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Luftverkehrskaufmann/-frau Manager am Flughafen

Luftverkehrskaufleute sorgen am Flughafen dafür, dass der Betrieb mit Passagieren und Fracht wie ein Uhrwerk funktioniert. Das internationale Flair und die Chance später auch einmal im Ausland zu arbeiten, machen den Luftverkehrskaufmann zu einem begehrten Beruf.

Stand: 21.12.2015

Pünktlich um 7 Uhr 36 kommt Alicia Lauterbacher mit dem Bus am Frankfurter Flughafen an. Die 22-jährige Abiturientin will Luftverkehrskauffrau werden. Mit guten Noten und einem bestandenen Auswahlverfahren hat sie nun bei der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport ihre Lehre begonnen. Man sieht ihr gleich an, dass sie dazu gehört und am Flughafen beschäftigt ist. Sie trägt eine Uniform, die sie vor Antritt ihres Dienstes um 8 Uhr noch einmal auf perfekten Sitz prüft. Gute Kleidung und gepflegtes Erscheinungsbild - darauf legt ihre Firma besonderen Wert. Hinter den Kulissen im Terminal 2 geht sie als erstes in die Einsatzleitung. Dort liest sie auf ihrem "Daily", ihrem täglichen Einsatzplan, was gleich zu tun ist. Ihr Arbeitstag beginnt jetzt am Air Berlin-Schalter. Sie muss Passagiere für zwei Flüge nach Hamburg und Berlin einchecken. Eine Dienstleistung ihrer Firma für die Airline, die hier in Frankfurt dafür keine eigenen Mitarbeiter beschäftigt.

Ticket, Ausweis und Gepäck

Natürlich hat sie diesen wichtigen Vorgang am Flughafen schon in einem dreiwöchigen Kurs geübt. Trotzdem stehen ihr noch Kollegen und die Schichtleiterin zur Seite, um eventuell Probleme zu lösen. Passagier um Passagier tritt jetzt an ihren Schalter, zeigt Ausweis, Tickets und Gepäck. Alles muss Alicia jetzt genau kontrollieren und erfassen. Und gelegentlich auch auf Englisch kommunizieren. Beim Check-in darf kein Fehler passieren. Denn Flugzeuge warten in der Regel nicht. Doch heute funktioniert alles ohne Komplikationen. Jeder Passagier hatte sein Ticket, einen gültigen Ausweis und kein Übergepäck.

Treibstoff und Ersatzteilbesorgung

Einchecken, das Ausstellen von Tickets - das lernt Alicia in ihrer Ausbildung. Doch viel wichtiger sind für ihre späteren Aufgaben die Stunden in der Berufsschule und in Extra-Schulungen. Dort lernt sie Rechnungswesen, Wirtschaftsrechnen, Kalkulationen und Buchungen. Ihr Wissen kann sie dann bei der Mitarbeit in verschiedenen Abteilungen vertiefen. Dort wird sie Wartungsarbeiten einplanen, Treibstoff und Ersatzteile beschaffen, Angebote vergleichen und Kaufverhandlungen führen.

Fracht bei Wind und Wetter

Flugzeuge

Ihr Kollege Christoph Horstmann hat seine Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann schon abgeschlossen. Nach einem zusätzlichen BWL-Studium arbeitet er bei Fraport und ist nun "Aufgabenleiter für Betrieb und Verfahren im Ladeservice". Im Büro organisiert er am Terminal 2 das Be- und Entladen der Flugzeuge. Er muss sicherstellen, dass immer genügend Personal und Geräte vor Ort sind, und seine 400 Mitarbeiter alle Vorschriften beachten. Hier wird rund um die Uhr gearbeitet und Christoph Horstmann ist oft bei jedem Wetter auch bei seinen Kollegen an den Flugzeugen auf dem Vorfeld. Teamarbeit ist ihm sehr wichtig. Er hofft, im Laufe seiner Karriere auch einmal auf eine führende Position im Ausland.

Internationales Flair

Der Beruf des/der Luftverkehrskaufmanns/-frau bietet viele Einsatzmöglichkeiten und somit auch viel Abwechslung. Alicia Lauterbacher liebt die Fliegerei schon seit Kindheit und ist auf alles, was hier am Flughafen passiert, besonders neugierig. Täglich lernt sie dazu. Die meisten "Luftis", wie sie sich hier gerne nennen, haben ihre Begeisterung für das internationale Flair eines Flughafens zu ihrem Beruf gemacht.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Luftverkehrskaufmann/ -frau
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Hauptsächlich Betrieb, in Büros der Abteilungen, an Check in- und Ticket-Schaltern, auf dem Vorfeld beim Be- und Entladen der Flugzeuge; Berufsschule, auch in Zweigstellen der Firmen im Ausland möglich.
  • Zugang: Keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, Firmen nehmen aber vorwiegend nur Bewerber mit Hochschulreife. Mit guten Noten haben auch Kandidaten mit Mittlerer Reife eine Chance. Einige Firmen testen ihre zukünftigen Auszubildenden vorher in einem Auswahlverfahren.
  • Weitere Voraussetzungen: Mitunter Mindestalter 18 Jahre, unter Umständen Zuverlässigkeitsprüfung bei der zuständigen Luftsicherheitsbehörde
  • Eignung: Sich klar und gewandt ausdrücken, sicheres und gepflegtes Auftreten, Kontaktfreude, ein gutes Gefühl für Zahlen, gute Englisch-Kenntnisse und gerne im Team arbeiten.
  • Perspektiven: Beschäftigung finden Luftverkehrskaufleute in Flughafenbetrieben, bei Linien- und Charterfluggesellschaften. Das Spektrum der späteren Arbeit reicht von Kundenberatung, Passagierabfertigung über Flugzeugabfertigung, Frachtbereich bis zu Marketing und Rechnungswesen. Wer beruflich vorankommen will: Aufstiegsweiterbildung als Fachwirt oder Betriebswirt.
  • Alternativen: Verkehrswirtschaft: Kaufmann/ -frau für Spedition und Logistik; Touristik: Reiseverkehrskaufmann/-frau, Verwaltung: Industriekaufmann/-frau

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Luftverkehrskaufleute haben es auch mit zahlreichen Daten der Fluggäste zu tun. Beim Ausstellen eines Tickets, bei der Ausweiskontrolle am Schalter, aber auch später beim Organisieren vieler Prozesse wie Ladevorgänge und Benutzen der Bodenversorgungswege - hier muss genau geplant und gearbeitet werden.

Mathematik

Natürlich müssen angehende Luftverkehrskaufleute immer wieder die Schulbank drücken. In Berufsschule und Extraschulungen lernen sie Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Geografie. Auch in den Abteilungen wird später viel gerechnet und die Zahlen müssen stimmen.

Kommunikation

Sich klar und gewandt auszudrücken, auch in gutem Englisch, kontaktfreudig sein, Höflichkeit – auch im größten Stress hat jeder Passagier Anspruch auf zuvorkommende Behandlung.

Kleidung

Bei Kundenkontakt erwarten Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften von ihren Mitarbeitern jeden Tag seriöse Kleidung. Meist stellen sie auch Uniformen. Im Büro, wenn organisiert, verwaltet und mit Kunden per Telefon und Computer kommuniziert wird, dann geht es schon auch mal leger zu.


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