ARD-alpha - Ich mach's!


26

Kfz-Mechatroniker/-in Spaß an Technik und Händchen für Elektronik

Da sich die Aufgabengebiete von Kfz-Mechanikern und Kfz-Elektrikern immer stärker überschnitten haben, wurde 2003 das Berufsbild Kfz-Mechatroniker ins Leben gerufen. Dieser neue Beruf vereint die Tätigkeiten von Kfz-Mechanikern und Kfz-Elektrikern.

Stand: 08.10.2014

Ölverschmierte Hände. Rissige Haut. Harte Böden in kalten Hallen. Der Job als Kfz-Mechatroniker hat seine Schattenseiten. Kein Wunder, dass Frauen hier nach wie vor als Exoten gelten. Gerade einmal fünf Prozent macht ihr Anteil aus. Reich wirst Du als Azubi im Kfz-Gewerbe nicht. Die monatliche Ausbildungsvergütung unterscheidet sich innerhalb Bayerns von Betrieb zu Betrieb. Einen Flächentarifvertrag für Azubis gibt es nicht mehr. Du verdienst weniger als ein Lehrling in einem Bürojob. Blöder Spruch, aber er stimmt: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kfz-Mechtroniker ist nicht gleich Kfz-Mechatroniker. Nur die ersten beiden Ausbildungsjahre sind für alle gleich. Dann vertiefst Du Deine Kenntnisse.

Löten war gestern

Radioeinbau

Autoradio, Soundsystem, Navi, Autotelefon oder DVD-Player - in den Fahrzeugen stecken immer mehr Platinen und Computer. Spezialisten behalten den Überblick. Klassisches Reparieren - mit Lötkolben und Kabelklemme - gibt bei diesen Komponenten nicht. Aber Du musst wissen, wo sich ein Fehler versteckt; und was Du gegebenenfalls austauschen musst damit es wieder funktioniert. Die Entwicklung bei der Fahrzeugkommunikation und Pkw-Technik geht rasant weiter.

"Einige Autos, der neue Audi A5 etwa haben zum Beispiel, keinen Ölmessstab mehr. Da kann man das Öl eben nur noch abgreifen über dieses Kombiinstrument. Oder mit dem Diagnosetester. Und: man muss es wissen, denn wenn man keinen Ölmessstab mehr sieht, dann ist schlecht."

Kfz-Mechatroniker: Markus Schmid

Mit dem Gesellenbrief in der Tasche ist die Ausbildung nicht vorbei. Du musst Dich ständig informieren, was es Neues gibt. Und sei es unter der Motorhaube. Bei den großen Vertragswerkstätten sind deshalb firmeninterne Weiterbildungen zwingend vorgeschrieben. Audi zum Beispiel setzt auf Telelearning. Alle Neuigkeiten per Videoclip. So bleiben die Mitarbeiter auf dem neusten Stand.

Begeisterung für Technik und  für Mechanik

Ob Du Deinen Schwerpunkt nun im Bereich Pkw-Kommunikationstechnik oder klassischer Pkw-Technik legst - egal: ein Händchen für den Umgang mit Computern musst Du auf jeden Fall mitbringen. Ohne den PC geht gar nichts: Diagnose, Codierung von Steuergeräten, Auslesen der Fehlerspeicher oder Recherche nach Reparaturanleitungen im Internet. Mit einem Faible für Technik bist Du hier richtig.

"Also, also Grundvoraussetzung für den Kfz-Mechatroniker sehen wir: Begeisterung für Technik, Begeisterung für Mechanik und jetzt natürlich durch den Zusammenschluss der beiden Ausbildungsberufe auch Begeisterung für Elektronik. Und wenn er dann in der Lage ist, diese komplexen Zusammenhänge mit Mechanik und Elektronik dementsprechend zu begreifen und widerzugeben, dann ist er für uns der geeignete Mann."

Karl-Heinz Breitschwert, jun. Betriebsleiter VW-Audi Ansbach

Jedes Auto ist anders

Auto hängt am Diagnosesystem

Neben der eigentlichen Lehre im Betrieb und dem Büffeln in der Berufsschule besuchst Du während der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mehrwöchige Blockseminare. Das ist die so genannte überbetriebliche Ausbildung. Für Azubis aus Mittelfranken ist beispielsweise die Ausbildungswerkstatt der Kfz-Innung in Nürnberg zuständig. Ein Lehrling bei BMW lernt etwas anderes als ein Lehrling bei Audi; Das Diagnosegerät von Toyota unterscheidet sich vom Universaltester von Volkswagen und, und, und. Sinn und Zweck der überbetrieblichen Ausbildung: Alle Lehrlinge sollen auf möglichst den gleichen Stand gebracht werden, und auch mal Arbeiten ausprobieren, die im Betrieb ein bisschen kurz kommen. Je weiter Du in Deiner Lehre bist, desto anspruchsvoller werden die Blockseminare. Metallbearbeitung und Gewinde schneiden gehören zu den Grundlagen. Später wird es anspruchsvoller.

