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Schneidwerkzeugmechaniker/-in Schleifen für scharfe Klingen

Fräser, Messer, Sägeblätter: Schneidwerkzeugmechaniker sorgen dafür, dass stumpfe Werkzeuge wieder scharf werden. Je nach Fachrichtung stellen sie auch Messer her - zum Beispiel für das Fleischerhandwerk, für die Gastronomie und für Messerliebhaber.

Stand: 20.06.2012

Tobias legt ein Sägeblatt in die Schleifmaschine ein. Die Zähne des Werkzeugs sind stumpf, deshalb schleift der Geselle sie nach. Er stellt die Maschine so ein, dass jeder einzelne Zahn geschärft wird. Je nach Einsatzgebiet - ob für die Holz- oder die Metallbearbeitung - weisen Sägeblätter große oder kleine Zahnformen auf. Darauf muss der 20-Jährige beim Bearbeiten achten.

Zwischen Sägeblättern und Klingen

Die Arbeit an computergesteuerten Maschinen gehört zum Alltag in seinem Job. Er muss alle Daten sorgfältig eingeben, damit am Ende alles passt. Tobias hatte sich in der Ausbildung für die Fachrichtung Schneidwerkzeug- und Schleiftechnik entschieden. Nach dreieinhalb Jahren Lehrzeit bei der Firma Grabmeier in Augsburg, hantiert der Geselle inzwischen routiniert mit Sägeblättern und Klingen. Im ersten Jahr seiner Ausbildung musste er sich allerdings an den Umgang erst gewöhnen.

"Zerkratzte Hände, man schneidet sich sehr oft. An den Lärm musste ich mich auch gewöhnen. Aber wenn das Lehrjahr vorbei ist, dann hört man‘s nicht mehr."

Tobias Bauer, Geselle

Auf den tausendstel Millimeter genau

Auch bei der Herstellung von Werkzeugen müssen Schneidwerkzeugmechaniker exakt arbeiten. Ein Kunde hat einen so genannten Eckenradiusfräser bestellt. Hier müssen die Maße auf den tausendstel Millimeter genau stimmen.

Die Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt an der Saale. Georg und Julian fertigen zusammen ein Jagdmesser. Die beiden werden Schneidwerkzeugmechaniker der Fachrichtung Schneidemaschinen- und Messerschmiedetechnik. Dafür gibt es in Deutschland nur noch wenige Ausbildungsplätze. Vom zweiten Lehrjahr an kommen alle Azubis in diese Berufsschule. Immer ein paar Wochen im Blockunterricht. Julian faszinierte es, aus einem Stück Stahl ein Messer zu formen. Er hat seinen Traumberuf gefunden.

"Ich wollte auch mal was Außergewöhnliches machen, was nicht jeder macht, wo man sagen kann: ich bin einer von wenigen. Wenn ich das meinen Freunden erzähle, sind sie ziemlich begeistert und interessiert."

O-Ton Julian Kosch, Azubi

Abkühlung im Ölbad

Bis zum fertigen Messer heißt es immer wieder: schleifen und kontrollieren. Georg arbeitet geschickt und vorsichtig an der Schleifmaschine, denn zu viel Material darf er nicht entfernen. Ein gutes Gespür für Formen und ein dreidimensionales Vorstellungsvermögen helfen dem 22-Jährigen in seinem Beruf. Der heißeste Arbeitsschritt nennt sich "Härten". Im Ofen herrschen rund 1050 Grad. Durch die hohe Temperatur verändern Julian und Georg die Struktur des Stahls. Es entstehen "Verspannungen". Abgekühlt wird das Messer im kalten Ölbad.

"Dadurch halten wir Verspannungen in dem Stahl, das kann man gut daran sehen, wenn das Ding jetzt runterfallen würde, würde es in zwei oder drei Teile zerbrechen, so hart ist das."

Georg Enzmann, Azubi

Um das zu verhindern, muss es noch einmal auf 200 Grad erwärmt werden. Dieser Vorgang macht den Stahl elastischer und bruchunempfindlich. Die Messermacher Julian und Georg sind fast fertig: nun müssen sie nur noch den Griff ölen. Dann der erste Test durch Lehrer Kurt Kleinlein: Das Messer schneidet perfekt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Schneidwerkzeugmechaniker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb.
  • Zugang: Es ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe stellen Schulabgänger mit Hauptschulabschluss ein. Einige verlangen mindestens die Mittlere Reife.
  • Eignung: Schneidwerkzeugmechaniker brauchen handwerkliches Geschick, technisches und mathematisches Verständnis. Um eine Messer herstellen zu können, brauchen sie ein Gespür für Formen und gutes räumliches Vorstellungsvermögen.
  • Weiterbildung: Meister/-in, Techniker/-in, Studium

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Mathematik

Schneidwerkzeugmechaniker müssen fit in Mathematik sein. Immer wieder gibt es was zu berechnen.

Geld

Die Ausbildungsvergütung variiert sehr stark von Bundesland zu Bundesland.

Genauigkeit

Exaktes Arbeiten ist die Voraussetzung dafür, dass das Werkzeug oder das Messer wieder richtig schneidet.


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