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Metallbildner/-in Fachrichtung Ziseliertechnik Kunstvolle Verarbeitung von Metall

Ob Marienfiguren, Engel oder Grabkreuze: Metallbildner der Fachrichtung Ziseliertechnik entwerfen und modellieren kunsthandwerkliche Figuren, die in Bronze oder Aluminium gegossen werden.

Stand: 29.03.2017

Chiara macht ihre Ausbildung in einer Kunstgießerei in Speicher in der Nähe von Trier. Die Gießer können nur arbeiten, wenn sie ein Modell haben, von dem sie einen Abguss machen können. Metallbildern entwerfen und gestalten diese Modelle. Die werden dort angeboten, wo auch Grabsteine verkauft werden. Zeichnen, in Ton und Wachs modellieren - das gehört zu Chiaras Aufgaben. Dabei muss sie ein Gespür für Gestaltungsgrundsätze und Proportionen haben und recht gut zeichnen können. Chiara darf nicht nur neue Figuren entwerfen, sondern auch Figuren, die ihr Ausbildungsbetrieb im Programm hat, kopieren.

"Wenn es eine sehr komplizierte Figur ist, zum Beispiel eine Madonna mit vielen Falten in der Kleidung, dann kann es auch sehr schwer sein, weil man wie: Es muss eine Kopie sein, und man kann nicht einfach irgendwas verändern, weil man es will, sondern es muss so sein, wie man es vorgegeben bekommt."

Chiara Vallelunga (18), 2. Ausbildungsjahr

Kunstvolle Verarbeitung

Metallbildner besuchen die "Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule" in Pforzheim im Blockunterricht. Simon Zimmermann macht eine Ausbildung in einer Kunstgießerei in Süßen in der Nähe von Stuttgart. Er arbeitet an einem Übungsstück: einer Kupferplatte. Mit einem Hammer schlägt er auf einen Stift aus Werkzeugstahl, einen Punzen, dessen Spitze auf der Kupferplatte aufliegt. So kann er mit viel Geduld feinste Rillen, Riefen und Wölbungen aus der Kupferplatte heraustreiben.

"Man macht wirklich was, man arbeitet. Ich möchte keinen Bürojob machen zum Beispiel. Man hat auch ein bisschen kreative Freiheit. Ich reiße zwar die Linien vorher an. Aber wie es am Ende wirklich aussieht und wie es am Ende verziert ist, das bleibt mir überlassen."

Simon Zimmermann (20), 2. Ausbildungsjahr

Die Auszubildenden schmieden die Punzen im Laufe ihrer Ausbildung selbst, sodass sie am Ende einen eigenen Werkzeugsatz von bis zu 300 Punzen haben. Ziseleure bearbeiten auch Skulpturen von Künstlern: Sie setzen künstlerisch-handwerklich um, was der Künstler sich vorstellt.

Keine Angst vor Maschinen und Schweißen

Metallbildner der Fachrichtung Ziseliertechnik lernen auch, mit Maschinen umzugehen - zum Beispiel um Bronzestücke mit einer CNC-Fräsmaschine bearbeiten. Auch Schweißtechniken erlernen sie. Denn große Bronzefiguren werden in Stücken gegossen. Die müssen sie dann zu einer Figur zusammenschweißen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Metallbildner/-in Fachrichtung Ziseliertechnik
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: in Ausbildungsbetrieben und blockweise in einer Berufsschule. Alternative: Vollzeitunterricht an einer Zeichenakademie / duales Studium an einer Berufsakademie
  • Ausbildungsorte: Ausbildungsbetrieb (zum Beispiel Kunstgießereien) und Berufsschule
  • Zugang: Die meisten Auszubildenden haben einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: Kreativität, handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Interesse für Kunst und Gestaltung, technisches Interesse
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Die wichtigsten Infos zum Beruf: Metallbildner Fachrichtung Ziseliertechnik - kurz Ziseleure - brauchen ein ästhetisches Formverständnis und müssen als Dienstleister Kunst- und Gebrauchsgegenstände gestalten und bearbeiten.
  • Perspektiven: Metallbildner-Meister, Gestalter/-in - Metallgestaltung, staatlich geprüfter Techniker/-in der Fachrichtung Maschinentechnik, Studium z.B. Produkt- und Industriedesign.


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