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Mechaniker/-in für Reifen- und Vulkanisationstechnik Die Beine des Autos

Mechaniker/-innen für Reifen- und Vulkanisationstechnik mit der Fachrichtung Reifen- und Fahrwerktechnik prüfen, warten und reparieren Reifen und Räder. Sie kontrollieren Auspuff-, Brems- und Klimaanlagen, ersetzen defekte Teile und optimieren Fahrwerke. Beschäftigung finden sie bei Kraftfahrzeugreparaturbetrieben und Vulkanisierwerken, in Reifenservicestationen und vor allem bei Reifenhändlern mit Reparatur- und Montageservice.

Stand: 04.08.2015

Eine gute halbe Tonne wiegt der Reifen eines Baggers. Zusammen mit Vulkaniseur-Meister Gheza Budai macht sich Daniel Schuster an die Reparatur des Monstrums. Daniel lernt den Beruf des Mechanikers bei der Firma Reifen Lorenz in Nürnberg. Der 19-Jährige ist im dritten und letzten Lehrjahr kurz vor der Prüfung und längst mit allen Handgriffen vertraut.

"Ich wollte eigentlich Kfz-Mechatroniker werden. Und dann habe ich von dem Beruf gehört und das hat mir eigentlich gut gefallen - so vom Erzählen her. Und dann habe ich es mal ausprobiert. Und heute gefällt's mir echt."

Daniel Schuster (19)

Der Reifen, mit einem Durchmesser von 1,30 Meter, hat seitlich mehrere Macken, die bis zu drei Zentimeter tief in die Reifenwand ragen. Daniel schleift die Verletzungen - so nennen die Mechaniker diese Macken - glatt und füllt sie mit weichem Kautschukmaterial auf. Dann fährt er eine Maschine an den Reifen, die eine Art Heizplatte mit 150 Grad Celsius auf die beschädigte Stelle presst. Was jetzt kommt, gibt dem Job seinen Namen: Die Vulkanisation. Die Masse verbindet sich mit dem Reifengummi, härtet aus. Einige Stunden später schleift Daniel das Ganze noch glatt. Fertig ist ein fast neuer Reifen.

"Ich bin wie ein Chirurg in der Medizin. Aber eben ein Reifen-Chirurg. Und dieser Beruf ist sehr reizvoll. Da kommen immer verschiedene Verletzungen, die ich zumachen und darauf eine Garantie geben kann. Der Kunde ist zufrieden. Ich bin zufrieden. Dieser Beruf ist mein Lieblingsberuf!"

Gheza Budai (Meister)

Bremsentest, Reifenwechsel und Wuchten

Christoph Scheller lernt den Beruf in Gräfelfing bei München. Hier ist auch die Berufsschule für alle Auszubildenden in diesem Job, die aus Bayern kommen. Neben der Vulkanisation kümmert sich Christoph um Bremsentests, sorgt für die vielen Kfz.-Reifenwechsel - besonders zum Winter und dann wieder zum Sommer hin - und wuchtet dabei ein Rad nach dem anderen aus. Mit kleinen Gewichten im Fünfgramm-Bereich, die an der Felge angebracht werden, sorgt er dafür, dass ein Rad mit einer sogenannten Unwucht dann wieder rund läuft - ohne Vibrationen.

"Also ich finde es toll, dass der Job abwechslungsreich ist und man immer was Neues sieht. Stören tut mich eigentlich nichts!"

Christoph Scheller (19)

Viele wollen erst einmal Kfz-Mechatroniker werden und merken dann, dass die Elektronik gar nicht so ihr Ding ist. Der Beruf ist eine gute Wahl für den, der nicht so viel Theorie mit Mathe und Physik pauken mag, sondern eher mit den Händen arbeiten will, der sich für die Technik eines Kraftfahrzeugs interessiert und bereit ist, sich bei der Arbeit auch schmutzig zu machen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Mechaniker/-in für Reifen- und Vulkanisationstechnik (Fachrichtung Reifen- und Fahrwerktechnik)
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK durchgeführt.
  • Ausbildungsorte: Betriebe und Berufsschule. Für alle Auszubildenden aus Bayern ist  in München die Berufsschule für Fahrzeug- und Luftfahrttechnik zuständig.
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein Hauptschulabschluss wird allerdings von den meisten Betrieben vorausgesetzt.
  • Eignung: Mechaniker/-innen für Reifen- und Vulkanisationstechnik müssen körperlich belastbar sein und technisches Verständnis mitbringen. Sie sollten geschickt im Umgang mit Werkzeug, Maschinen und Geräten sein und verantwortungsvoll handeln. Teamgeist ist Grundvoraussetzung.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung gibt es die Möglichkeit, den Meister zu machen. Mit der entsprechenden Vorbildung ist auch ein Studium möglich, z.B. Kunststofftechnik.
  • Alternativen: Fertigungsmechaniker/-in, Industriemechaniker/-in, Karosserie- und Fahrzeugmechaniker/-in, Zweiradmechaniker/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Zwar stehen dem Reifenmechaniker natürlich Hilfsmittel zur Verfügung, um z.B. einen 500 kg schweren Reifen auf einen Bearbeitungsbock zu heben, dennoch gehört eine Menge Körpereinsatz zum Job, für den eine gute körperliche Konstitution nötig ist.

Genauigkeit

Was die Beine für den Menschen, sind die Räder und Reifen fürs Auto. Die Sicherheit steht im Vordergrund. Bremsen müssen ausgewogen zupacken und gleichmäßig verzögern - bis hin zur Vollbremsung. Und beim Auswuchten eines Rades geht es um einzelne Gramm. Deshalb muss der Mechaniker auch sehr genau arbeiten.


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