Arbeitszeiten sind saisonabhängig

Kerzenwechsel

Neben der Pkw- und Fahrzeugkommunikationstechnik ist die Nutzfahrzeugtechnik eine weitere Möglichkeit Deine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker zu vertiefen. Wartung und Instandsetzung von LKW, Omnibussen und Anhängern könnte mit diesem Schwerpunkt Dein Job sein. Es geht auch eine Nummer kleiner. Aber nicht weniger anspruchsvoll: Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Motorradtechnik. Die Aufgabengebiete umfassen Wartung, Reparatur und Tuning von Motorrädern Achtung: Die Arbeitszeiten sind in der Motorradbranche extrem saisonabhängig. Egal welchen der vier Schwerpunkte Du wählst: Kfz-Mechatroniker ist ein verhältnismäßig krisensicherer Beruf. Und der richtige für Dich, wenn Du Spaß an Technik, ein Händchen für Elektronik und Computer hast.

Neue Ausbildungsordnung ab 01.08.2013

Die Ausbildung soll modernisiert werden, denn aufgrund des technologischen Wandels werden Kfz-Betriebe verstärkt mit neuen elektronischen Systemen, Antriebsarten und Werkstoffen konfrontiert. Künftig soll die Ausbildung nicht mehr in vier, sondern in folgenden fünf Schwerpunkten angeboten werden: Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, System- und Hochvolttechnik sowie Karosserietechnik. Im Rahmen der Neuordnung sollen die Berufe Kraftfahrzeugmechatroniker/in und Mechaniker/in für Karosserieinstandhaltungstechnik zusammengeführt werden. Auch der Beruf Kraftfahrzeugservicemechaniker/in soll in die modernisierte Ausbildung integriert werden.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Kraftfahrzeug-Mechatroniker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Die Ausbildung findet in der Regel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt eine Vertiefung in einem der folgenden Schwerpunkte: Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, Fahrzeugkommunikationstechnik
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Während einer dualen Ausbildung werden Kraftfahrzeugmechatroniker/ -innen im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule ausgebildet. Die Auszubildenden erwerben ihre fachpraktischen Fertigkeiten und Kenntnisse rund um Planung, Wartung, Prüfung, Diagnose, Instandsetzung, Aus- und Umrüstung von Kraftfahrzeugen meist in Produktions- oder Reparaturwerkstätten und -hallen von Kraftfahrzeugherstellern und in Servicebetrieben. Da einige Betriebe nicht alle Ausbildungsinhalte vermitteln können, verlagern sie Teile der Ausbildung in andere Betriebe oder auch in überbetriebliche Ausbildungsstätten (oft ist das eine blockweise Ausbildung in Ausbildungswerkstätten der Kfz-Innungen). Der Berufsschulunterricht findet zum Teil in Blockform in überregionalen Fachklassen statt.
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, aber oft wird mindestens die mittlere Reife verlangt.
  • Eignung: Interesse an Kraftfahrzeugtechnik und -elektronik. Neigung zu prüfender und kontrollierender Tätigkeit (Funktions- und Leistungsfähigkeit von Bauteilen und Systemen überprüfen, Arbeitsabläufe kontrollieren). Neigung zum Umgang mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen (elektronische Mess- und Prüfgeräte, Hebebühnen, Schleifmaschinen, Schweiß- und Lötgeräte). Neigung zu praktisch-zupackender Tätigkeit (Kraftfahrzeuge und deren Systeme, Bauteile und Baugruppen montieren, demontieren und instand setzen).
  • Perspektiven: geprüfter Kfz-Servicetechniker, Meister im Kfz-Handwerk, Bachelor of  Business Administration (BBA) Inhaber / Geschäftsführer
  • Alternativen: Fahrzeuglackierer/-in, Mechaniker/-in für Karosserieinstandhaltungstechnik, Automobilkaufmann/frau, Zweiradmechaniker/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:


26