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Metallbauer/-in Hart wie Stahl

Stahlbau, Aluminium, Blechtechnik, Schließ- und Fördertechnik. Die Branche der Metallbauer ist so vielfältig, dass jeder Betrieb seinen eigenen Schwerpunkt setzt. Wer sich für den Job als Metallbauer interessiert, der sollte bei verschiedenen Unternehmen als Praktikant reinschnuppern.

Stand: 13.10.2014

Metallbauer, der Beruf ist in Männerhand. Nur jeder hundertste Metallbauer ist eine Frau. Ein Grund: der Job geht tüchtig in die Knochen. Formal gibt es keine besonderen Zugangsvorrausetzungen, um eine Lehrstelle anzutreten. Meist wird von den Firmenchefs aber ein qualifizierter Hauptschulabschluss verlangt. Und auf die Mathenote wird oft besonders geguckt, denn selbst beim Bau eines einfachen Zaunes steckt viel Rechnerei dahinter. Wer auch selbst gestalten und nicht nur fertigen will, was der Meister vorgibt, der muss auf jeden Fall fit am Computer sein. Ob Stahlträger, Fassadenelement oder Zaunanlagen - alle Konstruktionspläne entstehen mittlerweile am Rechner.

Schweisser sind gefragt

Wer Metallbauer gelernt hat, der hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch branchenübergreifend. Die meisten Metallbauunternehmen suchen sich eine Nische und spezialisieren sich. Tragende Stahlbaukonstruktionen etwa. Wer an tragenden Teilen schweißt, der braucht eine Zusatzqualifikation: die Schweißerprüfung. Gesellen mit Schweißerprüfungen oder CNC-Erfahrung sind auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt. Die CNC Maschinen haben längst die Werkstätten und -hallen erobert. Deswegen legen die Firmenchefs so viel Wert darauf, dass die Lehrlinge gute Mathenoten haben. Konstruktionspläne lesen, Berechnungen übertragen und den Steuerungscomputer programmieren muss man als Metallbauer spätestens als Geselle drauf haben.

"Wir arbeiten natürlich mit großen, schweren Maschinen. Wie einer Kantbank, oder einer großen Blechschere, die so 12 Millimeter starke Bleche einfach mal so abhauen, und da ist auch schnell mal ein Finger weg, wenn die Arbeitssicherheit nicht beachtet wird, drum sind Schutzvorrichtungen an den Maschinen, drum müssen die Mitarbeiten auch ständig unterwiesen werden. Die Mitarbeiter müssen konzentriert sein. Alkohol z.B.: absolutes Tabu. Ist bei uns verboten. Mit einer großen Flex arbeitet ist man schell auch mal statt im Träger auch im Bein."

Michael Heidrich

Oft auf Montage

In den größeren Unternehmen sorgen meist feste Außenteams für die Montage. Zehn Stunden Arbeit am Tag und auswärts übernachten gehören oft dazu. Die ungeregelte Arbeitszeit ist der Preis für die Freiheit auf der Baustelle sein eigener Herr zu sein. Dazu kommt, dass man wetterfest sein muss. Ungeregelte Arbeitszeiten, Wind und Wetter - dafür entschädigen die oft saftigen Zulagen, die alle Handwerker auf Montage bekommen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Metallbauer / Metallbauerin
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Metallbauer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (HwO). Diese bundesweit geregelte 3 1/2-jährige duale Ausbildung mit Fachrichtungen findet in der Regel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt eine Spezialisierung in einer der folgenden Fachrichtungen: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Überwiegend in Metallbaubetrieben, meist in Werkstätten und Werkhallen, gelegentlich auch in Montagegruppen auf wechselnden Baustellen.
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, aber oft wird mindestens ein Hauptschulabschluss verlangt.
  • Eignung: Neigung zum Umgang mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen (z.B. Sägemaschinen, Brennschneidanlagen, Winkelschleifmaschinen, Bohrmaschinen, Biege- und Abkantpressen, Schweißgeräte), Vorliebe für Umgang mit dem Werkstoff Metall, Neigung zu handwerklicher Tätigkeit (z.B. Bauteile durch Schweißen, Verschrauben oder Nieten zu Baugruppen vormontieren), Neigung zu praktisch-zupackender Tätigkeit (z.B. Metallplatten und -stangen biegen und formen, Montage der Werkstücke)
  • Perspektiven: Der überwiegende Teil der Metallbauer spezialisiert sich im  Bereich Konstruktionstechnik. Weiterbildung und Weiterqualifikation (z.B. Schweißerprüfungen oder Fähigkeiten bei CNC Programmierung) erhöht die Chancen auf dem Arbeitmarkt erheblich. Weitergehende Qualifikationen: Techniker, Meister, Diplom-Ingenieur. Metallbauer sind branchenübergreifend gefragt.
  • Alternativen: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in, Mechaniker/in für Land- und Baumaschinen, Anlagenmechaniker/in, Behälter- und Apparatebauer/in und Klempner/in, Metall- und Glockengießer/in, Metallbildner/in, Kfz-Mechatroniker/in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Die Metallbauer gehören zu den Handwerkern, die als Gesellen besser als der Handwerkerdurchschnitt verdienen. Als Auszubildende wird die Ausbildungsvergütung meist tariflich geregelt.

Kraft

Trotz aller Maschinen zum Heben und Kranen: Der Job strengt körperlich stark an. Das ist auch einer der Gründe, warum der Beruf fest in Männerhand ist. Nur etwa ein Prozent aller Metallbauer ist weiblich.

Gefahr

Das Verletzungsrisiko ist hoch. Besonders gefährdet: Die Augen. Schutzbrillen sind Pflicht. Nicht nur beim Flexen. Eng anliegende Arbeitskleidung ist in den meisten Werkstätten genauso vorgeschrieben, wie Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe. Kontaktlinsen sind verboten in Betrieben, in denen geschweißt wird: Der Lichtbogen könnte dazu führen, dass sich die Kontaktlinsen mit der Netzhaut verschweißen. Und die Netzhaut sich ablöst.

Info

Metallbauer haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wer an tragenden Teilen schweißt, der braucht eine Zusatzqualifikation: die Schweißerprüfung. Gesellen mit Schweißerprüfungen oder Zusatzqualifikationen an CNC-Maschinen sind auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt. Zum Leidwesen vieler Handwerksbetriebe wechseln viele Gesellen nach der Ausbildung ist die Industrie. Dort verdienen sie oft mehr bei gleichzeitig geregelteren Arbeitszeiten.


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