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Vermessungstechniker/-in Bergvermessung Maßarbeit unter Tage

Klaustrophobie darf man als Bergvermessungstechniker unter Tage nicht haben. Insgesamt bleiben sie manchmal mehr als acht Stunden unter Tage. Messen, kartieren und notieren - im Schein der Stirnlampe.

Stand: 31.03.2015

Ganz gleich, ob Salz, Kohle oder Gips. Bergvermessungstechniker vermessen Rohstofflagerstätten, nehmen deren geologischen Verhältnisse auf, fertigen Karten und werten die Ergebnisse aus. Sie arbeiten bei staatlichen Einrichtungen, sind bei Gruben angestellt oder in Planungsbüros. Die Ausbildungsregelung zum Vermessungstechniker Fachrichtung Bergvermessung wurde neu geregelt und trat am 01.08.2010 in Kraft.

Kletterpartie im Berg

Mit dem Aufzug nach unten

Wer unter Tage vermisst, der muss zudem körperlich fit sei. Lange Wege. Kletterpartien. Schweres Equipment - das fordert. Und das ist übrigens einer der Gründe, warum sich sehr wenig Frauen für den Beruf entscheiden. Die andere Seite des Berufs spielt sich im Büro ab: Obwohl Computer und CAD-Programme aus ihrem Arbeitsalltag nicht weg zu denken sind, müssen die Vermesser ebenfalls sicher mit Tusche und Zeichenstift umgehen können. Präzises Arbeiten gehört zum Handwerk! Handzeichnungen müssen beispielsweise bis auf 0,2 Millimeter genau sein. 

Grundlagen für die Planung

Die Daten der Bergvermessungstechniker bilden die Grundlage für die Abbauplanungen. In welcher Richtung lohnt sich der Abbau? Wo liegen undurchdringliche Schichten? Wie verläuft das Grundwasser? Jeder Meter, den sich die Kumpel im Berg bahnen, kostet immense Summen. Korrekte Planung spart Geld und maximiert die Ausbeute. Ein verantwortungsvoller Job für die Markscheiderei, so heißen die bergmännischen Vermessungsstellen.

Tradition wird groß geschrieben

Die Arbeit im Berg folgt eigenen Regeln: Tradition und Bergmannsehre spielen bei den Bergleuten und Bergvermessungstechnikern eine wichtige Rolle. Der Zusammenhalt der Mitarbeiter einer Grube geht meist weit über den in anderen Betrieben hinaus. Kein Wunder. Immer wieder vertrauen sich die Bergleute gegenseitig ihr Leben an. "Unter Tage" - kein Arbeitsplatz wie jeder andere.

Die Waschkaue

Die Waschkaue

Hier ziehen die Bergmänner ihre Arbeitskleidung an. Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe, Helm. Die funktionale Kleidung unterscheidet sich im Prinzip kaum von der auf Baustellen über Tage. Nur die Weiß- und Schwarzkauen sind Eigenarten im Bergwerksbetrieb: Statt in einem Spind hängen die Kumpel ihre Wäsche an die Decke. In der Schwarzkaue die Arbeitskleidung. In der Weißkaue die Straßenkleidung. Zwischen den beiden Räumen liegt stets der Duschbereich.

