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Lokführer/-in Mit 10.000 PS durch Deutschland

Wie eine Schlange kriecht der ICE München - Dortmund aus dem Bahnhof. Acht Wagen, insgesamt 200 Meter lang, gezogen von 10.000 Pferdestärken. In der Spitze des Zuges sitzt nur ein Mann. Er steuert das 435 Tonnen schwere Schienenfahrzeug ganz alleine. Eine scheinbar leichte Aufgabe.

Stand: 14.03.2013

Moderne Technik unterstützt den Mann am Fahrpult und übernimmt die Kontrolle der Signale. Bevor es mit richtigen Zügen auf Strecke geht, lernen angehende Lokführer das Fahren im Simulator. Das Fahrpult entspricht genau dem in einer realen Lok. Das ruckfreie Anfahren genauso wie das sanfte Abbremsen wird in der dreijährigen Ausbildung immer wieder geübt. Denn die Bahn will ihren Fahrgästen möglichst viel Komfort bieten.

Umgang mit robuster Technik

Neben vielen praktischen Übungen gehört auch Unterricht in der Berufsschule zur Ausbildung. Und natürlich schnuppern die zukünftigen Lokführer auch ständig Bahnluft. Und dürfen ran an wirkliche Loks. Die robuste Technik der Baureihe 111 aus den 70er-Jahren ist besonders gut geeignet, um die nötigen Handgriffe zu erlernen. Hier darf man sich nicht scheuen, einmal schmutzige Finger zu bekommen. Lokführer sind später meist alleine unterwegs. Dann müssen sie fähig sein, auf der Strecke kleinere Störungen am Fahrzeug zu beheben.

Traumberuf Lokführer

Höhepunkt der Ausbildung: die Fahrt auf einem planmäßigen Zug. Natürlich steht der Ausbilder ständig bereit, um eventuelle Fehler sofort korrigieren zu können. Denn schließlich sitzen Fahrgäste hinten in den Waggons. 21 Jahre alt muss man sein, um eine Lokomotive führen zu dürfen. Für viele immer noch ein Traumberuf. Lokführer lieben es, vor allem unterwegs zu sein. Und es gibt immer wieder Möglichkeiten beruflich weiterzukommen. Zum Beispiels als Ausbilder angehender Eisenbahner. Lokführer, immer noch ein Traum-Beruf - in dem man aber dank rasant sich entwickelnder Technik ein Leben lang lernen muss.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Eisenbahner/in im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer/in und Transport
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und  Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Im Betrieb in Zügen, auf Lokomotiven, zum Teil im Freien auf der Bahnstrecke, aber auch in Simulatoren, Arbeit in Bahnhöfen und unter freiem Himmel, Berufsschule
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, Betriebe verlangen aber oft Mittlere Reife, Gesundheitsnachweis
  • Eignung: Äußerste Gewissenhaftigkeit, großes Verantwortungsgefühl, technisches und mathematisches Verständnis, eher ruhige Charaktereigenschaften bei Störungen, Farbtüchtigkeit, Kontaktfreudigkeit
  • Perspektiven: Mindestalter für das Führen  von Lokomotiven: 21 Jahre. Dann: Personen- und Gütertransport im Nah- und Fernverkehr; S- und U-Bahnbetriebe. Fahren von Werksbahnen in Industrie- und Hafenanlagen, Rangiertätigkeiten, sog. "Anpassungsweiterbildung" z.B. in den Bereichen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit beziehungsweise Ladungssicherung
  • Weiterbildung: Industriemeister/in: Werksbahnbetrieb, Techniker/innen: Verkehrstechnik, Betriebswissenschaft: Betriebswirt/in im Bereich Logistik, Fachwirt/in im Bereich Verkehr, Ingenieur/in in den Bereichen Bahnbetrieb, Verkehrswesen, Infrastruktur
  • Alternativen: Eisenbahner/Eisenbahnerin im Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg, Berufskraftfahrer/Berufskraftfahrerin, Fachkraft im Fahrbetrieb, Binnenschiffer/Binnenschifferin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschicklichkeit

Es gehört schon viel Gefühl und Geschick dazu, einen schweren Zug ruckfrei anzufahren und auch sanft wieder abzubremsen. Jeder Lokführer sollte das so gut wie möglich beherrschen, denn man will den Fahrgästen möglichst viel Komfort bieten.

Genauigkeit

Genauigkeit und Pünktlichkeit - wichtige Tugenden des Lokführers. Er muss penibel die Vorschriften und Regeln des Bahnbetriebes befolgen.

Mathematik

Kenntnisse in Mathematik sind gefragt. Um zum Beispiel das Gesamtgewicht eines Zuges zu berechnen.

Gefahr

Die Lokführer sind sich bewusst, dass ihre Arbeit nicht ungefährlich ist. Das Streckennetz ist meist freizugänglich und dadurch Unfälle jederzeit möglich.


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