ARD-alpha - Ich mach's!


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Metallblasinstrumentenmacher/-in Millimeter-Arbeit für den guten Ton

Ähnlich wie ein Schmied formt, lötet, hämmert, schleift und lackiert ein Metallblasinstrumentenmacher Blechteile. Am Ende werden die Teile zu einem möglichst schönen und gut klingenden Instrument montiert.

Stand: 18.04.2016

Der 18-jährige Timm Körner spielt in seiner Freizeit Posaune. An seinem Arbeitsplatz im sächsischen Markneukirchen sorgt der angehende Metallblasinstrumentenmacher für den "guten Ton" der Blechbläser in Jazz- und Rockbands ebenso wie in großen Symphonieorchestern auf der ganzen Welt. Man muss für diesen Beruf kein Instrument spielen können, aber es hilft. Denn es geht bei der ganzen Arbeit ja darum, möglichst wohlklingende und reine Töne zu erzeugen. Metallblasinstrumente bestehen aus sehr vielen Einzelteilen, die am Ende ein vielfach gewundenes Konstrukt aus Röhren, Ventilen, Hebeln und Schallbecher ergeben. Räumliches Vorstellungsvermögen ist dabei ebenso gefragt wie Sorgfalt. Hauptschulabsolventen ergreifen diesen Beruf ebenso wie Abiturienten.

Heiß, laut und anstrengend

Lötarbeit am Instrument

Blechteile anreißen, schneiden, biegen, formen, mit heißer Flamme löten - das kostet Kraft und kann leicht Verletzungen verursachen. Deshalb tragen angehende Metallblasinstrumentenmacher Arbeitshandschuhe und Schutzbrille. Lärm und Schmutz gehören zu dieser Arbeit. Das Metall färbt ab. Beim Schleifen und Polieren ist es laut und staubig. Jessica Glaßl hat die Ausbildung im praktischen Teil mit "sehr gut" bestanden. Sie macht jungen Frauen Mut, diesen sehr technischen Beruf zu erlernen. Jessica hat den mittleren Bildungsabschluss, arbeitet gerne mit Lötflamme und Werkzeugen. Während eines Praktikums fand sie Gefallen an dem Beruf, hat die Ausbildung auch nicht bereut. Sie verdient jetzt so viel wie auch in anderen Handwerksberufen üblich ist. Vielleicht macht sie noch die Meisterprüfung.

Die ersten Töne auf dem eigenen Instrument

Erste Klangprobe

Im oberbayerischen Geretsried bauen Azubis nicht nur neue Instrumente, sie reparieren auch gebrauchte, beschädigte Hörner und Tuben. Manuel Scherzer freut sich jedes Mal wenn er ein neues fertiges Instrument in seinen Händen hält.

"Man sieht halt, wenn man am Abend aus der Werkstatt raus geht und sieht, ok, das hab ich gemacht, das hab ich geschafft, das eigentlich so meins dann, das Handwerkliche, das gefällt, das gibt mir die Bestätigung, dass ich was gut gemacht habe, wenn das Zeug passt."

Manuel Scherzer

Seine Kollege Thomas Putz möchte nach der Lehre ein eigenes, neues Trompetenmodell entwickeln. Angst um ihre Zukunft haben die Azubis in diesem Beruf nicht. Die hochwertigen Instrumente werden nicht in riesigen Stückzahlen hergestellt. Maschinen können Fachleute mit ihrer Handwerkskunst bei der Herstellung etwa eines Waldhorns für einen Musiker der Wiener Philharmoniker nicht ersetzen. Gute Blechblasinstrumente kosten mehrere tausend Euro. Solange Bands und Orchester weltweit solche Instrumente spielen, haben die Handwerker dieser Branche zu tun.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Metallblasinstrumentenmacher/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre - auch bei Vollzeitlehre an der Berufsfachschule Mittenwald.
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, Vollzeitausbildung an der Berufsfachschule
  • Ausbildungsorte: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, in der Berufsfachschule Mittenwald (europaweit einmalig für Metallblasinstrumentenmacher)
  • Zugang: rechtlich: keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben; praktiziert: Hauptschule, Mittlere Reife oder Abitur
  • Eignung: Kenntnisse und Freude an handwerklichen Arbeiten, Umgang mit Werkzeugen, Räumliches Vorstellungsvermögen, Interesse an Musik
  • Perspektiven: Beschäftigung bei Herstellern von Blechblasinstrumenten, im Verkauf oder in den Reparaturwerkstätten des Musikalien-Fachhandels.
  • Weiterbildung: Zum/r Meister/-in, Schritt in die Selbstständigkeit, Studium (z.B. Instrumentenbau)


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Trompete, Posaune oder Tuba klingen nur dann gut und stimmen in der Tonlage, wenn alle Teile des Instruments ganz genau gefertigt und montiert sind. Nur mit einem sehr genau gearbeiteten Instrument können Musik klare, harmonische Töne erzeugen.

Geschick

Kleine Bauteile montieren, Metalle formen, bearbeiten, löten und veredeln. Dazu brauchen Metallblasinstrumentenmacher/ -innen vor allem handwerkliches Geschick.

Kraft

Metalle biegen, formen und auch ausbeulen, wenn Instrumente beschädigt sind - all diese Arbeiten kosten Kraft.


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