ARD-alpha - Ich mach's!


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Systemelektroniker/-in Geht nicht? - Gibt's nicht!

Systemelektroniker finden Lösungen selbst für verzwickte Probleme. Sie kennen sich aus mit kleinsten elektronischen Bauteilen und elektrischen Systemen lassen aber auch an Drehbank und Fräse die Teilchen fliegen.

Stand: 24.09.2015

Noch ein Knopfdruck, noch mal alle Einstellungen überprüfen - und dann geht's los. Langsam gibt Andreas Wagner Gas und zieht den Steuerknüppel nach hinten. Er sitzt in einem Flugsimulator für ein Kampfflugzeug. Aber er ist kein Pilot - er macht eine Ausbildung zum Systemelektroniker. Warum er dann ein paar Runden drehen darf? Weil er den Simulator mitgebaut hat!

Ein Job für Tüftler

Flugsimulator

Denn Andreas Ausbildungsbetrieb entwickelt Flugsimulatoren - Systemelektroniker sind dabei sehr wichtig. In die Simulatoren kommen nämlich keine Originalbauteile, die wären viel zu teuer. Andreas und seine Kollegen müssen die einzelnen Teile deshalb nachbauen. Für diesen Simulator hat Andreas einen Prototypen der Fahrwerkschaltung gebaut. Eine echte Fummelarbeit in der Werkstatt! Angefangen hat er mit dem Kabelbaum: Er flechtet nur wenige Millimeter dünne Kabel zusammen und lötet die Enden auf eine Platine. Auch die Teile für das Gehäuse macht er selbst - an der Drehbank und der Fräse. Dann setzt er alles zusammen. Eine Bastelei, die Andreas mag. Schon als Kind war er ein Tüftler, sagt er. Und die Mühe lohnt sich: Mit ein paar Änderungen kommt sein Prototyp tatsächlich in den Simulator.

Ein Schrank voll Technik

Leiterplatten

Die Arbeit mit kleinsten Teilen gehört zum Alltag von Systemelektronikern: Sie verknüpfen Kabel, bestücken Leiterplatten mit Widerständen, Transistoren und Dioden und verbinden Netzteile, Sicherungen und Relais. Etwa bei Schaltschränken, die später mal eine Heizung steuern. Die baut Felix Schneider. Er setzt das Gehäuse zusammen und bestückt eine Montageplatte mit verschiedenen elektronischen Bauteilen. Die verkabelt er dann - jedes kleine Kabel muss an die richtige Stelle. Mit dem Computer überprüft er die Einstellungen; sind alle Funktionen okay, kann der Schrank beim Kunden installiert werden. Und auch das macht Felix. Bei seinem Job kommt er viel rum - zu Installationen und zum Kundendienst.

Strom aus Sonnenkraft

Und Strom - für den ist Mathias Gschwind zuständig. Mit einem Modul einer Photovoltaikanlage balanciert er gerade über das Dach eines Wohnhauses. Insgesamt 20 solcher Module bringt er nach oben und verschraubt sie. Danach geht's in den Keller. Dort installiert Mathias Sicherungen, Wechselrichter und den Schaltschrank und schließt die Anlage ans Stromnetz an. Und siehe da: das Rädchen beginnt sich zu drehen - die Anlage gewinnt aus Sonnenkraft Strom. Systemelektroniker haben mit ihrer Ausbildung viele Möglichkeiten - im Handwerk und in der Industrie. Ob Tüfteln in der Werkstatt oder Installation vor Ort - fast jeder Systemelektroniker macht was anderes. Aber eins haben sie alle gemeinsam: Probleme gibt's nicht - nur Lösungen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Systemelektroniker/-in
  • Ausbildungsdauer: Dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: Ausbildung im Betrieb, an der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen bei den Elektro-Innungen.
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Betriebe des Elektrotechnikerhandwerks
  • Zugang: es gibt keine schulische Zugangsvoraussetzung - die meisten Systemelektroniker haben die mittlere Reife.
  • Eignung: gute Kenntnisse in Mathematik und Physik, analytisches Denken, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick.
  • Perspektiven: Spezialisierung auf bestimmte Anwendungsbereiche; Weiterbildung zum Techniker (Fachrichtung Elektrotechnik oder Maschinentechnik); Meisterprüfung - berechtigt zum Führen eines eigenen Betriebs; Studium zum Bachelor und Ingenieur.
  • Alternativen: am ähnlichsten ist der Elektroniker für Geräte und Systeme, der in der Industrie ausgebildet wird; Ausbildungs-Alternativen im Handwerk sind der Elektroniker für Automatisierungstechnik, für Informations- und Telekommunikationstechnik, für Maschinen- und Antriebstechnik und der Informationselektroniker; Ausbildung und Aufgaben überschneiden sich bei den elektrotechnischen Berufen sehr häufig.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Systemelektroniker gehören zu den schlechter bezahlten Azubis: Während der Ausbildung bekommen sie durchschnittlich 520 Euro brutto im Monat. Nach der Lehre liegt der Lohn oft zwischen 2.200 und 2.800 Euro.

Genauigkeit

Genaues Arbeiten ist sehr wichtig: Systemelektroniker arbeiten meist mit Plänen, an die sie sich halten müssen. Sie verwenden nur wenige Millimeter große Kabel und Teile - Fummelarbeit ist angesagt!

Mathematik

Systemelektroniker haben jeden Tag mit Schaltungen und elektrischen Größen zu tun. Um die berechnen zu können, brauchen sie Kenntnisse in Mathematik und Physik sowie analytisches Denken.

Neuer Ausbildungberuf: Industrieelektriker

Er ergänzt die Elektronikerberufe. Man kann erst als Industrieelektriker starten und sich dann nach zwei Jahren spezialisieren, auf zum Beispiel Systemelektroniker. Die alten Ausbildungen bleiben zwar noch bestehen, die neue Regelung soll als Vorbild auch für andere Sparten dienen.

Der Industrieelektriker der Zukunft beinhaltet derzeit:

  • Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme,
  • Elektroniker für Geräte und Systeme,
  • Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik,
  • Elektroniker für Automatisierungstechnik,
  • Elektroniker für Betriebstechnik und Systemelektroniker
  • Elektroanlagenmonteur

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