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Werkfeuerwehrmann/-frau Löschen, retten, bergen, schützen

Auszubildende zum Werkfeuerwehrmann absolvieren eine vielfältige technische Grundausbildung. Im zweiten Teil der Lehre geht es dann darum, Feuerwehrtechnik und -taktik einzuüben.

Stand: 07.01.2013

Das Triebwerk eines Flugzeugs ist in Brand geraten - eine Übung. Lodernd schlagen die Flammen aus dem Motor: Alarm für Jeffrey Seifert und seine Kollegen. Zu fünft sind sie im Einsatz. Das Feuerwehrauto rast mit Blaulicht und Martinshorn zum Brandort am Flughafen Frankfurt. Jeffrey legt schon im Auto die Atemschutzausrüstung an. Er ist Azubi im zweiten Lehrjahr. Binnen drei Minuten muss die Feuerwehr vor Ort sein, so die gesetzliche Vorschrift - binnen zwei Minuten wollen sie es schaffen, so die internen Vorgaben der Feuerwehr am Großflughafen.

Immer unter Druck

Kontrolle der Atemausrüstung

Jeffrey und sein erfahrener Kollegen gehen im Zweierteam gegen den Brand vor. Sie müssen sich hundertprozentig aufeinander verlassen können. Die Ausbilder beobachten den Übungseinsatz: Atemausrüstung gegenseitig kontrollieren, Schlauch anschließen, dem Brandherd nähern und dann Wasser marsch. Werkfeuerwehrleute arbeiten immer unter Druck, dürfen sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Jeder Handgriff muss sitzen, deshalb üben sie immer wieder kritische Situationen. Jeffrey heute zum ersten Mal.

Körperlich fit

Hier brennt "nur" ein Übungstriebwerk

Jetzt brennt nur ein Übungstriebwerk, aber wenn es zu einem Feuer an einem echten Flugzeug kommt, stehen mehrere hundert Menschenleben auf dem Spiel. Von beiden Seiten greifen Jeffrey und sein Kollege mit einem C-Rohr an, dann öffnen sie noch eine Klappe am Triebwerk, aus der immer noch Flammen schlagen. Mit spezieller Kleidung schützen sie sich vor Hitze. Die Arbeit ist anstrengend; Werkfeuerwehrleute müssen deshalb körperlich fit sein. Oft haben sie lange Arbeitstage und im Einsatz kommen sie auch mal an ihre Leistungsgrenzen. Außerdem müssen sie psychisch stabil sein. Es darf ihnen nichts ausmachen, Schwerverletzte oder auch Tote zu bergen.

Neben den Einsätzen arbeiten Werkfeuerwehrleute in Werkstätten, warten und pflegen die Einsatzfahrzeuge und -geräte. Sie absolvieren ständig Weiterbildungen als Rettungssanitäter, damit sie im Ernstfall Menschenleben retten können.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Werkfeuerwehrmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Berufsschule und in Ausbildungsbetrieben
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Werkfeuerwehren in großen Industriebetrieben und auf Flughäfen
  • Zugang: Grundsätzlich braucht man für die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann keine bestimmte schulische oder berufliche Voraussetzung. Viele Azubis haben die mittlere Reife, einige auch Fachabitur oder Abitur. Immer wieder bekommen auch junge Leute mit dem qualifizierenden Hauptschulabschluss eine Stelle.
  • Eignung: Werkfeuerwehrleute müssen technisches Verständnis mitbringen und sich für Mathematik, Physik und Chemie interessieren. Sie müssen körperlich fit, psychisch belastbar und teamfähig sein.
  • Perspektiven: Gruppenführer/-in, Brandschutzmeister/-in, Werkfeuerwehrtechniker/-in, Leiter/-in einer Feuerwehr
  • Alternativen: Berufsfeuerwehrmann/-frau, Rettungsassistent/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Wenn andere flüchten oder evakuiert werden, dann kommen Werkfeuerwehrleute zu Unfallstellen und Unglücksfällen. Sie müssen mit Gefahrstoffen umgehen und trotz Feuer und Hitze volle Einsatzbereitschaft zeigen.

Arbeitszeit

Werkfeuerwehrleute arbeiten meist in 24-Stunden-Schichten rund ums Jahr an allen Feiertagen und am Wochenende. Das ist anstrengend und oft schlafraubend.

Teamarbeit

Werkfeuerwehrleute gehen immer in Gruppen vor, einige löschen, andere sichern, wieder andere sorgen dafür, dass das Wasser nicht ausgeht. Jeder ist auf den anderen angewiesen und muss sich hundertprozentig auf seine Kollegen verlassen können.


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