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Klempner/-in Hoch hinaus mit Blech

In manchen Teilen Deutschlands werden sie auch Spengler oder Flaschner genannt. Klempner bearbeiten Bleche und Profile, dichten Dachflächen ab, dämmen und verkleiden Fassaden.

Stand: 02.05.2016

Michael Amrehn und Marcel Fenn sind beide im 2. Lehrjahr, ihr Ausbildungsmeister Heiko Baume zeigt ihnen, wie sie einen Traufanschluss, also den Übergang von einem Blechdach zur Dachrinne herstellen. Durch geschicktes Klemmen und Kanten, lernen sie, aus den Blechen regendichte Verbindungen herzustellen. Dazu müssen sie sehr exakt arbeiten, damit am Ende alle Teile zusammenpassen. Als Werkzeuge benutzen sie zahlreiche Falz- und Spannzangen, verschiedene Hämmer und Blechscheren. Michael und Marcel gefällt die Abwechslung in ihrem Beruf, dass sie sowohl in der Werkstatt als auch viel auf der Baustelle, an der frischen Luft arbeiten können.

Räumliches Vorstellungsvermögen

Blechbearbeitung mit Zange

Als Klempner brauchen sie nicht nur handwerkliches Geschick. "Man sollte Kreativität mitbringen, ein bisschen Vorstellungsvermögen, sollte sich mit geometrischen Figuren auskennen oder was damit anzufangen wissen, das würde schon helfen." erklärt Ausbildungsmeister Baume: "Das andere, die Bearbeitung, das lernt man bei uns." Michael und Marcel brauchen räumliches Vorstellungsvermögen und müssen Pläne lesen können. Darin sind die dreidimensionalen Bauteile zweidimensional aufgezeichnet. Sie müssen mit zahlreichen Maschinen umgehen. Doch Vorsicht: Beim Umgang mit den scharfen Blechen und den Werkzeugen kann man sich auch verletzen.

"Wir haben schon ziemlich große Temperaturschwankungen bei uns. Im Winter stehen wir manchmal bei minus 20 Grad auf dem Dach. Und im Sommer haben wir teilweise Blechtemperaturen, gerade auf dem Kupfer - teilweise bis 96 Grad. Da ist mit Laufen und Anfassen nicht mehr allzu viel, aber da kommt man durch."

Heiko Baume, Ausbildungsmeister

Entwerfen, anzeichnen, umsetzen

Auf Montage

Der Ausbildungsbetrieb von Michael und Marcel, hat sich auf Fassadenbau spezialisiert. In der Werkstatt entsteht ein Aluminium-Abschlussblech für das Flachdach eines Industriegebäudes. Jedes Stück ist Handarbeit und doch sollen sich die Bauteile gleichen, wie ein Ei dem anderen. Klempner verdienen im Vergleich zu anderen Bauberufen etwa durchschnittlich. Philipp Heid ist schon im dritten Lehrjahr: er freut sich auf die Montagearbeiten. Denn wenn er die ganze Woche auf der Baustelle verbringt und abends nicht nach Hause kommt, gibt es Zulagen.

"Das Geld ist sehr interessant bei der Montage. Solange es jedes Wochenende mal nach Hause geht, oder alle zwei Wochen, ist das in Ordnung, das lässt sich aushalten."

Philipp Heid, Azubi

Die allermeisten Klempner-Azubis haben den Hauptschulabschluss, nur etwa jeder fünfte die mittlere Reife, wenige schaffen es auch ohne Schulabschluss eine Lehre als Klempner zu ergattern.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Klempner/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Berufsschule und in Handwerksbetrieben
  • Zugang: Grundsätzlich braucht man für die Ausbildung zum Klempner keine bestimmte schulische oder berufliche Voraussetzung. Die allermeisten Azubis haben den Hautschulabschluss, einige mittlere Reife und wenige keinen Schulabschluss.
  • Eignung: Klempner müssen handwerkliches Geschick mitbringen. Sie brauchen ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und sie müssen schwindelfrei sein, da sie oft auf Dächern und Gerüsten arbeiten.
  • Weiterbildung: Klempnermeister, Techniker, Ingenieurstudium


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Klempner müssen genau arbeiten. Bei einzelnen Bauteilen kommt es auf Millimeter an. Oft wird auf der Baustelle nur ausgemessen, dann alles in der Werkstatt vorproduziert, auf der Baustelle muss dann aber alles exakt passen.

Geschick

Klempner brauchen handwerkliches Geschick. Sie müssen Bleche exakt bearbeiten können und mit Hammer, Blechschere und Zangen umgehen können.

Gefahr

Die Klempnerarbeit kann gefährlich sein. Oft sind die Baustellen auf dem Dach und auf Gerüsten. Außerdem gehen Klempner mit scharfen Blechen um und benutzen Werkzeuge mit denen man sich verletzen kann.

Kraft

Klempner müssen anpacken können, vor allem wenn sie Materialien transportieren und auf Gerüsten und Dächern klettern müssen.


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