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Siebdrucker/-in Brillante Motive mit Sieb und Rakel

Siebdrucker drucken Bilder, Schrift und grafische Formen auf unterschiedlichste Materialien. Sie können Glas und Stein bedrucken, Keramik, Papier oder Plastik. Hohe Farbkraft und brillante Ergebnisse zeichnen dieses Druckverfahren aus.

Stand: 14.09.2015

Siebdruckerlehrlinge stellen zuerst eine Druckvorlage her, meist am Computer. Diese Druckform übertragen sie auf einen Reprofilm und drucken diesen aus. Dann geht's zur Siebkopiebelichtung: Die Vorlage wird mit UV-Bestrahlung auf einen Siebrahmen übertragen, der beschichtet ist mit einer lichtempfindlichen Emulsion. Nun müssen sie die Schablone ausspritzen: Die Teile, die nicht belichtet wurden, lassen später die Farbe durch.

"Es ist nicht ganz so eintönig wie im Büro. Man macht nicht jeden Tag dasselbe. Man sieht in unserer Firma eigentlich jeden Tag was anderes, mehrmals am Tag was anderes. Wenn irgendetwas schief geht, es hat immer andere Ursachen - man muss sie immer Schritt für Schritt beheben."

Nina Eckhardt (17), 3. Ausbildungsjahr

Achtung giftig!

Jetzt den Siebrahmen an der Druckmaschine einspannen. Eine Rakel verteilt nun die Farbe über das Sieb. Wo es durchlässig ist, gelangt die Farbe auf die Unterlage. Fürs Drucken eignen sich alle glatten Flächen, aber auch runde Formen. An den Maschinenlärm in den Druckhallen müssen sich die Auszubildenden gewöhnen. Ebenso an den Geruch von Lösemitteln: Diese werden beim Trocknen der Farben freigesetzt und könnten die Atemwege belasten. Deshalb arbeitet jede Druckmaschine mit einer Absauganlage. Farbspritzer auf der Kleidung gehören zum Alltag. Die Azubis tragen deshalb Arbeitskleidung. Schmutzempfindlich sollten sie also nicht sein.

"Also ich find's klasse beim Siebauswaschen, wenn die ganzen Konturen zur Geltung kommen, wenn das Druckbild halt dann frei wird, wenn's beim Siebauswaschen dann fertig ist."

Andreas Christl (16), 2. Ausbildungsjahr

Einrichten der Druckmaschine

Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick brauchen sie beim Maschineneinrichten und für das Farbenmischen ein gutes Farbgefühl. Wer rotgrünblind ist, eignet sich nicht für diesen Beruf. Außerdem ist Präzision gefragt beim Kontrollieren und Abmessen der Druckvorlagen. Ausbildungsstellen gibt es in Siebdruckfirmen und größeren Druckbetrieben, die Werbemittel kennzeichnen. Die Azubis haben eine Fünf-Tage-Woche und arbeiten meist von 7 Uhr bis 15.30 Uhr.

"Ich finde den Beruf halt gut, weil - es ist immer ein Unterschied da. Man bedruckt jeden Tag eigentlich verschiedene Sachen, zum Beispiel Stein, Keramik, Plastik, Plexiglas, ganz normales Papier! Das ist immer was verschiedenes, und das ist einfach schön."

Lucas Schmidt (18), 3. Ausbildungsjahr

Ein vielfältiger und abwechslungsreicher Beruf. Verglichen mit anderen Lehrberufen verdienen die Siebdruckerlehrlinge in den drei Ausbildungsjahren eher überdurchschnittlich. Die Siebdruckerausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben, die meisten Azubis haben den qualifizierenden Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Siebdrucker/-in
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule)
  • Prüfung: IHK
  • Ausbildungsorte: Handwerks- und Industriebetriebe des Druckgewerbes
  • Vergütung: 797 Euro (1. Lehrjahr), 849 Euro (2. Lehrjahr), 900 Euro (3. Lehrjahr)
  • Zugang: kein besonderer Schulabschluss nötig
  • Eignung: Farbgefühl, handwerkliches Geschick
  • Perspektiven: Meister/-in, Techniker/-in, Druck- und Medientechnik studieren

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Siebdrucker müssen exakt arbeiten können. Wenn sie die Druckvorlage in die Maschine einspannen, geht es um jeden Millimeter. Das Druckbild muss genau in der Mitte sitzen und den richtigen Abstand zum Rand haben.

Arbeitskleidung

Beim Farbenmischen und -auftragen an der Maschine gibt’s oft Farbspritzer. Siebdrucker-Azubis tragen daher Arbeitskleidung, einen Overall oder ein altes T-Shirt. Auch Handschuhe sind von Vorteil.


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