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Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Helfer in der Foto-Flut

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste mit der Fachrichtung "Bildagentur" sind lnformationsspezialisten, die Fotos aufbereiten, vermitteln und in Datenbanken sichern. Sie suchen für Kunden die richtigen Motive heraus, klären die Bildrechte und verkaufen die Bilder.

Stand: 21.08.2013

Steffen Peter ist Azubi im 3. Lehrjahr. Er arbeitet bei der "dpa picture alliance" in Frankfurt, einer einhunderprozentigen Tochter der Deutschen Presseagentur. Im Laufe des Vormittags nimmt er verschiedene Aufträge entgegen. Ein Kunde sucht schöne Strandbilder für einen großformatigen Kalender, ein anderer braucht ein Foto von Heino-Doppelgängern. Die Strandbilder sucht Steffen in der Bilddatenbank. Aus 96.000 Treffern filtert er 70 bis 100 Motive heraus und schickt sie dem Kunden in einer Datei zu. Der kann sich dann entscheiden, ob für den geplanten Kalender das richtige dabei ist. Für seine Arbeit braucht Steffen ein Gespür dafür, was ein gutes Bild ausmacht. Er muss kommunikativ sein, die Kunden beraten und muss sich zudem gut mit dem Computer auskennen. Fast alle Fotos finden sich heute digitalisiert im Rechner - 25 Millionen sind es bei der Bildagentur in Frankfurt.

Neun Millionen Fotos in Mappen in Kartons

Schwarz-Weiß-Archiv der dpa picture alliance

Für das Heino-Bild muss Steffen aber ins Schwarz-Weiß-Archiv gehen: Hier lagern neun Millionen Fotos in Mappen in Kartons. Alles ist alphabetisch und thematisch geordnet, so dass Steffen recht schnell fündig wird. Beim Einpflegen von alten Fotos in den Rechner muss er kreativ sein. Ein griffiger Titel, dazu die Daten des Fotografen und ein Hinweis auf die Bildrechte - hier muss er immer sorgfältig arbeiten. Vertippt er sich, kann er das Foto in den digitalen Tiefen des Rechners nicht mehr wiederfinden. Beim Verschlagworten hilft ihm eine gute Allgemeinbildung.

Jung und unbekannt

Digitalisieren von Fotos

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bildagentur - kurz "Famis" - arbeiten außer in Bildagenturen auch in Museen oder Bildstellen von größeren Firmen. Da der Beruf noch recht jung ist - es gibt ihn erst seit 1998 - und somit noch nicht besonders bekannt, gibt es nur wenige Ausbildungsstellen. Die Ausbildung als Fachangestellter wird auch noch in anderen Fachrichtungen angeboten: "Archiv", "Bibliothek", "Information und Dokumentation" sowie "Medizinische Dokumentation".

Im Berufsschulunterricht lernen die Azubis das theoretische Rüstzeug für ihren Job, unter anderem Medienerschließung - und -beschaffung sowie Bild- und Urheberrechte. Auch Englisch ist in dem Job wichtig, weil viele Bilder international verkauft werden. Die Azubis müssen immer darauf achten, dass mit der Verwendung des Bildes keine Persönlichkeits- oder Urheberrechte verletzt werden.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bildagentur
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule)
  • Prüfung: Die Prüfung wird bei der Industrie- und Handelskammer bzw. der zuständigen Stelle des öffentlichen Dienstes abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Bildagenturen, Museen, Bildarchive, z.B. von öffentlichen Trägern und größeren Industrie- und Handelsunternehmen
  • Zugang: Es ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis wird mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss erwartet: Die besten Chancen hat man mit Abitur.
  • Eignung: Wer "Fami" werden will, braucht ein Auge fürs Bild und muss fit sein im Umgang mit dem PC. Sorgfältiges Arbeiten ist Pflicht. Eine gute Allgemeinbildung hilft beim Verschlagworten in der Datenbank.
  • Perspektiven: Die meisten Bildagenturen bilden für den eigenen Bedarf aus. Deshalb werden viele Azubis übernommen. Allerdings gibt es in diesem jungen Beruf insgesamt nur wenige Ausbildungsplätze. Wer nach der Lehre nichts findet, kann sich in verwandten Berufsfeldern umschauen, die auch mit "Foto" und "Bild" zu tun haben wie Werbung und Marketing.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Die Fotos müssen genau beschrieben und im PC abgelegt werden. Wer sich vertippt oder mit Daten schludert, riskiert, dass ein Foto unwiederbringlich verloren ist.

Kommunikation

Famis stehen per E-Mail, per Telefon oder persönlich in Kontakt mit Kunden, die Fotos suchen und Beratung brauchen. Oft haben die Kunden nur vage Vorstellungen davon, was sie suchen. Um herauszubekommen, was es genau ist, brauchen Famis  kommunikatives Geschick.


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