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Fachkraft für Postdienstleistungen Lieferung mit einem Lächeln

Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen stellen Briefe und Pakete zu. Sie sortieren Sendungen und bereiten sie für den Versand vor. Sie organisieren deren Zustellung, rechnen ab und dokumentieren Sendungen.

Stand: 12.10.2015

Schon während der Lehrzeit sind die Postler immer in Bewegung, müssen stets etwas tragen, wuchten und bewegen. Im Außendienst begleiten zunächst erfahrene Kollegen die Auszubildenden. Denn auch Briefe auszutragen und Pakete zuzustellen will gelernt sein. Da geht es nicht nur um die schnellste Route durch den Bezirk, sondern auch um Grundsätzliches. Ein Beispiel: Die F-KEPs (Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen) gehen mit sensiblen Daten um. Sie wissen viel über ihre Kunden. Wer bekommt welche Briefe? Und von wem? Auf solche Fragen dürfen die Postler nicht antworten. So will es das Grundgesetz: In Artikel zehn heißt es, dass das Brief- und das Postgeheimnis unverletzlich sind.

70 Millionen Sendungen täglich

Sortieranlage

Diese Flut von Briefen ist ohne automatische Sortiermaschinen nicht zu bewältigen. In den Zustellstützpunkten fangen die Postboten immer sehr früh an. Die Mitarbeiter in den Briefzentren hingegen arbeiten überwiegend abends und in der Nacht. Die Wochenarbeitszeit liegt in der Regel bei 38,5 Stunden. Postboten laufen viel: Pro Tag können je nach Bezirk über 15 Kilometer zusammenkommen. Besonders sorgsam geht ein F-KEP mit Einschreibebriefen und Gerichtsurkunden um. Da sind durchaus unangenehme Briefe darunter. Auch wenn der Empfänger mal sauer sein sollte - die Zusteller müssen freundlich bleiben.

Verkehrsregeln gelten auch für Paketfahrer

Postboten und Paketfahrer verdienen gleich viel. Die Paketfahrer stellen ihre Routen selbst zusammen. Sie spezialisieren sich in der Regel auf einzelne Bezirke. Viele Ausbildungsbetriebe finanzieren den Fahrern den Führerschein für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Die Verkehrsregeln gelten auch für Paketfahrer- selbst wenn viele andere ein Auge zudrücken, wenn mal ein Lieferfahrzeug in zweiter Reihe steht oder in einer Einfahrt. Die Fahrerei in den Städten ist kein Zuckerschlecken. Und auf dem Land sind die Touren oft sehr lang.

"Neben den Noten zählen für uns auch ganz andere wichtige Punkte: Zum Beispiel, dass der Bewerber körperlich gut trainiert ist, dass er einen guten Gesundheitszustand hat, vor allem aus dem Grund, weil die Zustellung im Freien stattfindet. Und klar: Er muss freundlich den Kunden und den Kollegen gegenüber sein. Außerdem gehört Teamfähigkeit zu den Grundvoraussetzungen für den Beruf."

Wolfgang Wanicki, Ausbilder

Boom durch Versand-Handel

Frachtflugzeug - beladen mit Paketen

Frauen und Männer sind gleichermaßen für den Beruf geeignet. Aber traditionell entscheiden sich mehr Frauen für die Richtung Briefzustellung, während die Männer überwiegend im Paketdienst arbeiten. Neben der praktischen Ausbildung im Betrieb bekommen die Azubis in der Berufsschule das theoretische Rüstzeug. Lange Zeit hatte die Deutsche Post das Monopol für die Briefzustellung. Erst 2008 wurde der Markt auch für Mitbewerber vollständig geöffnet. Diese späte Regulierung macht sich nach wie vor auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar: Die Deutsche Post stellt mit Abstand die meisten Ausbildungsplätze. Die fertigen F-KEPs sind gerade auch bei den Mitbewerbern sehr gesucht. Auch wenn das Briefgeschäft durch E-Mails, SMS und Co. langsam abnimmt: Der Paketbereich boomt durch den Internethandel. Die Branche sucht qualifizierte Mitarbeiter.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft Kurier-, Express- und Postdienstleistungen
  • Ausbildungsdauer: Die Ausbildung dauert zwei Jahre.
  • Ausbildungsform: Fachkraft Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (kurz: F-KEP) ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Diese bundesweit geregelte Ausbildung wird bei Post- und Kurierdiensten angeboten.
  • Prüfung: Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Der schriftliche Prüfungsteil besteht aus den Prüfungsbereichen Auftragsbearbeitung, Zustellung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Als praktische Arbeitsaufgabe bearbeiten die Auszubildenden bis zu zwei der folgenden Themen: Auftragsannahme und Sortierung; Auslieferung von Sendungen; Vor- und Nachbearbeitungsprozesse.
  • Ausbildungsorte: Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen werden im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule ausgebildet. Der Berufsschulunterricht findet zum Teil in Blockform in Fachklassen statt.
  • Zugang: Grundsätzlich wird nach dem Berufsbildungsgesetz keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss ein.
  • Eignung: Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen brauchen sprachliches und mathematisches Verständnis, sie sollten körperlich fit sein. Darüber erleichtern ihnen Computerkenntnisse den Umgang mit Sendungsverfolgungssystemen.
  • Perspektiven: Beschäftigung finden Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen bei Brief- und Paketdiensten sowie Kurier- und Expressdiensten. Gerade der Bereich Paketzustellung boomt. Doch treten die F-KEP hier auch in Konkurrenz zu angelernten Paketfahrern.
  • Alternativen / Jobalternativen: Servicefahrer/-fahrerin, Fachlagerist/-lageristin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Info

Der Führerschein ist Berufsvoraussetzung für Paketfahrer. Zu viele Punkte in Flensburg? Das können sich die Paketfahrer nicht erlauben. Ebenso wenig wie alkoholisiert zum Dienst zu erscheinen.

Wetter

Fachkräften für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen darf das Wetter nichts ausmachen. Kalter Wind, Schnee, Regen - Briefe und Pakete müssen auch bei schlechtem Wetter zugestellt werden.

Arbeitszeit

In den Zustellstützpunkten fangen die Postboten immer sehr früh an, meist vor sieben Uhr. Die Mitarbeiter in den Briefverteilzentren hingegen arbeiten überwiegend abends und in der Nacht. Die Wochenarbeitszeit liegt in der Regel bei 38,5 Stunden.


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