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Textilreiniger/-in Saubere Arbeit

Immer mehr Menschen bringen ihre hochwertige Kleidung komplett zur Pflege in ihre Reinigung. Immer mehr Kliniken und Hotels lassen ihre Wäsche von Profis pflegen: von Textilreinigerinnen und Textilreinigern. Hartnäckige Flecken sehen sie als Herausforderung, zufriedene Kunden als Belohnung für ihren Pflegeservice rund um die unterschiedlichsten Textilien.

Stand: 06.11.2012

Jedes Mal wenn zufriedene Kunden die Reinigung verlassen, freut sich Carolina Drechsler. "Hab ich die Rotweinflecken aus dem Kleid aus bekommen? Ist der beinahe schwarze, stark verschmutzte Saum des Brautkleides wieder strahlend weiß und sauber?" Diese Herausforderungen sind der besondere Reiz in Carolinas Beruf als Texilreinigerin. Sie hat inzwischen ihre Meisterprüfung abgelegt und möchte sich beruflich noch weiterentwickeln. Dazu bestehen gute Chancen nach einer dreijährigen Lehre. Verschmutzte Wäsche gibt es immer, und die Nachfrage nach textilen Dienstleistungen steigt. "Wir pflegen, was sie lieben" heißt das Motto in der Reinigung, in der Carolina arbeitet.

"Mich hat halt am Anfang fasziniert: Es kommt schmutzig rein und es geht glatt und sauber wieder raus. Das ist das, was den Job ausmacht. Die Sauberkeit und das die Kunden sagen: Wir können zaubern. ..."

Carolina Drechsler, 25, Textilreiniger-Meisterin

Für jeden Fleck und jede Faser das richtige Mittel

Reinigungsmittel

Textilreiniger/-innen befreien unterschiedlichste Textilien von größtenteils hartnäckigen Verschmutzungen. Sie bedienen Reinigungsmaschinen mit den herkömmlichen chemischen Reinigungsverfahren und auch Maschinen für das modernere Verfahren der so genannten Nassreinigung auf Wasserbasis. Die Technik, also alles was in den Maschinen mit den Textilien geschieht, gehört auch zur Ausbildung. Hartnäckige und schwer zu reinigende Flecken behandeln sie individuell mit speziellen Reinigungsmitteln und -Methoden. "Detachieren" heißt das in der Fachsprache, es ist die Königsdisziplin in diesem Beruf, wo jede und jeder im Laufe seines Berufslebens auch ganz eigene Tricks und Kniffe entwickelt.

Sicher arbeiten, auf Umwelt und Gesundheit achten

Umgang mit chemischen Substanzen

Textilreiniger arbeiten mit chemischen Substanzen, kennen ihre Wirkung, lernen den sicheren Umgang mit diesen Substanzen. Umweltstandards müssen sie kennen und einhalten. Im Blockunterricht besuchen Nachwuchs-Textilreiniger die Berufsschule lernen dort die chemischen und technischen Details ihrer Arbeit. Im praktischen Ausbildungsalltag behandeln sie Wäsche von der Warenannahme über Reinigung oder Wäsche über Trocknen, Bügeln, Dämpfen, Mangeln bis hin zur Rückgabe an die Kunden. Sie lernen in einer Reinigung auch den Umgang mit Kunden und deren Beratung.  

"Ganz immense Umweltauflagen, die auch sehr gut sind. Wenn diese Umweltauflagen alle eingehalten werden, wovon man ja ausgehen muss, dann ist dieser Beruf nicht schädlicher als jeder andere Beruf auch. Vernünftiger Umgang mit Gefahrstoffen wie in anderen Berufen auch."

Gabriele Drechsler, Meisterin

Gefragte Fachleute

Waschstraße

Immer mehr Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Hotels und Industriebetriebe mieten die Berufskleidung ihrer Mitarbeiter bei großen Wäschereien. Auch dort werden Textilreiniger ausgebildet und beschäftigt. Die Branche sucht dringend Nachwuchs. Auszubildende sind dort in der Rolle eines "Full-Service-Textildienstleisters". Sie bedienen große Waschstraßen, riesige Heißmangeln und Maschinen, die Laken und sogar Hemden falten. In dieser Sparte des Textilreinigerberufs geht es sehr stark um Logistik, um den reibungslosen Ablauf der verschiedenen Behandlungsschritte für die Wäsche. Azubis bedienen hier große Maschinen, sie überwachen und steuern am Computer Arbeitsabläufe. Auch wenn die Maschinen vieles leisten, braucht die Wäscherei fachkundige Textilreiniger, um alle Prozesse und die Qualität der ganzen Arbeiten zu kontrollieren. Nur mit der Erfahrung von Textilreinigern können Wäschereien die sehr hohen Qualitäts- und Hygienestandards - etwa in Kliniken - erfüllen. Engagierter Nachwuchs kann die Leitung von Abteilungen übernehmen oder in Kundenbetreuung aufsteigen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Bezeichnung: Textilreiniger/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule)
  • Prüfung: Textilreiniger-Innung, in der Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Reinigungen, Wäschereien
  • Zugang: Offiziell ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
  • Eignung: Bewerber sollten technisches Verständnis haben, sich für Textilien interessieren und sich gerne um zufriedene Kunden bemühen.
  • Perspektive: Gut. Schmutzige Wäsche gibt es immer, die Arbeit geht Textilreinigern nicht aus. Vor allem bei hochwertiger Kleidung, bei speziellen Verschmutzungen, bei empfindliche Fasern und Materialien und für Wäsche, an die hohe Hygieneanforderungen gestellt werden.
  • Weiterbildung: Meister/-in, Techniker/-in Textiltechnik, Fachwirt/-in, Studium (Textil- und Bekleidungstechnik)

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Jedes Textilstück muss genau geprüft werden, um das richtige Reinigungsmittel und die passende Methode für unterschiedlichste Fasern anzuwenden.

Gefahr

Wenn Reinigungsmittel zur Neige gehen, müssen Behälter gewechselt werden. Beim Fleckenentfernen haben Azubis unmittelbaren Kontakt zu Reinigungsmitteln, die Augen und Haut reizen können.

Kompakt

Textilreiniger/-innen behandeln verschmutzte Wäsche unterschiedlichster Art. Sie arbeiten dabei mit speziellen Reinigungsmitteln. Ihre Arbeit erledigen sie meist mit modernen Maschinen, bei hartnäckigen Flecken aber auch individuell von Hand. Der Beruf entwickelt sich immer mehr zur Textildienstleistung mit einem Komplettservice inklusive Imprägnierung, Lieferung und Aufbewahrung.


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