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Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent Der Krankheit auf der Spur

Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten analysieren Körperflüssigkeiten wie Blut und Urin, bereiten Proben menschlichen Gewebes für die Untersuchung vor, bestimmen Krankheitserreger und testen die Wirksamkeit von Antibiotika.

Stand: 05.02.2014

Das Institut für Pathologie im Klinikum Bayreuth: Eine Gebärmutter wird ins Labor gebracht. Sie ist von einem bösartigen Tumor befallen und wurde der Patientin soeben entfernt. Noch während die Operation läuft, zerschneidet Pathologe Prof. Hans Maier das Organ in kleine Stücke und entnimmt Proben. Der Arzt möchte wissen, ob es sich um einen sogenannten Hochrisikotumor handelt. In diesem Fall müssten die Kollegen im OP weiter operieren und zum Beispiel lokale Lymphknoten entfernen.

Warten auf das Ergebnis

Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin Sandra Zeug dokumentiert genau, aus welchem Teil der Gebärmutter die einzelnen Gewebeteile stammen und kennzeichnet sie. Inzwischen hat ihre Kollegin Svenja Völker blitzschnell erste Gebärmutterproben eingefroren. Nun zieht sie hauchdünne Schnitte davon auf einen gläsernen Objektträger. Alles muss schnell gehen, denn die Gynäkologen im Operationssaal warten auf das Ergebnis der Analyse. Doch auch unter Zeitdruck müssen med.-techn. Laborassistenten sorgfältig und genau arbeiten.

"Ich muss drauf achten, welches Gewebe ich habe, dass es richtig durchgefroren ist, dass meine Messer passen, dass keine Scharten drin sind, dass ich glatte Schnitte habe, dass sie dünn sind."

Svenja Völker, MTLA

Diagnose nach zehn Minuten

Die Probe muss eingefärbt werden, damit das Ausmaß der krankhaften Veränderungen sichtbar wird. Schon zehn Minuten nachdem die Gebärmutter im Labor eingetroffen ist, kann der Pathologe das Ergebnis unter dem Mikroskop begutachten und den Kollegen im OP die Diagnose mitteilen. Nun werden sie erfahren, ob sie den Eingriff beenden können oder weiteres Gewebe entfernen müssen.

Eigenschaften von Tumoren bestimmen

Ein paar Räume weiter arbeitet Stefanie Kohl im Immunhistochemie-Labor. Mit besonderen Analyseverfahren kann sie die Eigenschaften von Tumoren genau bestimmen und feststellen, ob und wie bösartig die Tumore sind. Mit Hilfe von Pipetten mischt Stefanie eine Lösung aus Antikörpern und Verdünnung in einem genau festgelegten Verhältnis. Damit wird die Gewebeprobe eingefärbt, damit die krankhaften Veränderungen unter dem Mikroskop sichtbar werden.

Stefanie muss berechnen können, wie viele Mikroliter sie von der jeweiligen Substanz benötigt, damit die Reaktion klappt. Den Färbeprozess übernimmt der Vollautomat.  Die Maschine träufelt selbsttätig die Substanz auf den Objektträger mit der Gewebeprobe. Hat Stefanie alles richtig berechnet und eingestellt und ist die Färbung gelungen, kann ein Arzt die pathologischen Veränderungen unter dem Mikroskop erkennen und beurteilen. Die Laborarbeit der Assistenten bildet also die Grundlage für die ärztliche Diagnose.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Medizinisch-Technische/r Laboratoriumsassistent/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Bundesweit einheitlich geregelte  Ausbildung an Berufsfachschulen; daneben leisten die Schülerinnen und Schüler 6 Wochen Praktikum in der Krankenpflege und 20 Wochen in außerschulischen Laboren.
  • Zugang: Mittlerer Bildungsabschluss oder andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert; vor Ausbildungsbeginn ist ein ärztliches Attest vorzulegen, das die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs bescheinigt.
  • Eignung: Naturwissenschaftliches Interesse, technisch-mathematisches Verständnis;
  • Ausbildungsvergütung: Während der Ausbildung wird keine Vergütung gezahlt. An privaten Schulen kann ein Schulgeld erhoben werden, für die Berufsbekleidung (Laborkittel) müssen die Schüler in der Regel selbst aufkommen.
  • Perspektiven: Die Berufsaussichten für MTLA sind derzeit sehr gut. Der Beruf rangiert unter den Top 10 der meistgesuchten medizinischen Berufe.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Info

Der Beruf ist reglementiert. Wer die Berufsbezeichnung Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent (MTLA) führen und in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht neben der abgeschlossenen Ausbildung noch eine Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde. In Bayern zum Beispiel wird diese Erlaubnis von den jeweiligen Regierungen der sieben Bezirke erteilt, also z.B. der Regierung von Oberfranken in Bayreuth.

Genauigkeit

Hinter jeder Probe steckt ein Patient mit seiner Erkrankung. Med.-techn. Laboratoriumsassistenten führen im Interesse der Patienten ihre Analysen mit großer Sorgfalt, Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein durch, um korrekte Ergebnisse zu erhalten. Denn diese Untersuchungsergebnisse bilden die Grundlage für die ärztliche Diagnose und die weitere Behandlung der Patienten.  

Gefahr

Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten arbeiten mit möglicherweise sehr gefährlichen Erregern. Sie schützen sich vor Ansteckung und vor Ausbreitung der Keime, indem sie Schutzkleidung und Handschuhe tragen. Außerdem desinfizieren sie den Arbeitsplatz, sterilisieren ihre Werkzeuge und Geräte und desinfizieren regelmäßig die Hände.


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