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Musiklehrer/-in (Berufsfachschule) Mit Pauken und Trompeten

Wer Musiklehrer werden möchte, braucht vor allem eines: Musikalisches Talent! Vor der Zulassung zur Ausbildung steht meist eine Eignungsprüfung. Ist das musikalische Talent unter Beweis gestellt, genügt oft schon ein Haupt- bzw. Mittelschulabschluss für den Zugang zur Ausbildung oder zum Studium. Der Weg in den Beruf führt meist über ein Studium an einer Universität, einer Musikhochschule oder einem Konservatorium. In Bayern gibt es daneben auch Ausbildungsmöglichkeiten an den Berufsfachschulen für Musik.

Stand: 01.08.2016

Bevor Roland Bergdold und sein Schüler Marius mit dem Schlagzeugunterricht beginnen, gibt's erstmal was auf die Ohren: Ein Gehörschutz ist für den Musiklehrer unerlässlich. Denn vor allem Schlaginstrumente erreichen schon mal einen Schallpegel von 100 Dezibel und mehr. Schon ab 80 Dezibel kann die Gesundheit leiden.

"Ohne Gehörschutz würde ich meine berufliche Karriere gefährden. Wenn ich mit 40 nichts mehr hören würde, könnte ich nicht mehr als Musiklehrer weiterarbeiten und müsste mich nach einem anderen Job umschauen. Ein Gehörschutz ist deshalb unerlässlich"

. Roland Bergdold, Schlagzeuglehrer

Der 31-jährige Schlagzeuglehrer hat eine dreijährige Ausbildung an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl absolviert. Mit seinem Abschluss darf er in der Unter- und Mittelstufe einer Musikschule unterrichten und als Privatlehrer arbeiten. Seine Unterrichtsstunden bereitet der 31-jährige zuhause vor. Nach einem kurzen "Warm-up" am Schlagzeug trainiert er mit seinem Schüler Technik und Rhythmusgefühl oder spielt gemeinsam mit ihm angesagte Stücke aus den Charts. Das macht den jungen Schülern oft am meisten Spaß und er kann sie leichter zum Üben motivieren!

Eine halbe bis dreiviertel Stunde dauert eine Übungsstunde. Roland Bergdold erlebt täglich viele Schüler in unterschiedlichen Altersstufen. Er muss sich also schnell auf die jeweilige Persönlichkeit und die Anforderungen des individuellen Unterrichts einstellen können.Die wichtigsten Eigenschaften eines Schlagzeuglehrers sind deshalb Einfühlungsvermögen und Flexibilität.

"Die Schüler haben auch ihre Tagesform und da muss man den Plan, den man zuhause erstellt hat, manchmal ziemlich schnell über den Haufen werfen, um flexibel auf den Schüler und seine Verfassung zu reagieren."

Roland Bergdold

Spielerisch und ohne Druck soll Roland Bergdold seine Schüler an die Musik heranführen. Das Spielen eines Instruments soll schließlich in erster Linie Freude bereiten. Und wenn der Schüler Lust am Musizieren hat, dann macht der Job auch dem Musiklehrer Spaß! 

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Die Bezeichnung "Musiklehrer/-in" ist nicht rechtlich geschützt. Im Grunde kann jeder Laienmusiker Unterricht halten und sich "Musiklehrer" nennen. Ein Hochschulstudium (z.B. Musikpädagogik, Lehramt Musik) oder die Zusätze "staatlich geprüft", "staatlich anerkannt" oder mit "musikpädagogischer Befähigung" weisen auf eine fundierte Ausbildung hin. Lehrer an allgemeinbildenden Schulen oder Gymnasien haben meist ein Lehramtsstudium absolviert.
  • Dauer der Ausbildung/des Studiums: Universität/Musikhochschule: 8 - 10 Semester (plus ggf. Referendariat), Berufsfachschule (BFS): 3 Jahre, Fachlehrer Musik/Kommunikationstechnik (in Bayern): 2 Jahre BFS, 2 Jahre Staatsinstitut plus 2 Jahre Referendariat
  • Ausbildungsform: Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt.
  • Ausbildungsorte: Universitäten, Hochschulen, Musikhochschulen, Berufsfachschulen für Musik, Musikakademien, Konservatorien oder Staatsinstitute. Die Aufnahmeprüfung für ein Studium an einer Hochschule/Universität ist schwieriger als an der Berufsfachschule, die Ausbildung anspruchsvoller und dauert länger. Viele Schüler nutzen die Ausbildung an der Berufsfachschule als Grundlage für ein Studium. 
  • Zugang: Haupt-/Mittelschulabschluss plus Eignungsprüfung. Wer beim Aufnahmetest sein musikalisches Talent unter Beweis stellen möchte, sollte ein Instrument bereits sehr gut beherrschen, singen können und auch über musiktheoretisches Wissen verfügen. Die Ausbildung am Staatsinstitut setzt mindestens die zweijährige Grundausbildung an der Berufsfachschule voraus. Ein Lehramtsstudium ist nur mit Abitur möglich.
  • Prüfung: Staatlicher Prüfungsausschuss des jeweiligen Bundeslandes. Der Abschluss nach dreijähriger Ausbildung an der Berufsfachschule berechtigt zum Unterrichten in der Unter- und Mittelstufe der Musikschulen. Wer ein Studium an der Musikhochschule/Universität absolviert hat, darf dort auch in der Oberstufe unterrichten.
  • Eignung: Musikalisches Talent, Einfühlungsvermögen, pädagogisches Geschick
  • Ausbildungsvergütung:Während der Ausbildung/des Studiums wird keine Vergütung gezahlt. Die Ausbildung an staatlichen Schulen/Universitäten ist in der Regel kostenlos, private Akademien erheben meist Gebühren. Für Instrumente, Lernmittel, Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte oder die Unterbringung am Schulstandort entstehen evtl. weitere Kosten.


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Einfühlungsvermögen

Musiklehrer sollen ihren Schülern Freude an Musik, dem Singen oder dem Instrument vermitteln. Einfühlungsvermögen, Geduld und pädagogisches Geschick sind gefragt, damit der Schüler den Spaß am Musizieren behält und motiviert auch mal schwierige Übungsstunden durchhält.

Mobilität

Vor allem private Musiklehrer sind oft viel unterwegs. Unterricht beim Schüler zuhause, bei Chören, Orchestern oder Bands an unterschiedlichen Standorten - ohne eigenes Auto geht das nicht.

Belastung durch Lärm

100 Dezibel und mehr bekommen Schlagzeuglehrer tagtäglich auf die Ohren! Ein Gehörschutz ist unerlässlich, sonst wäre schon nach wenigen Jahren Unterricht das Gehör dauerhaft geschädigt. Auch wenn in Schulklassen, Big Bands oder Chören viele Menschen gemeinsam musizieren, kann der Geräuschpegel für den Musiklehrer schon mal belastend sein.


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