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Wachszieher/-in Die Kunst der Kerzenmacher

Kerzenschein verbreitet Stimmung und Romantik. Trotzdem handelt es sich immerhin um eine offene Flamme. Damit Kerzen ruhig, gleichmäßig, schadstoffarm und sicher abbrennen, müssen die Wachszieher sauber arbeiten.

Stand: 18.01.2016

Marion Erhardt schüttet Paraffin-Pastillen in die Presse. Unter großem Druck formt die Maschine daraus große Altarkerzen. Später veredelt die Wachszieherin die Rohlinge mit mehreren Schichten Bienenwachs. Das geschmolzene Rohmaterial ist heiß und flüssig.

"Es spritzt schon mal auf die Hände, aber es ist nicht so heiß, dass man Blasen kriegt. Man macht es einfach weg, wenn es kalt ist. Das kann man vergleichen mit Enthaarungswachs, das zieht man ab und fertig."

Marion Erhardt

Dreidimensionale Darstellungen

Madonnenporträt aus Wachs

Wachszieher in der Fachrichtung Kerzenherstellung arbeiten vor allem in der Produktion. Sie müssen verschiedene Verfahren beherrschen und die Maschinen bedienen und bestücken. Dabei muss Marion auch richtig zupacken können: schwere Säcke und große Wachsplatten gehören zur Tagesordnung. In der Berufsschule in München lernen die Wachszieher zum Beispiel das Modellieren. Sabrina Dincher übt die dreidimensionale Darstellung eines Madonnenporträts. Sie ist im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Wachsbildnerin, der zweiten Fachrichtung der Wachszieher.

"Die Motive zu entwerfen, die eigenen Ideen hinein bringen, das macht viel, viel Spaß. Wenn man die eigenen Ideen kreiert hat und da ein Programm rein kommt, das dann viele Kunden bestellen, das macht Spaß."

Sabrina Dincher

Gestalten mit Kreativität

Verzierte Kerzen

Wachsbildner brauchen viel Kreativität. Sie verzieren Kerzen, entwerfen Gestaltungstrends und kombinieren Farben und Formen. Trotzdem muss niemand ein geborener Künstler sein. Das Handwerk der Wachszieher bietet genügend Vielseitigkeit, so dass jeder handwerklich geschickte Lehrling seine Nische finden kann.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Wachszieher/-in
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Berufsschule und in Kerzenfabriken oder -manufakturen in Industrie und Handwerk
  • Zugang: Grundsätzlich braucht man für die Ausbildung zum Wachszieher keine bestimmte schulische oder berufliche Voraussetzung. Erwartet wird jedoch mindestens ein guter Hauptschulabschluss.
  • Prüfung: Es gibt eine Zwischenprüfung und eine Abschluss- bzw. Gesellenprüfung mit einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Arbeitsproben und ein Prüfungsstück zeigen verschiedene Verfahren der Kerzenherstellung und -bearbeitung, sowie die Verzierung einer besonders großen Kerze. Die schriftliche Prüfung testet Technologie, technische Mathematik, technisches Zeichnen, Wirtschafts- und Sozialkunde.
  • Ausbildungsorte: Kerzenfabriken oder -manufakturen
  • Eignung: Wachszieher müssen Freude an handwerklicher Arbeit haben. Sie dürfen nicht zimperlich sein: heißes Wachs auf der Haut, Maschinenlärm und vergleichsweise warme Produktionsstätten dürfen ihnen nichts ausmachen. Mitunter müssen sie auch schwer heben. Säcke mit Rohmaterialien, Wachsplatten und Kerzenkartons können schon mal 20 Kilogramm wiegen. In der Fachrichtung Wachsbildner brauchen Wachszieher ein sicheres Gespür für Ästhetik. Gestalterische Neigung, zum Beispiel eine Vorliebe fürs Basteln, kann hier auf jeden Fall nützlich sein.
  • Weiterbildung: Meister/-in, Qualitätssicherung, Spezialisierung


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschicklichkeit

Handwerkliches Geschick brauchen die Wachszieher sowohl beim Bedienen der Maschinen, als auch bei der Verzierung von Kerzen. Empfindliche Materialien wie zum Beispiel Goldfolie oder kleinteilige Applikationen erfordern Fingerspitzengefühl.

Kreativität

Ob religiöses Motiv oder modischer Trend - Schmuckkerzen sind auch eine Frage der Ästhetik. Mit originellen Ideen und überzeugenden Konzepten haben moderne Wachszieher Erfolg bei den Kunden.

Mathematik

Welche Menge Wachs braucht man, für welche Menge Kerzen mit einer bestimmten Länge und einem bestimmten Durchmesser? Wachszieher müssen in der Lage sein, die Rezepturen nach dem jeweiligen Bedarf zu errechnen.


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