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Speiseeishersteller/-in Eiskaltes Vergnügen

Speiseeishersteller ist ein Dienstleistungs- und Saisonberuf: Oft herrscht Zeitdruck, vor allem am Wochenende oder an sonnigen Tagen. Nicht nur Eiscafés, auch Konditoreien und Restaurants mit eigener Eisproduktion bilden aus.

Stand: 08.08.2016

Wenn die Sonne scheint, muss es schnell gehen, bei "Eis Fontanella" in Mannheim. Luca-Nicola Liberto, Azubi im 1. Lehrjahr, hilft dann im Straßenverkauf mit, die Leute stehen schon Schlange. Orange-Krokant, Vanille mit Lavendel oder Zitroneneis mit Salbei? Luca kennt das ganze Eisangebot. Als angehender Speiseeishersteller verkauft er nicht nur die eiskalte Süssigkeit und bedient die Gäste im Café, sondern lernt auch, das Eis selbst herzustellen - nach traditionellen Rezepten.

Eis im Sommer - Kuchen im Winter

Eissorten

Nicht nur Eiscafés, auch Konditoreien und Restaurants mit eigener Eisproduktion bilden aus. Hinter der Theke bereiten die Lehrlinge Eisbecher vor, sie sorgen für Sauberkeit und achten auf die Hygiene bei der Zubereitung. Speiseeishersteller ist ein Dienstleistungs- und Saisonberuf: Oft herrscht Zeitdruck, vor allem am Wochenende oder an sonnigen Tagen. Dann wird in Eiscafés bis in den späten Abend bedient. In der warmen Jahreszeit ist sehr viel zu tun, im Winter und an Regentagen weniger. Im Winter machen Speiseeishersteller übrigens keine monatelange Pause - die meisten Eiscafés schließen nicht mehr, sondern servieren dann Kaffee, Waffeln und Kuchen.

Kurze Ausbildungszeit

Luca gehört zu den wenigen Azubis, die Speiseeisherstellung lernen. Obwohl es handgemachtes Eis in Italien schon seit Jahrhunderten gibt, ist der Beruf des "Speiseeisherstellers" bei uns noch ganz neu: Erst seit 2008 ist er hier anerkannt. Deshalb gibt es auch noch wenige Azubis. Vor allem Hauptschüler haben gute Chancen. Ihr Vorteil: Die Ausbildung dauert nur zwei Jahre.

"Mein Vater macht selbst Eis, mein Urgroßvater machte damals auch Eis. Ich hab als Kind immer zugeschaut, wie man das macht, nicht oft, aber ab und zu hab ich ihn besucht in der Eisdiele. Den Beruf gibt es noch nicht lange, sondern erst seit 2008, und dann hab ich da angefangen, 2010."

Luca-Nicola Liberto (18), 1. Lehrjahr

Eis, Sorbets und Eistorten

Eisherstellung

In der Berufsschule lernen die Azubis viel über Hygiene- und Gesundheitsvorschriften, über die richtige Lagerung von Rohstoffen und Eis. Im praktischen Unterricht lernen sie, Zutaten abzuwiegen und probieren Rezepte für Creme- und Milcheis, für Sorbets und Eistorten aus. Die Julius-von Liebig-Berufsschule in Mannheim hat sich als bisher einzige in Deutschland auf den neuen Beruf eingestellt und ist mit Eismaschinen und Geräten gut ausgerüstet - in anderen Bundesländern sitzen die angehenden Speiseeishersteller oft gemeinsam mit den Konditoren in einer Klasse. Anders als in den meisten anderen Berufen findet der Blockunterricht vor allem im Herbst und im Winter statt.

Italienische Tradition

Zutaten für Fruchteis werden geliefert

In der Eismanufaktur stellen die angehenden Speiseeishersteller die verschiedenen Sorten selbst her - aus natürlichen Rohstoffen wie Milch, Sahne und Obst, ohne Farb- und Konservierungsstoffe. Das ist ein großer Unterschied zum industriell gefertigen Eis, das es im Supermarkt zu kaufen gibt. Das wird in großen Mengen in der Fabrik hergestellt und enthält fast immer Konservierungs- und Farbstoffe. Dort werden auch keine Speiseeishersteller ausgebildet wie Luca, sondern Lebensmitteltechniker. Viele Azubis arbeiten in italienischen Eiscafés, denn die Tradition des Eismachens kommt aus Italien - deshalb sprechen die meisten Mitarbeiter Italienisch. Diese Sprache sollte man also gut beherrschen. Sie wird aber in vielen Berufsschulen auch gelehrt.

Nachfolger gesucht

Nach der Lehre können Speiseeishersteller noch eine Ausbildung draufsatteln, zum Beispiel als Konditor oder Restaurantfachmann. Viele träumen von einem eigenen Betrieb. Die Berufschancen sind nicht schlecht - viele Eismacher suchen qualifizierte Mitarbeiter oder gar Nachfolger für ihr Eiscafé.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Speiseeishersteller/-in
  • Ausbildungsdauer: zwei Jahre
  • Ausbildungform: Dual (Betrieb, Berufsschule). Im Winter haben die Azubis viel mehr Unterricht in der Berufsschule als im Sommer, da sie an den heißen Tagen in den Eisdielen im Einsatz sind.
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Zugang: Grundsätzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten angehenden Speiseeishersteller haben den Hauptschulabschluss.
  • Eignung: Speiseeishersteller müssen für Rezepte Mengen berechnen können, gute Noten in Mathe sind also gefragt. Im Eiscafé müssen sie auch bei Stress immer freundlich bleiben und unter Zeitdruck schnell und sorgfältig arbeiten können.
  • Perspektiven: Nach der Lehre können die Azubis noch eine Lehre draufsatteln, z.B. als Konditor /-in oder Restaurantfachmann /-frau. Viele träumen von einem eigenen Café. Die Chancen sind nicht schlecht, da viele Eisdielenbesitzer qualifizierte Kräfte oder einen Nachfolger suchen. Doch ist der Beruf noch recht unbekannt - auch bei denjenigen, die einstellen.


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Vor allem beim Abwiegen der Zutaten müssen Speiseeishersteller exakt arbeiten.

Kommunikation

Speiseeishersteller haben mit Kunden zu tun und müssen auch bei Hitze und Zeitdruck immer freundlich bleiben.

Arbeitszeit

Speiseeishersteller haben einen Saisonjob - im Sommer, bei gutem Wetter ist viel zu tun, auch bis spät abends. Im Winter und an Regentagen haben sie weniger zu tun und können auch mal früher Schluss machen, wenn es der Chef erlaubt. Der Berufsschulunterricht findet zum Großteil im Herbst und im Winter statt.


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