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Zerspanungsmechaniker/-in Präzise arbeiten mit Metall

Überall dort, wo Metall gefräst, geschliffen oder gebohrt wird fallen Späne Zerspanen sagt der Fachmann dazu. Und daher kommt auch die Berufsbezeichnung: Zerspanungsmechaniker oder Zerspanungsmechanikerin

Stand: 08.10.2015

"Metall, das riecht man einfach. Es dampft, es ist heiß, es glüht", schwärmt Christian. Der 20-Jährige macht die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker bei SKF in Schweinfurt. Sein Arbeitstag beginnt mit einem 15 Kilogramm schweren Metallrohling. Christian studiert einen Plan, vollgepackt mit Maßangaben. Er muss genau vorgehen und Arbeitsschritte planen. Dann wirft er die Drehmaschine an und führt langsam scharfe Werkzeuge an den Rohling heran. Metallspäne fliegen umher. Immer wieder werden die Maße kontrolliert - einen Hundertstel Millimeter zuviel abgefräst - und Christian kann von vorn beginnen.

Drehen, fräsen und schleifen

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. Christian steht kurz vor der Abschlussprüfung. Drehen, Fräsen und Schleifen - langsam formt sich der Rohling aus Metall zu einem Werkstück. Dieses wird dringend gebraucht. Als Ersatz für ein defektes Teil einer teueren Maschine. Nach der Ausbildung hat Christian gute Chancen übernommen zu werden. Doch nicht überall in der Metallbranche sieht es derzeit rosig aus. Deshalb ist es wichtig, auch nach der Ausbildung Fachwissen laufend zu ergänzen, zu vertiefen und sich neuen Entwicklungen anzupassen.

"In dem Bereich, wo ich jetzt arbeite, an den kleinen Maschinen das schafft jede Frau. Klar es gibt auch mal Maschinen, die sind sehr groß - mit einem Durchmesser 60 oder so. Klar, dass ich das nicht packe und eine andere Frau auch nicht. Das machen dann schon die großen Männer. Aber Voraussetzung oder so, ich bin ja auch ziemlich klein, braucht man jetzt körperlich keine. Das was man vielleicht braucht, ist dass man sich nicht unbedingt ekelt vor Öl, schmutzigen Hände oder so!"

Claudia Böhringer

Obwohl manche Werkstücke mehrere Tonnen wiegen können: Die körperliche Belastung ist dank vieler Hilfsmittel eher gering. Auch Frauen können diesen Beruf erlernen. Claudia Böhringer schätzt die kreative, abwechslungsreiche Arbeit mit Maschinen. Es ist kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben, jedoch sind gute Noten in Mathematik wichtig. Denn zum Berufsalltag gehört der Umgang mit vielen Formeln. Beim Diamantieren bearbeitet Claudia das Metall mit einem Diamanten, damit es schön glänzt. Durch dieses Verfahren entstehen beispielsweise 400 Euro teuere Kugelschreiber.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Zerspanungsmechaniker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Anerkannter Ausbildungsberuf in der Industrie. Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.
  • Prüfung: Die Prüfung nimmt die Industrie- und Handelskammer ab.
  • Ausbildungsorte: Industriebetriebe - überall dort wo Präzision in der Metallbebearbeitung gefragt ist.
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, aber viele Betriebe  nehmen gerne Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife. Wichtig sind gute Noten in Mathematik, Chemie  und Physik.
  • Eignung: Handwerkliches Geschick, Kreativität, Belastbarkeit, räumliches Vorstellungsvermögen.
  • Perspektiven: Wer bereit ist sich fortzubilden kann es weit bringen. Es gibt beispielsweise die Spezialisierung auf Werkzeugbau, Instandhaltung oder Wartung. Viele Zerspanungsmechaniker legen die Prüfung zum Industriemeister ab oder besuchen die Meisterkurse.
  • Alternativen: Industriemechaniker

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Im Vergleich zu anderen Handwerksberufen verdienen Zerspanungsmechaniker sehr gut. Hinzu kommen Schicht- und Wochenendzulagen. Bereits im ersten Lehrjahr zahlen viele Firmen über 700 Euro monatlich Ausbildungsvergütung. Aktuelle Zahlen gibt es auf den Internetseiten der Arbeitsagenturen.

Geschicklichkeit

Ohne handwerkliches Geschick geht in diesem Beruf nichts. Zerspanungsmechaniker warten täglich Maschinen und beheben Schäden. Ist ein Werkstück defekt stellen sie ein neues her.

Genauigkeit

Gute Sehkraft und eine ruhige Hand sind wichtig. Manchmal muss man bis auf dem tausendstel Millimeter genau arbeiten.

Gefahr

Nur wer konzentriert arbeitet, kann im Umgang mit Maschinen Unfälle vermeiden. Zerspanungsmechaniker tragen Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und eine Schutzbrille.


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