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Fachkraft für Süßwarentechnik Faszination Schokolade und Technik

Fachkräfte für Süßwarentechnik stellen an hochmodernen Maschinen süße Leckereien her. Sie sorgen dafür, dass die Produktion läuft, beheben kleine Störungen und kontrollieren die Qualität der süßen Produkte.

Stand: 22.02.2016

Ein überdimensioniertes Rührgerät durchmischt die geschmeidige weiße Nougatcreme. In einem großen Metallkessel wird die Masse langsam auf die optimale Temperatur gebracht. Sie liegt bei etwa 23 Grad. Bei der Verarbeitung von Schokolade spielt die Temperatur eine wichtige Rolle: Die Schokomasse darf nicht zu fest, aber auch nicht zu weich sein. Katja Weisser kontrolliert regelmäßig die Maschine, füllt bei Bedarf Nougat nach und überwacht die Qualität.

Süßes - rund um die Uhr

Schokohasen

Katja macht die Ausbildung zur Fachkraft für Süßwarentechnik in Aachen. An großen Produktionsanlagen werden Pralinen, Nougat und Schokoladen hergestellt - rund um die Uhr. Schichtdienst und Arbeit am Wochenende gehören zum Berufsalltag. Wenn die Maschinen einmal streiken, muss Katja anpacken und den Fehler finden. Kleinere Störungen kann sie selbst beheben, bei großen Problemen muss der Mechatroniker ran.

"Das ist so wie wenn man zu Hause ein neues Elektrogerät bekommt, mit dem muss man sich erstmal auseinandersetzen. Dazu ist die Ausbildung da, um den Umgang mit den Maschinen zu lernen. Man findet sich einfach so da rein und da es irgendwann täglich Brot ist, kommt man damit irgendwann ganz gut mit klar."

Katja Weisser (22), 3. Lehrjahr

Von der Kakaobohne bis zur Schokolade

Kakaobohnen

Wie Schokolade hergestellt wird, lernen die Auszubildenden in der Berufschule in Solingen. Sie nehmen die Kakaobohne unter die Lupe: unauffällige, hellbraune Bohnen bedecken den Tisch. Manche ganz klein und verschrumpelt, manche mandelförmig und wohl geformt. Die Azubis nehmen eine Stichprobe, um die Qualität des Rohstoffs zu bestimmen. Denn nur gesunde Bohnen ohne Schimmelbefall werden weiterverarbeitet.

Glänzen und Knacken

Was in Industriebetrieben Maschinen erledigen, fertigen die Azubis in der Berufsschule von Hand. Julian verteilt geschmolzene Schokolade auf dem Tisch, durchmischt die Masse immer wieder mit speziellem Werkzeug und misst regelmäßig die Temperatur. Der 21-Jährige stellt gefüllte Schokoladentafeln her. Schritt für Schritt - erst die Hülle, dann die Masse für die Füllung, dann kommt alles in den Kühlschrank. Am Ende dann Spannung: Glänzt die Schokolade, knackt sie beim ersten Brechen und vor allem: schmeckt die eigene Kreation?

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft für Süßwarentechnik
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule. Alle Azubis besuchen die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft in Solingen - immer ein paar Wochen am Stück. Während der Berufschulzeit leben die Lehrlinge im Wohnheim. Im 3. Lehrjahr wählen die Azubis eine der vier Fachrichtungen: Konfekt, Schokolade, Dauerbackwaren, Zuckerwaren
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Industriebetriebe, die Schokolade, Pralinen, Bäckerei- und Konditoreiwaren herstellen
  • Zugang: Offiziell vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss - die meisten Azubis haben den qualifizierenden Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.
  • Eignung: Bewerber brauchen gute technische Fähigkeiten, handwerkliches Geschick, Kenntnisse in Mathematik, Biologie und Chemie.
  • Perspektiven: Techniker oder Meister, Spezialisierung auf die Bereiche Qualitätskontrolle oder Produktentwicklung.
  • Alternativen: Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Konditor/-in, Fachkraft für Fruchtsafttechnik, Müller/-in, Milchtechnologe/-in

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Die Fachkraft für Süßwarentechnik braucht handwerkliches und technisches Geschick. Handwerkliches, um während der Ausbildung Konfekt oder eine Tafel Schokolade herzustellen - von Hand. Technisches, um die großen Maschinen am Laufen zu halten und notfalls kleinere Reparaturen vorzunehmen.

Info

Spezielle Kittel, Haube auf dem Kopf, Handschuhe - wer in der Lebensmittelbranche arbeitet, muss strenge Hygienestandards einhalten. Arbeitskleidung gehört zum Berufsalltag. In vielen Betrieben laufen die Maschinen rund um die Uhr. Das heißt, die Fachkraft für Süßwarentechnik muss sich auf Schichtdienst einstellen und auch mal am Wochenende arbeiten.


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