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Technischer Produktdesigner/-in Mehr sein als Design

Technische Produktdesigner verbringen den Großteil ihres Arbeitstags vor dem Bildschirm. Sie setzen am Computer um, was sich Ingenieure und Konstrukteure ausgedacht haben.

Stand: 01.06.2015

Manuel lernt im dritten Lehrjahr. Schon früh hat er in dem kleinen Konstruktionsbüro eigenverantwortlich Projekte für Kunden betreut. Sein Arbeitsplatz ist am CAD-Programm. Zum Erstellen der Konstruktionszeichnungen braucht er räumliches Vorstellungsvermögen, er muss sich gut in Physik auskennen. Ausdehnungskoeffizienten und Toleranzbereiche dürfen keine Fremdwörter für ihn sein. Deshalb stellen viele Betriebe Realschüler oder Abiturienten bevorzugt ein. Aus dem Modell entwickelt er das Werkzeug, mit dem das Bauteil später in Serie gefertigt werden kann.

Genauigkeit hat oberste Priorität

Selbst für ein einfaches kleines Kunststoffbauteil braucht es ein kompliziert aufgebautes Werkzeug, das oft Millionen von Produktionsvorgängen aushalten muss. Wenn Manuel nicht weiterkommt, bespricht er die Probleme mit seinem Chef. Kurze Wege, schnelle Lösungen, Beherrschen der Fachterminologie, genaues Arbeiten, gerade im Kleinbetrieb erwartet der Chef hohen Einsatz. Manuel muss exakt arbeiten, oft auf einen tausendstel Millimeter. Am Ende druckt Manuel einen Plan aus Papier aus. Das ist ein Schritt, den viele Kunden inzwischen schon gar nicht mehr benötigen. Oft werden die Konstruktionsdaten online oder auf einem Datenträger verschickt.

Intelligente Autotür

Die Zukunft heißt intelligente Autotür

Susanne Born lernt im dritten Ausbildungsjahr. Sie arbeitet bei Brose in Coburg an einem Türfeststeller für Autotüren. Sie stellt ihr Projekt den Lehrlingen im ersten und zweiten Lehrjahr vor. Der Türfeststeller soll bald in Serie gehen und wurde schon einigen großen Automobilherstellern angeboten. Im nächsten Schritt geht es darum die Mechanik mit elektronischen Bauteilen zu verheiraten. Die Zukunft heißt intelligente Autotür: Sensoren erkennen das Nachbarauto am Parkplatz oder Menschen, die vor der Tür stehen und stoppen die Bewegung automatisch bevor hässliche Kratzer oder Verletzungen entstehen.

"Gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern ist die Grundvoraussetzung. Ganz wichtig sind auch Fleiß, Ehrgeiz und persönliches Engagement. Darauf steht die gesamte Berufsausbildung."

Roland Schmidt, Ausbilder

Die Lehrlinge im ersten Lehrjahr müssen hier auch handwerklich arbeiten. Ein Praktikum mit Feilen, Drehen und Bohren ist Pflicht. So lernen die Azubis die Materialien und ihre Eigenschaften kennen. Die Lehrlingswerkstatt in dem internationalen Unternehmen ist mit allem ausgestattet. Das ist der Vorteil der Ausbildung in einem großen Unternehmen. Susanne im Großraumbüro der Fachabteilung. Wechselarbeitsplätze: Teams finden sich hier am Rechner zusammen. Sie kennt sich mit verschiedenen Konstruktionsprogrammen aus, hat sich in komplizierte Zusammenhänge eingearbeitet. Sie betreut viele internationale Kunden - deshalb steht technisches Englisch bei Susanne auch auf dem Lehrplan, weil viele Programme mit englischen Befehlen arbeiten.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Technischer Produktdesigner/-in (Aufgeteilt in Produktgestaltung und- konstruktion und Maschinen- und Anlagenproduktion)
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung
  • Ausbildungsorte: Im Betrieb und in der Berufschule
  • Zugang: Es ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Es werden aber junge Leute mit mittlerer Reife und Abitur bevorzugt.
  • Eignung: Technische Produktdesigner brauchen räumliches Vorstellungsvermögen. Gute Noten in den Schulfächern Mathematik und Physik werden verlangt. Außerdem sollten technische Produktdesigner teamfähig sein und genau arbeiten können.
  • Perspektiven: Technische Produktdesigner arbeiten in großen Produktionsbetrieben und in kleinen Konstruktionsbüros. Bei guter Eignung können sie sich spezialisieren und zum Konstrukteur aufsteigen.
  • Weiterbildung: Es gibt die Möglichkeit einer Technikerausbildung. Einige technische Produktdesigner legen auch noch mit einem Ingenieurstudium nach.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geld

Der Beruf erfordert hohe Konzentration und Flexibilität und wird deshalb auch überdurchschnittlich bezahlt.

Team

Technische Produktdesigner arbeiten häufig mit Kollegen aus der Konstruktion und Produktion Hand in Hand.


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