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Medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in Untersuchen und Bestrahlen

Medizinisch-technische Radiologieassistenten (MTRA) erstellen Röntgenaufnahmen, setzen tomografische Verfahren ein und führen nuklearmedizinische Untersuchungen durch, um Krankheiten oder Verletzungen zu erkennen.

Stand: 01.09.2014

Ein Patient hat Beschwerden am Knie. Nicole Reinhold bereitet ihn auf die Untersuchung im Magnetresonanztomographen vor. Der funktioniert ohne Röntgenstrahlung. Die Patienten dürfen aber keine metallischen Teile am Körper tragen.

MTRA wie Nicole Reinhold klären Patienten über die Risiken einer Untersuchung auf. Danach geht es an die teuren und komplizierten medizinischen Geräte. Dort müssen sie die betroffenen Körperteile genau positionieren und fixieren. Nur so wird ein optimales Ergebnis der Aufnahme erzielt. MTRA arbeiten viel mit Ärzten zusammen.

Nicole Reinhold hat heute eine junge Kollegin an ihrer Seite, die sie in das Gerät einarbeitet. In den vergangenen 12 Jahren hat sich Nicole Reinhold immer wieder fortgebildet. Die Geräte entwickeln sich weiter und natürlich auch die medizinische Forschung. Fortbildung ist enorm wichtig.

"Wir machen hier interne Weiterbildungen, indem wir uns unter den Kollegen austauschen. Wir gehen aber auch auf Kongresse und Fortbildungen und bilden uns jährlich weiter, damit wir immer mit der Technik am Ball bleiben."

Nicole Reinhold, MTRA

Medizinisch-technische Radiologieassistenten treffen oft auf schwerkranke oder sogar unheilbar kranke Menschen und müssen mit deren Schicksal klar kommen. Sie brauchen viel Einfühlungsvermögen und müssen auch mit Leid umgehen können. Besonders heikel sind Röntgenuntersuchungen der Brust bei Frauen und Diagnosen bei kranken Kindern.

"Es ist sehr viel Einfühlungsvermögen in den Patienten erforderlich, der sich manchmal ein wenig verloren und ängstlich in dieser High-Tech-Medizin fühlt, so dass das Menschliche beim MTRA nicht zu kurz kommen darf."

Prof. Dr. Torsten Kuwert, Nuklearmediziner

MTRA verdienen für medizinische Berufe sehr ordentlich, aber weniger als Angestellte in vergleichbaren nichtmedizinischen Berufen. Einen deutlichen Einkommenssprung machen MTRA wenn sie in die Industrie wechseln. Alexandra Krupp ist vor über zehn Jahren umgestiegen. Im Siemens Trainingscenter in Erlangen weiht sie Ärzte und MTRA in die Tiefen der Gerätetechnik ein.

"Beim MTRA ist sicherlich wichtig, dass er auch ein gewisses technisches Verständnis mitbringt und Spaß daran hat, mit Technik  zu arbeiten. Es ist in der Praxis so, dass man sich nicht aufs reine Knopfdrücken beschränken kann, sondern man muss schon verstehen, was da passiert und auch eingreifen und korrigieren."

Dr. Thomas Frank, Radiologe

Wer in die Industrie wechselt kann zwar deutlich mehr Geld verdienen als in einer Praxis oder im Krankenhaus. Dann heißt es aber auch flexibel sein und zum Kunden reisen, in Deutschland, europaweit oder sogar in die ganze Welt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in (MTRA)
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Die Ausbildung erfolgt in Fachschulen und an Krankenhäusern.  
  • Zugang: Vorausgesetzt wird ein mittlerer Bildungsabschluss. Auch Schüler/-innen mit Hauptschulabschluss können aufgenommen werden, sofern sie zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufsausbildung nachweisen können.
  • Eignung: Die Bewerber sollten gute Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern mitbringen. Viel Fachliteratur ist in Englisch verfasst. Grundkenntnisse in Latein erleichtern das Lernen der medizinischen Fachbegriffe.
  • Prüfung: Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung ist die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen. Über die Teilnahme stellt die Schule beziehungsweise das Krankenhaus eine Bescheinigung aus. Am Ende der Ausbildung wird eine Abschlussprüfung durchgeführt, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht.
  • Perspektiven: Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern ist im medizinischen Bereich seit Jahren bundesweit hoch. MTRA sind gesucht.
  • Alternative: Medizinisch-technische/-r Assistent/-in für Funktionsdiagnostik; Medizinisch-technische/-r Laboratoriumsassistent/-in; Anästhesietechnische/-r Assistent/-in

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

MTRA müssen exakt arbeiten, um möglichst gute Untersuchungsergebnisse zu erzielen und die Patienten nicht durch zu viel Strahlung zu gefährden.

Geld

MTRA verdienen für medizinische Berufe sehr ordentlich, aber oft weniger als mit vergleichbarer Ausbildung im nichtmedizinischen Bereich. Beim Wechsel in die Industrie ist ein deutlicher Einkommenssprung nach oben möglich.

Arbeitszeit

MTRA arbeiten auch abends und am Wochenende, sind in Praxen und Krankenhäusern häufig in Schichtdienste eingeplant.


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