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Sport- und Fitnesskaufmann/-frau Sportangebote auf den Kunden zuschneiden

Stand: 22.06.2016

Dass man "Tee" nicht immer trinken kann und dass der Begriff "Putten" nicht zwingend ein Synonym für Skulpturen ist, wusste Lisa Janeck vor ihrer Ausbildung nicht. "Damals hatte ich vom Golfsport nicht den Hauch einer Ahnung", gibt die 21-Jährige zu. Das hat sich mittlerweile geändert. Vor einem Jahr hat Lisa ihre Prüfung zur Sport- und Fitnesskauffrau erfolgreich absolviert und wurde von ihrem Ausbildungsbetrieb, dem Golfclub Herzogenaurach, übernommen.

Vielfältige Aufgaben

Kundenberatung

Im Kalender des Golfclubs stehen in diesem Jahr mehr als 130 Termine, ein Großteil davon sind Turniere. Auf Lisa wartet also jede Menge Arbeit, denn neben der Ausschreibung ist sie auch für die Organisation und die Durchführung verantwortlich. Eine Checkliste erstellen, Pokale aussuchen und bestellen, die Verpflegung organisieren, Hotelzimmer reservieren - die Aufgaben sind vielfältig. Mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit sitzt Lisa am PC, schreibt Rechnungen und beantwortet E-Mails. Außerdem hält sie an der Empfangstheke die Stellung. "Dort begrüße ich die Kunden, helfe ihnen bei Fragen weiter oder informiere sie über die anstehenden Turniere." Lisa hat immer ein Lächeln im Gesicht, "schließlich sollen sich die Menschen bei uns wohlfühlen".

Flexible Arbeitszeiten

Am liebsten spielen die Menschen natürlich Golf, wenn die Sonne lacht - und dann auch gerne mal bis spät am Abend oder am Wochenende. Entsprechend flexibel sind Lisas Arbeitszeiten. "Im Sommer komme ich oft nicht vor 21 Uhr nach Hause." Doch das mache ihr nichts aus. "Der Beruf macht Spaß und ich lerne dabei viele nette Leute kennen." Abbauen kann sie die Überstunden im Winter, vor allem im Januar. "Da ist so gut wie nichts los auf dem Platz." Zeit, die die Mitarbeiter nutzen, um sich um Rechnungen und andere liegengebliebene Arbeit zu kümmern - oder ausgiebig Urlaub zu machen. Ausbildungsplätze in Golfclubs, Vereinen und Verbänden sind momentan noch rar. Die meisten Azubis lernen ihr Handwerk in Fitness-Studios. So wie Samantha Schäffer, die ihre Ausbildung im September in Würzburg begonnen hat. Wie Lisa hat sie die Schule mit der Mittleren Reife abgeschlossen. Und wie Lisa hat auch Samantha kein Problem mit den flexiblen Arbeitszeiten. "Unser Studio hat an manchen Tagen bis 22.30 Uhr geöffnet. Das bedeutet, dass ich je nach Schicht den halben Tag frei habe und erst um 17 Uhr mit der Arbeit beginne."

Kommunikationsfähigkeit ist ein Muss

Die 19-Jährige ist offen und geht gerne auf Menschen zu. "Wer diese Fähigkeit nicht besitzt, ist in einem anderen Beruf besser aufgehoben", sagt Samanthas Chefin Steffi Schweighöfer. Denn mit Menschen zu reden, sie zu informieren und zu beraten mache einen großen Teil der Arbeit im Fitness-Studio aus. "Unsere Mitarbeiter müssen auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen können. Vor allem wenn es darum geht, ihnen einen individuellen Trainingsplan zu erstellen." Um für diese Aufgabe auch praktische Erfahrung mit einfließen lassen zu können, hat Samantha den Trainerschein gemacht. Daneben ist sie für den Check-In und -Out an der Empfangstheke zuständig. Sie beantwortet Telefonate, koordiniert Termine und kontrolliert die Sauberkeit der Räume. Bald wird sie auch Statistiken und Auswertungen am Computer erstellen. "Dann kann man zum Beispiel auf einen Blick sehen, an welchem Tag und um welche Uhrzeit das Studio zu wie viel Prozent ausgelastet ist." Auch in die Organisation wird sie demnächst miteingebunden. "Ich soll die Weihnachtsfeier planen und mich unter anderem ums Essen kümmern." Eine Herausforderung, die Samantha gerne annimmt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Sport- und Fitnesskaufmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Zugang: Grundsätzlich wird keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben, die Schulpflicht muss jedoch erfüllt sein. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hochschulreife ein.
  • Eignung: Die Bewerber sollten Interesse an Sport haben, schnell Kontakte knüpfen und sorgfältig arbeiten können. Außerdem sind gefragt: Kommunikationsfähigkeit, Kundenorientierung, gute Umgangsformen, selbstständige und systematische Arbeitsweise, kaufmännisches Denken, Organisationstalent und pädagogisches Geschick. Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung zum/zur Fitnesskaufmann/-frau bilden vertiefte Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Wirtschaft.
  • Prüfung: Die schriftliche Prüfung besteht aus den drei Teilen Sport- und Fitnesswirtschaft, Planung, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. In der mündlichen Prüfung wird anhand eines Fachgesprächs bewertet, inwieweit der/die Auszubildende Fach- und Sozialkompetenz anwenden kann.
  • Perspektiven: Nach ihrer Ausbildung müssen sich Sport- und Fitnesskaufleute meist entscheiden, welche Einsatzgebiete für sie in Frage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht von Büro und Verwaltung über Marketing bis zur Öffentlichkeitsarbeit. Daneben gibt es vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel zum/zur Sportfachwirt/in, zum/zur Fitnessfachwirt/in oder zum/zur Golfsekretärin. Denkbar ist auch, dass sich Sport- und Fitnesskaufleute mit einem eigenen Fitness-Studio selbstständig machen.
  • Mögliche Einsatzorte: Beschäftigung finden Sport- und Fitnesskaufleute bei einer Vielzahl von Organisationen und Unternehmen: bei Sportverbänden und -vereinen, bei Betreibern von Golfplätzen, Schwimmbädern, Kletterhallen und Fußballstadien sowie bei Wellness- und Gesundheitszentren. Darüber hinaus können sie auch in Tourismuszentralen oder im Sportfachhandel tätig sein.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Angehende Sport- und Fitnesskaufleute verdienen im Schnitt zwischen 450 und 650 Euro brutto im Monat.

Info

Der Ausbildungsberuf wurde erst 2001 eingeführt und ist damit noch ziemlich jung. Die überwiegende Anzahl der Auszubildenden erlernt den Beruf in Fitness-Studios. Vereinzelt bilden jedoch unter anderem auch Golf-Clubs und Vereine aus. Der Unterricht in der Berufsschule findet blockweise statt.


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