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Uhrmacher/-in Der Beruf mit dem Tick

Uhrmacher/-innen stellen Uhren und andere Zeitmessgeräte her, warten und reparieren sie. Auch Hauptschüler können diesen Beruf erlernen, wem jedoch Mathe und Physik keinen Spaß macht, der ist hier fehl am Platz.

Stand: 16.12.2015

Montag, kurz nach acht Uhr. Bianca sitzt in der Berufsschule in Würzburg. Auszubildende aus Hessen, Thüringen und Bayern kommen in die Franz-Oberthür-Schule zum Blockunterricht. Ein Zeichenbrett liegt auf dem Tisch. Ersatzteile müssen berechnet und gezeichnet werden, bevor es in der Werkstatt ans Sägen, Drehen, Fräsen und Schleifen geht. Das erste Ausbildungsjahr gleicht einer kleinen Schlosserlehre. Immer wieder geht Bianca mit neuem Ehrgeiz heran: Genauigkeit, Geduld und Präzision bestimmen dieses Handwerk.

Am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung ist Bianca in der Lage einfachere Uhren zu reparieren und im Geschäft die Kundschaft kundig zu beraten. Die Ausbildung legt eine gute Basis. Das Feld der Uhrmacherei ist jedoch so groß, dass Bianca auch nach ihrer Ausbildung weiter lernen muss. Sie kann in Würzburg ihren Meisterkurs absolvieren und später eine eigene Uhrmacherwerkstatt betreiben. Gute Uhrmacher werden aber auch händeringend von der Industrie gesucht und haben sogar Chancen im Ausland, zum Beispiel der Schweiz.

"Man kann auch als Hauptschüler in dem Beruf eine Stelle finden, es ist gang wichtig, dass man eine gewisse Geduld mitbringt, eine gewisse Ausdauer und vielleicht physikalische und mathematische Kenntnisse, damit man eben wenn irgendwelche Teile fehlen aus einem Werk Berechnungen machen kann, um Ersatzteile herzustellen."

Josef Bleiziffer, Uhrmachermeister

Blick hinters Zifferblatt

Innenleben einer Uhr

Der Verdienst hängt stark von der Qualifikation ab. Uhrmacher, die sich einen Namen gemacht haben, verdienen gutes Geld. Während der Ausbildung gibt es zwischen 701 und 807 Euro. Die Arbeit des Uhrmachers bedeutet, seinen Arbeitstag im Sitzen zu verbringen. Um präzise arbeiten zu können, halten sie die Werkstücke unter eine Lupe und leuchten sie mit künstlichem Licht aus. Das kann ziemlich anstrengend für die Augen sein. "An manchen Tagen bin ich kaputt von der ständigen Konzentration", erzählt Bianca. "Doch meist vergesse ich in der Werkstatt die Zeit", fügt sie schnell hinzu, "denn der Blick hinter ein Zifferblatt ist unglaublich spannend." Insbesondere die Restaurierung alter Uhren reizt die 18-jährige. Der Beruf ist für Frauen wie Männer gleichermaßen geeignet. Denn statt Muskelkraft ist hier Konzentration, Präzision und Kreativität gefordert. "Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn Du eine alte Standuhr nach Jahren der Stille wieder zum Ticken bringst", schwärmt Bianca.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Uhrmacher/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung bei Uhrmachern und Berufsschule
  • Zugang: Es ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Wichtig sind gute Noten in Mathe und Physik.
  • Eignung: Geduld und Genauigkeit, handwerkliches Geschick, gut in Mathe und Physik
  • Perspektiven: Meister, Selbstständigkeit, Spezialisierung, z.B. auf Restaurierung

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Je nach Qualifikation verdienen Uhrmacher recht unterschiedlich. In der Ausbildung: 701 bis 807 Euro. Danach hängt das Einkommen im wesentlichen von den jeweiligen Anforderungen ab. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Genauigkeit

Eine mechanische Armbanduhr besteht aus 100 bis 250 Einzelteilen. Damit nach dem Zusammensetzen alles gut läuft, ist Genauigkeit wichtig. Zudem braucht es einen klaren Kopf, um den Überblick zu behalten.

Geschick

Handwerkliches Geschick ist erforderlich. Uhrmacher müssen mit kleinen Teilen umgehen können und Ersatzteile herstellen können.

Info

In der Industrie haben die Handwerker feste Arbeitszeiten, z.B. von 7.00 bis 15.30 Uhr. Wer in Uhrmachergeschäften arbeitet, der muss sich an den Ladenöffnungszeiten orientieren.


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