Allein im Dunkeln

Vermessung unter Tage

Meist arbeiten die Bergvermessungstechniker allein. Es kann vorkommen, dass sie eine ganze Schicht weder Tageslicht, noch einen anderen Menschen zu Gesicht bekommen. Neben Belastung durch Staub und Schmutz gehört das zu den Nachteilen des Berufes. Obwohl sich Bergvermessungstechniker während der Ausbildung sehr spezialisieren, bringen sie doch das Rüstzeug mit, auch herkömmliche Vermessungsaufgaben zu erledigen. Sie könnten sich deshalb prinzipiell auch auf Stellenangebote für klassische Vermessungstechniker bewerben.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Vermessungstechniker/-in - Fachrichtung Bergvermessung
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Bergvermessungstechniker/-innen werden im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule ausgebildet.
  • Ausbildungsorte: Überwiegend absolvieren Auszubildende ihre Ausbildung in Betrieben des Bergbaus, z. B. in den so genannten Markscheidereien im Kohle- bzw. Erzbergbau oder in Anlagen zur Kali- und Salzgewinnung. Oft sind sie für Messungen und Aufzeichnungen im Freien und unter Tage tätig, aber auch im Büro, z. B. beim Übertragen ihrer Messungen in Pläne, Karten und Register.
  • Prüfung: Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Prüfungsteil. Der praktische Prüfungsteil besteht aus der Durchführung von drei Arbeitsproben. Diese sollen in insgesamt höchstens 14 Stunden durchgeführt werden. Für die Arbeitsproben kommen insbesondere in Betracht: das Durchführen einer Vermessungsaufgabe und das Anfertigen eines Berichts darüber, das Auswerten, Berechnen und Kartieren, das Reinzeichnen. Der schriftliche Prüfungsteil umfasst die Fächer Technologie, technische Mathematik, markscheiderisches Zeichnen und bergmännisches Risswerk sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die maximale Prüfungsdauer beträgt sechs Stunden.
  • Zugang: Offiziell vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss - die Unternehmen suchen aber meist Bewerber mit mittlerer Reife und Abitur. Vor Beginn der Ausbildung müssen die Bewerber ihre Grubentauglichkeit vom Arzt bestätigen lassen.
  • Eignung: Bewerber sollten räumliches Vorstellungsvermögen und mathematische Kenntnisse mitbringen; außerdem sollten sie sorgfältig und genau arbeiten und körperlich belastbar sein.
  • Perspektiven: Beschäftigung finden Bergvermessungstechniker/-innen in Unternehmen des Bergbaus, den so genannten Markscheidereien. Nach ihrer Ausbildung müssen sich die Fachkräfte entscheiden, welche Einsatzgebiete für sie in Frage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht von der Darstellung und Dokumentation geografischer Gegebenheiten über Luftbildauswertung bis hin zu Sachbearbeitungsaufgaben.
  • Alternativen: Vermessungstechniker/in, Fachrichtung Vermessung (seit 01.08.2010), Karthograf/-in, Bauzeichner/-in, Bergbautechnologe / Bergbautechnologin, Fachrichtungen Tiefbohrtechnik oder Tiefbautechnik

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Bergvermessungstechniker müssen stets sehr präzise und korrekt arbeiten. Geringste Abweichungen beim Messen oder beim Justieren von Messinstrumenten können zu folgenschweren Fehleinschätzungen führen. Vermessungstechniker arbeiten mit hochpräzisen Messinstrumenten. Ein sorgsamer Umgang mit den teuren Geräten versteht sich deshalb von selbst.

Mathematik

Vermesser verwenden eigenen Einheiten. Während üblicherweise ein Vollkreis in 360 Grad eingeteilt wird, teilen die Vermesser einen Kreis in 400 GON. Sie messen Winkel im Uhrzeigersinn und die x und y Achsen ihrer Koordinatensysteme sind vertauscht. Alles kein Hexenwerk. Aber die Lehrlinge müssen sich erst einmal daran gewöhnen.

Info

Die Waschkaue. Hier ziehen die Bergmänner ihre Arbeitskleidung an. Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe, Helm. Die funktionale Kleidung unterscheidet sich im Prinzip kaum von der auf Baustellen über Tage. Nur die Weiß- und Schwarzkauen sind Eigenarten im Bergwerksbetrieb: Statt in einem Spind hängen die Kumpel ihre Wäsche an die Decke. In der Schwarzkaue die Arbeitskleidung. In der Weißkaue die Straßenkleidung. Zwischen den beiden Räumen liegt stets der Duschbereich.


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