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Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien Organisationstalente für Bild und Ton

Ein aufwändiger Film entsteht. Helfer, Kamera- und Tonleute, Regisseur und Schauspieler sind vor Ort. Während die Redaktion für den Inhalt zuständig ist, kümmern sich Kaufleute für audiovisuelle Medien um die Organisation drum herum.

Stand: 30.10.2014

Melanie Vetterl lernt den Beruf "Kauffrau für audiovisuelle Medien" beim Bayerischen Rundfunk in München. Während der dreijährigen Lehre lernt sie viele Abteilungen kennen - von der Medienforschung über den Bereich "Honorare und Lizenzen" bis zum Zahlungsverkehr.

Redakteurin C. Mielke erklärt Melanie ein Aufnahmegerät

Wichtig dabei auch: Der Einblick in die praktische Arbeit der Online-, Hörfunk- und Fernsehredaktionen im Haus. Deshalb ist Melanie auch immer wieder bei Produktionen dabei und schaut den Radio-Experten vom Bayerncenter oder der Aufnahmeleitung über die Schulter. Sie muss die technischen Geräte kennen, die bei Produktionen verwendet werden, damit sie diese später richtig disponieren kann.

"Bei uns ist es in vielen Abteilungen so, dass wir z.B. das Equipment buchen oder auch die Kameraleute disponieren. Und wenn man mal mitfährt, dann sieht man auch, wer dort ist oder welche Geräte man braucht vor Ort überhaupt."

Melanie Vetterl, Azubi

Kaufmännisch und organisatorisch zuständig

Kaufleute für audiovisuelle Medien sind für die Herstellung von audiovisuellen Produkten kaufmännisch und organisatorisch zuständig - von Anfang bis Ende. Sie sitzen an der Schnittstelle von Produktionsorganisation und Abrechnung und haben auch mit Marketingstrategie, Öffentlichkeitsarbeit, Verleih und Vertrieb zu tun.

Als Azubi im einem Musikverlag

Audiovisuelle Kaufleute haben also eine große Bandbreite von Aufgaben. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig - je nach Einsatzgebiet. Ob Filmproduktion, öffentlich-rechtliche oder private Sendeanstalt, Game-Design oder Musikverlag. Die Kaufleute legen beispielsweise die Besetzung von Filmteams fest, prüfen die Finanzierung, kümmern sich um Kalkulationen und um Film- und Bildrechte. Auch im Bereich Marketing und Vertrieb sowie im Rechnungswesen und Controlling sind sie tätig. Sie beobachten Märkte, Quoten und Mitbewerber, erstellen Marketingkonzepte und sorgen dafür, dass das Budget nicht überschritten wird.

Beste Chanchen in Großstädten

Besuch im AktZent - Trimediales Aktualitätenzentrum für Franken

Der Beruf "Kaufmann für audiovisuelle Medien" ist ein junger Beruf. Es gibt ihn erst seit 1998. Bis dahin gab es keinen geregelten Lehrberuf innerhalb der audiovisuellen Medienbranche. Viel lief über "Learning by doing". Doch immer mehr Sender produzieren immer mehr Serien, Shows und Soaps - und die müssen von A bis Z organisatorisch betreut werden. Die besten Chancen auf eine Lehrstelle oder einen Job gibt es in deutschen Großstädten wie Berlin, München, Hamburg oder Köln - wo die Medienunternehmen sitzen.

"Im Haus kann man später als Redaktions-Assistentin arbeiten, aber auch in einem der kaufmännischen Bereiche wie Honorare und Lizenzen. Einige von den Azubis wählen den Weg und setzen eine Weiterbildung drauf oder ein Studium. Die Ausbildung ist natürlich eine gute Voraussetzung. Entweder gehen sie dann in den medienwissenschaftlichen Bereich, manch einer entdeckt auch, dass er in den technischen Bereich möchte. Also, da ergeben sich viele Möglichkeiten."

Annette Engehausen Leiterin Referat Ausbildung BR

Die Berufsaussichten sind genau so vielfältig wie die Ausbildungsbetriebe. Kaufleute für audiovisuelle Medien können im Unternehmen aufsteigen und z.B. einen Job in der Aufnahmeleitung übernehmen. Sie können einen kaufmännischen Schwerpunkt wählen oder sich auf Marketing spezialisieren. Viele Azubis hängen nach der Lehre auch noch ein medienwissenschaftliches Studium dran.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule)
  • Prüfung: IHK
  • Ausbildungsorte: Jobs finden Kaufleute für audiovisuelle Medien vor allem in Rundfunk- und Fernsehanstalten und Unternehmen der Film- und Videofilmherstellung. Die meisten dieser Betriebe sitzen in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München.
  • Zugang: Es ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis werden bevorzugt Bewerber mit höherem Abschluss wie (Fach-)Abitur eingestellt.
  • Eignung: Organisationstalent, kommunikatives Geschick, Sorgfalt, Flexibilität
  • Perspektiven: Berufsaussichten und Einstellungschancen hängen immer mit der Entwicklung der vielfältigen und oft schnelllebigen Medienbranche zusammen. Grundsätzlich haben Kaufleute für audiovisuelle Medien vielfältige Aufstiegschancen - von der Karriere im eigenen Unternehmen bis hin zum Aufnahmeleiter bei Funk und Fernsehen.
  • Spezialisierung: Nach der Lehre muss man sich entscheiden, in welche Richtung man weiterarbeiten möchte, z.B. im kaufmännischen Bereich wie der Disposition. Auch ein Studium ist möglich.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Team

Ob Online, TV- oder Musikproduktion - Kaufleute für audiovisuelle Medien arbeiten an der Schnittstelle zwischen Produktion, Abrechnung und Vermarktung. Sie müssen sich ständig mit Kollegen abstimmen. Teamarbeit ist deshalb sehr wichtig.

Geschick

Kaufleute für audiovisuelle Medien müssen sich gut ausdrücken können. Sie reden täglich mit allen möglichen Leuten - vom Mitarbeiter über den Techniker bis zum Kunden. Dabei müssen sie immer den richtigen Ton treffen. Auch in Verhandlungen ist kommunikatives Geschick gefragt.


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