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Konditor/-in Kreativ mit Schokolade, Marzipan und Sahne

Die Aussichten für angehende Konditoren sind gut: Es gibt mehr Lehrstellen als Bewerber und 95 Prozent aller Konditoren bekommen nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz. Fast jeder Zweite wird sogar in seinen Ausbildungsbetrieb übernommen.

Stand: 28.06.2017

Christian macht sich auf zu seinem ersten Arbeitstag als Konditor-Auszubildender. Zu dieser Zeit lag er als Schüler noch im Bett. Doch jetzt steht er schon um 5.30 Uhr in seinem Ausbildungsbetrieb, einer Konditorei. Früh aufstehen gehört zu dem Beruf dazu: Schließlich wollen die Kunden frischen Kuchen und das schon, wenn die Konditorei öffnet. Bevor er mit den Kuchen beginnt, überprüft er die Lieferung: Zählt die Kisten mit Zwetschgen, Trauben und Aprikosen. Dann geht es los. Je nach Saison unterscheiden sich die Produkte: Erdbeertorten im Frühsommer und Zwetschgenkuchen im Spätsommer.

Hochbetrieb an Festen

An Ostern und Weihnachten ist besonders viel los. Da können auch Überstunden anfallen. Christians erste Aufgabe: einen Zwetschgenkuchen belegen. Die Zwetschgen muss er erst einmal vorbereiten: Früchte aufbiegen, Kern raus und anschließend noch kontrollieren, ob sich auch kein Splitter oder Ungeziefer im Inneren versteckt haben. Die Zwetschgen muss er systematisch auf dem Boden verteilen. Eine nach der anderen in eine Reihe, dann die nächsten versetzt darunter wie eine Mauer. Sonst geht der Teig hoch und alle Mühe wäre umsonst. Christian muss also geschickt und genau sein.

Das Auge isst mit

Mit Torten und Pralinen hat er an seinem ersten Arbeitstag noch nichts zu tun. Später wird hierbei Christians Kreativität gefragt sein: mit Sahne, Marzipan, Schokolade werden nicht nur mehrstöckige Hochzeitstorten zu einem Schmuckstück, denn das Auge ist ja mit. Bei solchen Sonderaufträgen beraten Konditoren die Kunden und sprechen mit ihnen ab, wie zum Beispiel die Torte am Ende aussehen soll. Konditoren stellen sehr unterschiedliche Teigarten wie Biskuit-, Hefe- oder Mürbeteig her. Dafür müssen sie auch geschickt mit verschiedenen Back- und Küchengeräten umgehen. Aber auch Eis, Zuckererzeugnisse und Pralinen gehören zum Angebot der Konditoren.

Erst Meister, dann selbstständig

Das alles lernen sie während ihrer dreijährigen Ausbildung in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb. Bei einem Schnupperpraktikum lernte Christian schon die Arbeit in der Konditorei kennen, wo er seine Ausbildung absolvieren wird. Hinterher kann er sich zum Meister weiterbilden und sich dann mit einer kleinen Konditorei selbstständig machen. Bis dahin wird er noch einige Zwetschgenkuchen belegen. Und übrigens: Saubermachen muss Christian seine Arbeitsmaterialien selbst. Auch das gehört zu seinem Job dazu.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Konditor / Konditorin
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule oder schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: hauptsächlich Backstube, aber auch Lager-, Kühl- und Verkaufsräume
  • Zugang: keine formalen Zugangsvoraussetzungen, jedoch hat jeder Zweite einen Hauptschulabschluss und ein Drittel mittlere Reife
  • Eignung: handwerkliches Geschick, Kreativität, Sorgfalt
  • Perspektiven: Konditoren arbeiten in Konditoreien, Confiserien, Feinbäckereien, Konditorei-Cafés, in der Nahrungsmittelindustrie und in großen Bäckereien. Nach der Ausbildung spezialisieren sie sich auf Torten- oder Pralinenherstellung bis hin zur Produktentwicklung. Sie können sich zum Handwerksmeister oder Techniker weiterbilden. Das oder ein Hochschulabschluss ist auch die Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen.
  • Alternativen: Bäckerei, Nahrungs- und Genussmittelherstellung, Hotel- und Gaststättengewerbe, Verkauf
  • Info: 2/3 der Auszubildenden zu Konditoren sind übrigens Frauen

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Angehende Konditoren, die eine duale Ausbildung in Betrieben machen, erhalten monatlich je nach Ausbildungsjahr und Tarifgebiet zwischen 300 und 480 Euro brutto Ausbildungsvergütung. Konditoren, die eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule absolvieren, bekommen während der Ausbildung kein Geld. Anschließend können Konditoren zwischen 1.300 und 1.750 Euro brutto monatlich verdienen.

Geschicklichkeit

Konditoren müssen geschickt mit Back- und Küchengeräten wie Gießmaschinen oder Pralinenschneider umgehen oder schnell eine Erdbeere neben der nächsten platzierten.

Genauigkeit

Einen schiefen Kuchen wollen Kunden nicht kaufen, genauso wenig wie ungleichmäßig dekorierte Torten. Also: Konditoren müssen genau arbeiten.

Kreativität

Konditoren entwerfen neue Produkte, verzieren Torten oder glasieren Pralinen. Ein Job für Kreative.


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