ARD-alpha - Ich mach's!


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Keramiker/-in Auf den guten Ton kommt es an!

Keramiker möchten gestalten. Sie sind handwerklich geschickt und haben eine kreative Ader. Sie formen den Ton nach ihren Vorstellungen - erst nach dem Brennen offenbart sich das Werkstück in seiner ganzen Pracht.

Stand: 11.05.2015

Keramiker-Azubis lernen das Drehen an der Töpferscheibe und das Modellieren von Ton. Sie bedienen den Brennofen und tragen Glasuren auf. Meist stellen sie zunächst die Arbeitsmasse am Tonmischer selbst her, aus Feldspat, Quarz, Ton und Wasser. Dann formen sie Rohlinge: Schalen für Gartenkeramik, Tonkrüge, Teller oder Kacheln für den Kachelofen. Die runden Werkstücke fertigen sie auf der Töpferscheibe: Dazu muss der Tonklumpen erst zentriert werden, damit er auf der Scheibe schön rund läuft, bevor er hochgezogen werden kann. Das erfordert viel Ausdauer und Übung, es sieht leichter aus, als es ist!

Dekorieren mit Phantasie

Umschichten schwerer Werkstücke

Die Ausbildung eines Keramikerlehrlings dauert drei Jahre, ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. In Firmen für Bau- und Gartenkeramik brauchen die Auszubildenden oft auch viel Kraft beim Umschichten der schweren Werkstücke - in diesen Betrieben arbeiten daher mehr männliche Lehrlinge. In kleineren Töpfereien wird dagegen vor allem Geschirr produziert: Saftkrüge in Serie, Tassen, Teller und Butterdosen. Der Kunde entscheidet, was gut ankommt. Nach dem Rohbrand tragen die Keramiker die Glasuren auf, eine flüssige Mischung aus Farboxyden. Sie verzieren mit Schwämmchen, Pinsel oder Malbällchen. Beim Dekorieren sind Ideen gefragt und Phantasie - diese Aufgabe macht den Auszubildenden besonders viel Spaß.

Große Hitze

Brennofen

Mit Hilfe von Tonformen bereiten die Auszubildenden die Teile vor, die nicht an der Drehscheibe gedreht werden. Zuerst müssen sie an der Plattenwalze die Luftblasen aus dem Ton pressen und die richtige Bodenstärke millimetergenau auswalken. Ein Traumberuf mit Verletzungsgefahren: Brandblasen sind für Keramiker kein Fremdwort. Sicherheitshandschuhe müssen her beim Ofen ausräumen, der ja zum Brennen auf 1.200 bis 1.400 Grad erhitzt wurde! Auch nach dem Abkühlen hat das Geschirr noch mehr als 200 Grad: Also Vorsicht walten lassen. Doch das glänzende und farbenfrohe Endprodukt entschädigt für alles.

"Der Keramiker verbindet einfach Handwerkliches wie auch Gestalterisches wunderbar zusammen. Man macht mit vielen verschiedenen Materialien seine Werke und dekoriert die dann noch, und wenn sie fertig sind, dann hat man was Selbstgemachtes in der Hand, und das macht sehr viel Spaß."

Sonja Warmut, 28 Jahre, 3. Lehrjahr

Therapeutisches Arbeiten mit Ton

Viermal im Jahr gehen die Auszubildenden aus ganz Süddeutschland in den Blockunterricht in der Berufsschule in Landshut. Neben der Berufsschule bietet Landshut aber auch eine Berufsfachschule mit einer dreijährigen Keramiker-Ausbildung an. Das Abschlusszeugnis entspricht der Gesellenprüfung. Die dreijährige Fachklasse ist auch eine Chance für diejenigen, die keine geeignete Lehrstelle fanden. Denn nur wenige Keramikermeister bilden heute noch aus! Da ist die staatliche Fachschule eine gute Alternative. Keramikergesellen können anschließend den Meister oder den Techniker machen. Sie können sich auf Keramik-Design spezialisieren oder in einer sozialen Einrichtung pädagogisch oder therapeutisch arbeiten.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Keramiker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb / Berufsschule) oder an der Berufsfachschule
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Töpferei, Keramikfirma
  • Vergütung: 230 Euro (1. Lehrjahr) bis 325 Euro (3. Lehrjahr)
  • Zugang: keine besonderer Schulabschluss gefordert
  • Eignung: handwerkliches Geschick, Konzentration, Kreativität
  • Perspektiven: Selbstständig machen, zum Designer weiterbilden oder als Sozialassistent in einer Therapieeinrichtung arbeiten.
  • Ausbildungsalternativen: Figurenkeramformer/-in, Industriekeramiker/-in Modelltechnik, Industriekeramiker/-in Dekorationstechnik, Industriekeramiker/-in Verfahrenstechnik

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Das Drehen an der Drehscheibe erfordert viel Übung. Auch beim Ton-Modellieren und Auftragen der Glasuren sollen die Azubis Fingerspitzengefühl und Konzentration mitbringen.

Kreativität

Ton ist formbar und lässt eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten zu. Und die Glasuren bekommen erst durchs Brennen ihren glanzvollen Farbton: Bei Mustern und Farbschattierungen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Gefahr

Beim Ausräumen der gebrannten Ware hat der Brennofen oft noch hohe Temperaturen. Immer Schutzhandschuhe anziehen!


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