ARD-alpha - Ich mach's!


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Tierpfleger/-in Ein tierischer Job

Tierpfleger müssen jeden ihrer Schützlinge artgerecht versorgen, ob sie ihn mögen oder nicht. Und vor allem: sie müssen Ställe und Gehege sauber halten. Das heißt: ausmisten, ausmisten und noch mal ausmisten.

Stand: 25.06.2012

Martina macht im Tiergarten Nürnberg ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in der Fachrichtung Zoo. Als sie anfing hatten sich über 900 Bewerber auf nur drei Ausbildungsplätze gemeldet. Eine harte Konkurrenz. Wenn Martina den Stall ausmistet, müssen die tonnenschweren Panzernashörner ins Außengelände. Direkten Kontakt gibt es nie, denn die Sicherheit für die Pfleger, die Besucher und für die Tiere ist im Zoo oberstes Gebot. Eine große Verantwortung für Martina. Absolut zuverlässig muss sie jede Tür und jedes Schloss hinter sich absperren. Doch für "ihre" Tiere ist ihr kein Aufwand zuviel.

"Man kann den Tieren ja auch den Tag versüßen, wenn man mit denen zusammenarbeitet. Denen das Leben quasi leichter macht in der Gefangenschaft. Das macht schon Spaß. Weil man sieht: denen gefällt's dann auch und sie sitzen nicht nur herum und denken: ach, wäre ich doch nur draußen!"

Martina Dietsche

Tiere im Dienst der Forschung

Labormäuse

Andrea Dietzel arbeitet als Tierpflegerin in der Molekularbiologie der Universität Würzburg. Die Ausbildung zum Tierpfleger gibt es auch in der Fachrichtung Klinik und Forschung. Andrea versorgt über 700 Mäuse. Für einwandfreie Forschungsergebnisse leben sie in einer völlig sterilen Umgebung. Die Käfige stehen in Glasschränken, die durch eine Filteranlage temperiert und belüftet werden. An ihrem Arbeitsplatz trägt Andrea einen blauen OP-Kittel, Plastiküberzieher an den Schuhen, Latex-Handschuhe und einen Mundschutz. Sie weiß, dass die Untersuchungen am Immunsystem der Mäuse helfen sollen, Erkrankungen wie Asthma, Rheuma und Multiple Sklerose zu behandeln.

Alles für ein neues Zuhause

Hund beschnüffelt Tierpfleger

"Nein, nein! Da müssen wir erst schauen, ob sich die beiden vertragen!" Im Kleintierhaus des Nürnberger Tierheims erklärt Patrick Rath einer Besucherin, dass sie nicht einfach irgendein anderes Kaninchen zu ihrem eigenen setzen kann. Als Auszubildender in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension muss er eine Vielzahl von Tierarten kennen und ihre Bedürfnisse richtig einschätzen. Am liebsten arbeitet Patrick mit den Hunden. Im Tierheim landen viele Problemfälle. Die kleine Mischlingshündin Lucy ist so verängstigt, dass sie sich überhaupt nicht berühren lässt. Mit viel Geduld müssen die Tierpfleger ihr Vertrauen gewinnen, erst dann kann sie vermittelt werden. Patrick sitzt am Boden der Hundebox und spricht leise auf sie ein. Lucy ist begeistert - soviel Aufmerksamkeit! Sie ringt mit sich. Bald werden Freude und Neugier die Angst überwinden.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Tierpfleger/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Zugang: Rechtlich ist keine schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben, die Betriebe bevorzugen jedoch eine mittlere Schulbildung.
  • Prüfung: die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen und einem mündlichen Teil
  • Ausbildungsorte: Zoologische Gärten, Wild- und Tierparks, Aquarien und Terrarien, Forschungseinrichtungen, Tierheime, Tierkliniken
  • Eignung: Kenntnisse in Tierhaltung, gute körperliche Verfassung, großes Verantwortungsbewusstsein
  • Perspektiven: Gute Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der professionellen Tierhaltung
  • Weiterbildung: Spezialisierung, Tierpflegemeister/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Tierpfleger im Forschungsbereich arbeiten in steriler Umgebung. Die genaue Dokumentation ihrer Tierpopulation und die genaue Kontrolle der Lebensumstände der Tiere gewährleisten richtige Forschungsergebnisse.

Kraft

Die tägliche Stallarbeit und die Pflege der Gehege kostet viel Kraft. Vor allem im Zoo haben es Tierpfleger auch mit großen Tieren zu tun. Da müssen sie bei medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen auch zupacken können.

Gefahr

Viele Zootiere, wie Raubkatzen und Eisbären, sind für die Tierpfleger gefährlich. Aber auch im Tierheim müssen die Pfleger jederzeit mit unberechenbarem Verhalten rechnen.


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