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Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in Ausgefallene Brummis nach Maß

In der Fachrichtung "Fahrzeugbautechnik" bauen Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker vor allem komplette Fahrzeuge. Das ist der wesentliche Unterschied zu den beiden anderen Fachrichtungen (Karosseriebautechnik / Karosserieinstandhaltungstechnik) dieses Handwerksberufes.

Stand: 10.12.2013

Wenn Valentin Grobauer (18) im Fernsehen einen Bericht über Löscharbeiten an einem brennenden Flugzeug sieht, ist er stolz, dass er am Fahrgestell des 1.300 PS starken Löschfahrzeuges mit acht Rädern mitgebaut hat. In seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung hat Valentin an ganz unterschiedlichen Lastwagen für spezielle Einsätze geschweißt, geschraubt und genietet.

"Man sieht alles, vom Dachausschnitt zum Siebenachser-Bauen, das Bewundernswerte ist, wie man den Rahmen von vier auf acht Meter verlängern kann und dass er trotzdem noch so viel Gewicht aushält."

Valentin Grobauer (18), 3. Ausbildungsjahr

Valentin weiß, wie ein Lastwagen konstruiert ist. In seiner Firma zerlegt er mit seinen Kollegen Serienlastwagen: Räder weg, Achsen raus, Kabinendach aufschneiden. Dann fertigt er aus verschiedenen Metallen, Kunststoff, Gummi und Holz ein neues Fahrzeug: Zum Beispiel einen Unimog für den Militäreinsatz, LKW für die Landwirtschaft, ein Löschfahrzeug für Flughäfen oder einen Vierachser mit Allradantrieb, der später dazu dient, in China Gasleitungen zu verlegen.

Viele Aufgaben, viel Verantwortung

Konstruktionspläne lesen, Teile aus dem Lager holen, einzelne Stücke selbst an der Drehbank herstellen - das lernt man in diesem Beruf. Elektrik gehört auch dazu. Schließlich müssen die neu gebauten Elemente mit der vorhanden Bordelektrik des Lastwagens verbunden und abgestimmt werden. Azubis prüfen Bremsen, vermessen die Spur von Fahrzeugen, bedienen Sicherheits-Prüfprogramme wie es etwa bei Kran-Aufbauten nötig ist. Nach der Ausbildung bieten sich Anstellungsmöglichkeiten bei Fahrzeug- und Nutzfahrzeugherstellern, bei Zulieferbetrieben der Automobilindustrie und auch bei Speditionen und Firmen mit eigenem Fuhrpark.

Gute Aufstiegschancen

In Himmelkron hat sich Simon Bauer (21) nach dem Abitur für eine Ausbildung in der Fachrichtung "Fahrzeugbautechnik" entschieden. Seine Ausbildung ist um ein Jahr verkürzt. Ob er überhaupt studiert, weiß er noch nicht, denn die praktische Arbeit macht ihm viel Spaß.

"Man arbeitet mit verschiedenen Materialien wie Holz, Aluminium oder Stahl oder Kunststoff. Man macht nicht immer das Gleiche, es ist immer viel Abwechslung drin. Man baut mal ein Feuerwehrauto, einen Sattelauflieger, einmal ein Auto für die Müllabfuhr. Es ist viel Abwechslung drin."

Simon Bauer (21), 2.  Lehrjahr

Die Firmen erwarten mindestens einen qualifizierenden Hauptschulabschluss. Damit kann man so wie Thilo Stamm bei seiner Firma in Himmelkron den Meister oder Techniker machen und sich sogar zum Betriebsleiter hocharbeiten. Manche studieren nach der Ausbildung zum Beispiel Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Mechatronik.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in, Fachrichtung Fahrzeugbautechnik.
  • Ausbildungsdauer: Dreieinhalb Jahre, bei sehr guter Leistung und mit Abitur 2,5 Jahre.
  • Ausbildungsform: dual
  • Ausbildungsorte: Betrieb und  Berufsschule. Überbetriebliche Ausbildung blockweise bei Handwerkskammern und in ausgewählten Meisterwerkstätten.
  • Prüfung: Schriftlich, mündlich und praktisch
  • Zugang: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe erwarten einen qualifizierenden Hauptschulabschluss.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, Sorgfalt, 
  • Wichtigste Schulfächer: Mathematik, Physik, Werken/Technik.
  • Perspektiven: Meister, Techniker. Damit kann man es etwa zum Betriebsleiter bringen. Mit einem Studium wird man zum gesuchten Konstrukteur oder Entwickler und kann in dieser Funktion besonders kreativ arbeiten.
  • Alternativen: Fachrichtungen "Karosseriebautechnik" und "Karosserieinstandhaltungstechnik".

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Beim Schweißen kann man sich ebenso verletzten wie beim Tragen und Bearbeiten schwerer Bauteile und beim Bedienen von Maschinen und Werkzeugen.

Team

Meist arbeiten in diesem Beruf mehrere Fachleute an einem Fahrzeug, diskutieren Probleme und Lösungen im Team.

Genauigkeit

Bauteile müssen auf den Millimeter genau angefertigt und exakt nach den Vorgaben der Konstruktionszeichnung montiert werden.


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