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Müller/-in Die Spreu vom Weizen trennen

Müller verarbeiten vor allem Getreide zu unterschiedlichen Produkten. Er muss aber auch Maschinen und Computer bedienen können, denn vieles läuft heute automatisch.

Stand: 21.09.2015

Thomas Schlittmaier nimmt eine Hand voll Weizen aus dem Behälter, riecht daran und kontrolliert das Aussehen der Körner. So verschafft sich der Müller den ersten Eindruck von der Qualität des Getreides - Käferbefall und Auswuchs kann er auf den ersten Blick erkennen. Thomas arbeitet in der Rosenmühle in Landshut, einer hochmodernen Mühle, die Weizen und Roggen zu Mehl verarbeitet. Im Labor werden weitere Analysen durchgeführt. Solche Tests zu machen, lernen angehende Müller schon während der Ausbildung. Erst wenn alle Untersuchungen die gute Qualität des Getreides bestätigen, wird das Getreide im Silo abgeladen.

Computergesteuerte Mühle

Auf Computerbildschirmen in der Steuerzentrale kann Thomas Schlittmaier alle Wege des Weizens im Silo und in der Mühle verfolgen. Mehr als 70 Prozent seines Arbeitstages verbringt Thomas hier. Die Müller arbeiten im 2-Schichtbetrieb - von früh morgens bis mittags und von mittags bis abends. Die Mühle steuern gerade mal zwei Arbeiter pro Schicht.

"Ich überprüfe erst einmal die Qualität des Getreides, ob ich schon mal erkennen kann, ob Käferbesatz dran ist oder Auswuchs etc. und fülle es dann in den Bitzer Apparat für die erste Analyse."

Thomas Schlittmaier, Schichtführer

Thomas und Azubi Arnold machen ihren Kontrollgang. Müller sind auch für die Wartung und die Reparatur der Maschinen zuständig, zum Beispiel der Walzenstühle. Sie mahlen das Getreide. Anschließend wird in riesigen so genannten Plansichtern gesiebt. Dann kommt das Schrot wieder in die Walzenstühle, so geht das einige Male bis irgendwann feines Mehl entstanden ist. Immer wieder entnehmen Müller Gemahlenes, um den Produktionsprozess und die Qualität zu überprüfen.

Mehrfache Qualitätskontrolle

Dominik Benseler arbeitet in einer kleinen Mühle in der Nähe von Erlangen. Insgesamt drei Mitarbeiter verarbeiten hier Weizen zu Mehl. Dominik ist im zweiten Lehrjahr und ermittelt gerade die Fallzahl im Labor der Mühle. Diese Kennziffer gibt Auskunft über ein bestimmtes Enzym im Korn und somit über seine Qualität. Da Getreide ein Naturprodukt ist, verändert es sich je nach Wetter und durch viel andere Umwelteinflüsse. Deshalb müssen Müller bei jeder Lieferung immer wieder den Zustand des Getreides bestimmen. Naturwissenschaftliches Interesse und gute Mathekenntnisse sollten angehende Müller mitbringen. Auch bei Störungen greift Dominik ein und behebt das Problem möglichst schnell. Wegen der modernen Anlagen liegt nicht mehr so viel Mehlstaub in der Luft, trotzdem kommen Müller auch heute noch immer mit Staub in Berührung. Kein Job für Allergiker! Eines ist wie früher: Mehlsäcke schleppen muss Dominik auch heute noch. 50 Kilo wiegt einer, das kann ganz schön ins Kreuz gehen.

Tee nach Rezept

Christian Rimpf arbeitet in einer Spezialmühle. Der Geruch von Pfefferminze, Hagebutte und anderen Kräutern und Früchten liegt in der Luft. In dem Unternehmen werden Tees daraus hergestellt. Christian hat hier Müller gelernt und ist jetzt Geselle. Die Qualität der Kräuter und Früchte kontrollieren, die Rohstoffe in großen Maschinen klein schneiden und wieder verpacken - das gehört zu seinen Aufgaben. Anschließend stellt Christian nach Rezept für Kunden Teemischungen her. Aufs Gramm genau! Alles unter strengen Hygienevorschriften.

"Sie müssen ein Gespür fürs Produkt haben, weil Apfel nicht immer Apfel ist. Die Verarbeitung kann unterschiedlich sein, wir müssen teilweise einen Trocknungsschritt zuvor machen oder müssen andere Maschinen für die Bearbeitung hernehmen, weil es mit dieser nicht funktioniert."

Christian Rimpf, Geselle

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Müller/-in (Verfahrenstechnologe/-in in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft)
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Handwerks- und Industriebetriebe der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft
  • Zugang: Es ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Meist wird aber ein qualifizierender Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife verlangt.
  • Eignung: Müller brauchen technische Kenntnisse: sie warten und reparieren Maschinen, handwerkliches Geschick ist gefragt und naturwissenschaftliches Interesse.
  • Perspektiven: Techniker/-in, Meister/-in, Selbstständigkeit
  • Alternativen: Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Bäcker/-in, Milchtechnologe

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Maschinen instand halten und reparieren - das gehört zum Tagesgeschäft eines Müllers. Dafür braucht er gute technische Kenntnisse.

Mathematik

Um die Qualität der Rohstoffe zu bestimmen, führen Müller auch im Labor kleinere Untersuchungen durch. Dafür brauchen sie naturwissenschaftliche Kenntnisse.

Info

Müller haben zum Teil unregelmäßige Arbeitszeiten. Schichtdienst gehört in einigen großen Mühlen dazu.


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