulabschluss wird allerdings mindestens vorausgesetzt.
  • Eignung: Orthopädietechnik-Mechaniker sollten handwerklich geschickt sein, sorgfältig und verantwortungsbewusst, und sie müssen kommunikationsfreudig sein, denn sie haben viel mit ihren Kunden, den Patienten zu tun.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung kann der Orthopädietechnik-Mechaniker z.B. den Meister machen, sich zum Medizintechniker weiterbilden oder bei entsprechender Vorbildung gar ein Studium beginnen.
  • Alternativen: Orthopädieschuhmacher/-in, Chirurgiemechaniker/-in, Augenoptiker/-in, Zahntechniker/-in, Hörgeräteakustiker/-in

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Die Arbeit erfordert unbedingte Aufmerksamkeit und Sorgfalt, denn es geht immer um technische Hilfsmittel, die Patienten das Leben erleichtern sollen. Vieles ist reines Handwerk, das Geschicklichkeit voraussetzt.

Genauigkeit

Ob Orthese oder Prothese, die Hilfsmittel müssen schon exakt passen, sonst unterstützen sie den Patienten nicht, sondern behindern ihn sogar.


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