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Reiseverkehrskaufleute Urlaub im Angebot

Reiseverkehrskaufleute organisieren und vermitteln Reisen. Im Reisebüro beraten und informieren sie ihre Kunden über Reiseziele und -verbindungen; für Reiseveranstalter stellen sie Pauschalurlaube und andere Komplettangebote zusammen.

Stand: 15.06.2016

Carina Schmidt lernt gerade das Geschäft mit den Reisen. Im zweiten Ausbildungsjahr sitzt sie jetzt in der Abteilung "Reiseveranstalter" eines Touristik-Unternehmens. Hier klingelt pausenlos das Telefon. Am Apparat: Mitarbeiter von Reisebüros in ganz Deutschland. Sie wollen sichergehen, dass sie das Codesystem im Prospekt richtig in ihre Buchung übertragen haben. Carina ist genau und gewissenhaft, hat die Code-Nummern schon gut verstanden und hilft gerne weiter. Den ganzen Tag zu telefonieren macht ihr nichts aus - sie ist einfach ein kommunikativer Mensch. Das hilft ihr auch, als es vormittags mit anderen Mitarbeitern der Firma in eine Besprechung geht. Das Thema: der nächste Messeauftritt. Viele Fragen sind noch zu besprechen. Doch Carina ist gut vorbereitet und scheut sich nicht nachzufragen, wenn sie etwas nicht versteht.

Ständig auf Achse

Last-Minute-Reisen

Nach dem so genannten Meeting wartet schon wieder eine neue Aufgabe. Diesmal darf sie die Unterlagen für eine Busreise nach Paris zusammenstellen. Ob freie Plätze für Last-Minute-Kunden, die genaue Reiseroute, Zustiegsmöglichkeiten, Kontakte, Ansprechpartner, die Teilnehmerliste und schließlich die Unterlagen für den Busfahrer - Carina zeigt ihr Organisationstalent und übersieht kein Detail. Schließlich schlüpft sie noch in die Uniform der Firma. Am Freitagabend fährt sie gleich mit nach Paris. Ihr Job: Busbegleitung. Ein arbeitsreiches Wochenende steht ihr bevor, vor zugegeben schöner Kulisse.

Hotelcheck bei 30 Grad

Hotelcheck bei 30 Grad

Auch Tobias Grauthoff liebt die Reisebranche. Er ist als Reiseverkehrskaufmann gerade fertig geworden. Auch er kennt schon einiges von der Welt, Inforeisen haben ihn schon in einige Urlaubsländer geführt. So kann er jetzt am Schalter seine Kunden kompetent beraten. Und das liegt ihm - er redet gerne und interessiert sich für fremde Länder und Kulturen. Die Arbeit hinter den Kulissen - Prospekte und Kataloge sortieren, Reiseunterlagen zusammenstellen und Abrechnungen machen, all das gehört für ihn selbstverständlich zum Arbeitsalltag im Reisebüro. Und das auch am Samstag. Carina ist schon wieder unterwegs: diesmal geht es nach Spanien. Dort soll sie Strände und Hotelanlagen inspizieren und so die Geschäftsbedingungen für die Zusammenarbeit mit Vertragspartner überprüfen. Ihre Reise ist wahrlich kein Urlaub. 20 Hotels geht sie durch, vom Zimmer über das Restaurant bis hin zum Pool, und all das im Eiltempo bei Temperaturen mit über 30 Grad im Schatten.

Damit die Menschen im Urlaub zufrieden sind und Geschäftsreisende sicher und pünktlich ans Ziel kommen, dafür hat die Reisebranche weltweit ein komplexes System eingerichtet, das ständig weiter ausgebaut und wie eine Maschine auch immer wieder gewartet werden muss. Da finden Reiseverkehrskaufleute viele Nischen, wo ihr Wissen gebraucht wird. Zum Beispiel bei der Technik für Computer-Reservierungssysteme. Nur eine Möglichkeit zur späteren Spezialisierung. Für Carina Schmidt und Tobias Grauthoff stehen da später sicher noch viele Chancen offen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Reiseverkehrskaufmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: In Büroräumen der Fachabteilungen des ausbildenden Betriebes, in Verkaufsräumen und am Kundenschalter. Inforeisen gehören besonders bei Reiseveranstaltern dazu.
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung. Betriebe verlangen aber oft mindestens mittlere Reife, wenn nicht gar Abitur.
  • Eignung: Sich klar und gewandt ausdrücken, Kontaktfreude, gute Kenntnisse von fremden
  • Ländern und Kulturen
  • Perspektiven: Reiseverkehrskaufleute müssen sich immer wieder neuen Herausforderungen im Ferien- und Reisemarkt stellen. Um sich zu spezialisieren, bieten sich Bereiche wie EDV oder Vertrieb an. Weitere Möglichkeiten sind Fortbildungen zum Fachwirt oder Betriebswirt. Wer sich selbstständig machen möchte, kann z. B. ein Reisebüro eröffnen
  • Alternativen: Hotel- und Gaststättengewerbe, Touristik, Veranstaltungswirtschaft

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kreativität

Um Kunden vom Urlaubsort zu überzeugen, kann sich der Reiseverkehrskaufmann auch mal etwas Originelles einfallen lassen. Zum Beispiel in einer Flasche mitgebrachter Original-Sand.

Team

Zum Arbeitsalltag gehören fast täglich so genannte "Meetings". In Besprechungen mit anderen Mitarbeitern aus der eigenen und auch anderen Abteilungen werden viele Fragen und Probleme diskutiert.

Info

Die Filialleiter in den Reisebüros erwarten von ihren Mitarbeitern jeden Tag seriöse Kleidung. Im Außendienst stellen Reiseveranstalter ihren Mitarbeitern auch Uniformen. Dienstreisen ins In- und Ausland und so genannte "Inforeisen" stehen auch im Terminkalender. Veranstalter und Büros erwarten von ihren Mitarbeitern gute Kenntnisse von den Leistungen der Vertragspartner. Nur dann können Kunden auch gut beraten werden.


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